Montag, 13. Februar 2023
Die letzte Nacht war be… Ob es der Pool war oder was anderes, wissen wir nicht, aber ab 4 Uhr nachts wurde das WC öfter gebraucht. Bis zum Abflug war noch Zeit, den Sammelbus haben wir für 12 Uhr an unser Hostel bestellt. Das geht auch!
Der Flug mit AirAsia
Mir ging es ja nicht sehr gut, darum habe ich den Tag vielleicht als besonders furchtbar in Erinnerung, aber trotzdem war die Airline nicht sonderlich gut (sehr freundlich ausgedrückt). Zunächst mussten wir uns in eine recht lange Warteschlange einreihen. Das Gepäck mussten wir in einer gesonderten Reihe abgeben. Nach der Sicherheitskontrolle standen wir schon fast am Gate und hatten mehr als zwei Stunden Zeit. Ich bin auf den unbequemen Plastiksitzen eingeschlafen. Das Boarding lief etwas chaotisch und war viel später als geplant. Wir alle waren müde. Wir haben ausgerechnet die letzte Sitzreihe zugewiesen bekommen. In den meisten Flugzeugen kann man die Sitze in der letzten Reihe nicht nach hinten verstellen. Ausserdem sind die Sitzte enger aneinander. Normalgroße Europäer haben zum Vordersitz keinen Platz, und wenn man ein Kleinkind auf dem Schoß hat wird es richtig unbequem, mal abgesehen von der seltsamen Sitzform. Weil es mir so „blendend“ ging, hat Steffen sich den ganzen Flug um den Kleinen gekümmert. Mali ist noch vor dem Start, der auch verspätet war, auf meinem Schoß eingeschlafen. Zum Glück hatte ich eine rücksichtsvolle Person vor mir, die ihre Sitzlehne nicht nach hinten geschoben hat. Oder habe ich bei jeden Versuch mein Knie gegen den Vordersitz gedrückt? 😉
Das Essen muss bei AirAsia dazugekauft werden, leider auch die Getränke. Es gab nicht einmal ein stilles Wasser. Hinter uns waren die Küche und auch das WC. Fast den ganzen Flug über haben sich Leute an meinem Sitz abgestützt um sich an einem der Rollcontainer vorbeizuzwängen. Die Düfte aus Küche und Bad haben es mir schwer gemacht, die Tüte, die in den Sitztaschen verstaut ist, nicht nutzen zu müssen. Ich habe mich daran festgehalten und mich auch vor dem Bad auf den Boden gesetzt, Kreislauf vom Nicht-Essen kam eventuell auch dazu. Die drei Stunden Flug waren nach einer gefühlten Ewigkeit auch irgendwann vorbei.
Endlich in Malaysia – Die Ankunft
Die Einreise hat gut geklappt. Aber genug Glück für heute! Wir haben erstmal für die Kinder Getränke und was zu Essen besorgt. Als nächstes haben wir die Autovermietung gesucht. Nach einer längeren Suche haben wir die richtige Etage gefunden und auch die Vermietung. Naja nicht ganz. Eine Vermietung, nicht unsere. Da unser Flug über eine Stunde Verspätung hatte, waren wir auch viel zu spät an der Mietstation. Ein freundlicher Mitarbeiter der gefundenen Mietstation erklärte uns, wir wären am falschen Flughafen-Terminal. Das konnten wir nicht so wirklich glauben. Auf unseren Unterlagen stand nur Flughafen Kuala Lumpur. Netterweise rief der Mann für uns bei unserer Station an und hat jemanden informiert, der uns abholen kam. Jemand kam auch und hat uns gleich erzählt, dass es 50 Ringgit kosten würde. Ich bin „der Böse Cop“ bei Verhandlungen und habe gefragt, was die Fahrt mit einem Taximeter kostet, er hat uns dann auch etwas angesäuert die 5-minütige Fahrt in einem Miniauto zum „richtigen“ Flughafen mitgenommen. An der Vermietung hat es nochmal über eineinhalb Stunden gedauert, bis wir endlich losfahren konnten. Zu meinem Entzücken kam ein Mietpreis von 100 Euro für einen Kindersitz hinzu. Ohne Kindersitz wollten wir allerdings nicht fahren und haben den viel zu großen Sitz mitgenommen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Mitarbeiter sehr freundlich war und einfach nur heim wollte, so wie ich, oder ob er uns wirklich einen „Special Price“ gegeben hat, den Sitz hat er uns für 40 Euro mitgegeben. Das soll aber unter uns bleiben.
Die erste Fahrt in Malaysia LINKSverkehr!
Es war schon längst dunkel und der Tag war so furchtbar lang, der Vermieter unserer Unterkunft hat uns gelöchert, wann wir endlich ankommen würden. Die Fahrt hat nur 30 Minuten gedauert und unterwegs kamen uns Fragen wie „Gibt es hier links vor rechts“?, „Wie schnell darf man hier fahren“? „Wie funktioniert das mit der Maut?“ …
Zunächst: Nein, es gibt kein links vor rechts. Ein „Give way“ Schild regelt die Vorfahrt (haben wir allerdings noch nicht gesehen). Die Geschwindigkeit auf der Autobahn sind max 110km/h, in Ortschaften merkt man es schon selbst (es gibt alle paar Meter Schwellen), meist waren 40 erlaubt. Für die Mautstationen benötigt man eine Karte, welche man mit Guthaben auflädt. Die Karten sind an der Tankstelle erhältlich (nach 22 Uhr haben einige geschlossen)!
Wir sind gut angekommen! Das Tor zum Wohnviertel wurde für uns geöffnet und auch die Haustür ging mit dem zugesandten Code auf. Endlich da! Es gab ein Festmahl: Eine 5-Minuten Terrine. Unsere Unterkunft hatte mehr Schlafplätze, als wir benötigen und ein Bett war genau das, was wir brauchten, abgesehen von einer Dusche. Ich habe nicht gesehen, dass es zwei Bäder gibt und habe die Dusche ohne Warmwasserboiler erwischt, War mir aber wurscht!
Dienstag, 14. Februar von Putra Perdana nach Kuala Selangor
Die Route und die Unterkünfte suchen wir uns spontan und haben beschlossen, nach Kuala Selangor zu fahren, hier gibt es mehrere Ausflugsziele, die sich interessant angehört haben. Nach kurzem Preisvergleich haben wir was vermutlich gutes und günstiges gefunden.
Die Nacht lief besser und wir sind erst um kurz vor zehn aufgestanden. Bei Tageslicht konnten wir sehen, wo wir überhaupt gelandet waren. In der Unterkunft gab es recht viele kleine Ameisen, die haben wir recht bald zurückgelassen und uns gleich auf den Weg zu einem Einkaufszentrum gemacht, wo man Kindersitze kaufen kann (hoffentlich).
Einkaufszentrum
Es gab alles! Zunächst einen Leihbuggy, damit wir Rio nicht in der Kraxe schleppen müssen. Wir wurden direkt fündig und haben einen gescheiten Sitz für Rio bekommen, im übrigen für weniger als der „Special Price“ und eine Sitzerhöhung gab es auch gleich.
Es gab noch einiges auf unserer Liste, wie ein Handyhalter für das Auto, Windeln und „Frühstück“. Es war schon wieder fast 15 Uhr, bis es was zu beißen gab. Die Portionen waren so groß, dass wir uns die Reste einpacken ließen. Einkauf erfolgreich beendet.
Die Strecke nach Kuala Selangor sind wir weitgehend über die Autobahn gefahren und waren nach andertahlb Stunden da. Auf der Fahrt konnte man viele Palmöl-Plantagen sehen, ansonsten ist der erste große Unterschied die Luftfeuchtigkeit.
Von aussen sieht die Unterkuft nicht berauschend aus, in der Wohnung ist es aber sauber und es gibt auch keine Ameisen. Mir ist dafür ein Gekko auf die Hand gesprungen, bevor ich ihn vor Schreck auf den Boden geschubst habe. Er ist schnell abgehauen. Die Lage der Wohnung ist super. Was sich Stadtzentrum nennt, ist allerdings eher ein Dorfplatz und vergleichbar mit einem großen Supermarkt-Parkplatz. In 2 Minuten waren wir am Pier, von wo die Boote zum Sky Mirror ablegen.
Ausflüge
Die Tour zum Sky Mirror können wir nicht machen, weil aktuell die Ebbe zur falschen Uhrzeit ist. Dafür gab es aber Glühwürmchen und „blue Tears“ als Alternative. Blue Tears ist luminiszierendes Plankton. Mit dem Boot ging es etwa 10 Minuten flussaufwärts zur Meeresmündung. Es waren noch 4 weitere Personen mit uns unterwegs, das Boot war groß, und wir hatten alle genug Platz zum gucken. Bei Neumond ist die Leuchtkraft am stärksten. Das Boot hat in der Dunkelheit die Lichter ausgeschaltet und wir haben Käscher in die Hand bekommen, womit wir nur durchs Wasser fahren brauchten, um das blaue Leuchten zu sehen. Auch wenn der Ausflug für die Kinder etwas länger hätte dauern dürfen, war es das Erlebnis wert! Auf dem Rückweg konnten wir an der Bootsschraube noch für ein paar Minuten das schwächer werdende Blau beobachten. Wir sind vom Boot abgestiegen, haben die Westen zurückgegeben und darauf gewartet, dass wir zu den Glühwürmchen fahren. Warum wir erst vom Boot mussten, um uns danach wieder die Schwimm-westen anziehen und auf dasselbe Boot steigen durften, bleibt wohl ein Geheimnis. 5 Minuten flussabwärts hatten wir eine Privataudienz bei den Glühwürmchen. Es hat in den Bäumen überall aufgeleuchtet und geblinkt, ein paar haben sich auch auf das Boot verirrt und sind sogar in unserer Hand gelandet. In kürzester Zeit hatte ich 16 Mosquitostiche (oder was auch immer mich gebissen hat) und besonders die Kinder waren um zwei außergewöhnliche und großartige Erlebnisse reicher.
Wenn man sich für einen der beiden Ausflüge entscheiden müsste, würde ich das Plankton wählen!
Ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass es hier sehr viele Affen gibt. Nicht meine Freunde!
Mittwoch, 15. Februar Kuala Selangor Sri Shakti-Tempel
Uns hätte wahrscheinlich ein voller Tag hier genügt, somit haben wir es heute ruhig angehen lassen. Ein kleiner Ausflug zu einer Farm mit Streichelzoo und der Besuch vom Sri Shakti-Tempel (ein Hindutempel) waren unsere heutigen Ziele. Der Tempel öffnet erst um 17 Uhr, und das Fotografieren ist in der Anlage verboten. Bevor man die Stufen betritt, werden die Schuhe ausgezogen und die Füße gewaschen. Am Eingang gibt es für alle Besucher einen Rock zum Überziehen. Wenn wir es richtig verstanden haben, wurde der Tempel vor 44 Jahren fertiggestellt und über zehn Jahre lang gebaut.





In einem großen Lotus (Supermarkt) gab es Gemüse, welches zusammen mit dem Reis von gestern zu Suppe verarbeitet wurde. Zum Nachtisch haben wir eine halbe Wassermelone verputzt. Ausserdem haben wir einen kleine Ball gekauft, denn der Jüngste hatte in Thailand riesigen Spaß daran, einem anderen Kind den Ball wegzunehmen und dann loszurennen.
Wir recherchieren noch ein wenig, wohin es in den nächsten Tagen gehen soll. Morgen wird es wahrscheinlich eine längere Fahrt bis nach Penang Island.
Donnerstag 16. Februar Fahrt nach Penang
Bis zur Autobahn sind wir über Nebenstraßen gefahren und haben hier und da Affen über die Straße spazieren sehen. Ich war besonders fasziniert von einem Straßenschild, auf dem zur Vorsicht vor Tapieren gewarnt wird. Leider habe ich keinen gesehen. Die Autofahrt war landschaftlich sehr schön, besonders bei den Cameron Highlands. Auf dem Rückweg werden wir hier anhalten, jetzt zieht es uns aber ans Meer. Nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke hatte Rio den Sitz satt und wir haben wir an einer Raststation Pause gemacht. Nach einer Runde auf einem überdachten Spielplatz sind wir noch zum Basar, wo es kalten Tee, Wassermelone und Mais im Becher gab. Gestärkt ging es weiter über die 13,5km lange Brücke nach Penang.
Die Gegend ist schwierig zu beschreiben, der erste Eindruck ist Multikulti 🙂 und davon viel! Die Straßen waren sehr belebt und durch Georgetown ging es schleppend durch dichten Verkehr. In engen Serpentinen zogen sich die letzten Kilometer, nach ca. fünf Stunden haben wir es geschafft.
Letztlich sind wir im Norden von Penang gelandet, die Lage der Unterkunft im Süden hat uns doch nicht so zugesagt. Keine zwanzig Minuten nach der Ankuft waren wir mit den Füßen im Wasser. Das Meer ist unfassbar warm und leider auch sehr aufgewühlt, sodass man nicht sieht, was unter einem und um einen herum schwimmt. Einige Plastiktüten konnte man erkennen, da aber auch vor Quallen gewarnt wird, sind wir zur Erfrischung in einen Pool. An einem Straßenrestaurant gab es Abendessen. Etwas außergewöhlich, zumindest für uns, es gab mitten im Essbereich eine Voliere mit Wellensittichen. Das Essen war okay, auch wenn wir nicht wirklich das bekommen haben, was wir bestellt bzw. erwartet hatten.
Den späteren Abend konnten wir mit Blick auf das Meer unter einem schönen Sternenhimmel ausklingen lassen.
Freitag, 17. Februar Penang – George Town
Auf dem Rückweg vom Frühstücken haben wir im Brackwasser 2 Warane gesehen. Auf den ersten Blick sahen sie wie Kaimane aus und uns wir haben uns ganz schön erschreckt. Die Besitzerin eines Kiosks hat uns aber gesagt, sie würden keine Kinder essen, solange sie keine Wassermelone in der Hand hielten. (Mali und Meru hatten ihr gerade eine halbe Melone abgekauft :-)). Mit der Linie 101 kann man in 50 Stationen nach George Town fahren, dabei haben wir auch gleich eine halbe Inselrundfahrt gehabt und die Aussicht genossen. Während der ersten Minuten sind alle drei Kinder eingeschlafen. Unser Ziel war ein Viertel mit Street Art. Auch die kleineren Nebenstraßen sind voller Roller und Autos. Weil es eigentlich gar keine Bürgersteige gibt, ist das Laufen an den Streetfood-Ständen und tollen Häusern sehr unentspannt, erst recht mit drei Kindern, die ständig angesprochen und gerufen werden. Unser Kulturprogramm hat sich auf einen kleinen Block beschränkt, aber das war okay. Die Kinder haben einen „traditionellen“ Eisball gegessen (Crushed Ice mit furchtbar viel Farbstoff und einer Kugel Eis in der Mitte). Auch wenn sich die beiden das Eis geteilt haben, so viel Farbstoff genügt wahrscheinlich für ein ganzes Jahr. Irgendwie sind wir bei einem Inder zum Abendessen gelandet. Scheinbar waren wir alle sehr hungrig und jeder hat etwas bestellt. Die Portionen waren riesig und für Rio und Mali leider viel zu scharf. Wir lernen dazu! Das Naan und der Mangosaft hätten ausgereicht, um die beiden satt zu bekommen.
Im Anschluss sind wir einfach einer nicht so stark befahrenen, dafür schön beleuchteten Straße gefolgt und am Hafen gelandet. Zufällig haben wir dort ein riesen großes Schiff liegen sehen. Aus der Ferne sah es aus, als sei es ein schön beleuchtetes Hochhaus! Fasziniert von so einem großen Schiff haben wir uns ein paar Minuten am Hafen hingesetzt, in die Heimat telefoniert und dann noch das Glück gehabt zu sehen, wie das Ungetüm ausläuft. „Spectrum of the Seas“ hat seinen Heimathafen auf den Bahamas und gehört zu den 5 größten Passagierschiffen überhaupt. Meru wollte erstmal nicht glauben, dass es sogar größer ist, als die Titanic es war.
Es war schon spät, ist ja eigentlich nichts ungewöhnliches bei uns, aber Rio musste dringend ins Bett. Wir haben uns extra beeilt, um den Bus, der in acht Minuten kommen sollte zu erwischen. Die letzten Meter führten durch die Love Street, hier war was los! Die Bushaltestelle war vor lauter Werbeschildern und Ständen kaum ausfindig zu machen. Nachdem wir länger gewartet hatten, aber kein Bus kam, haben wir beschlossen die Wartezeit zu verkürzen und schon mal eine Station zu Fuß zu gehen. Da standen wir. Und plötzlich geschah – Nichts. Nach vielen vielen Minuten kam dann doch ein Bus in Sicht, leider die falsche Linie. Über eine halbe Stunde und drei „falsche Linien“ später lief eine Familie an uns vorbei und fragte, wo wir hin wollten. Wir kamen dann in ein längeres Gespräch. Der Mann meinte, dass die Busse am Abend seltener fahren, aber wenn wir die Linie heute schon mal gesehen hätten, wäre das ein gutes Zeichen. Tatsächlich ist die 101 inzwischen 5x in die andere Richtung an uns vorbei gefahren. Wir konnten uns leider nicht richtig verabschieden, die Leute hätten uns Kuala Lumpur gerne gezeigt, aber da kam die 101 doch und das mit der Telefonnummer hat nicht schnell genug geklappt :(. Dafür waren wir eine Stunde später endlich zurück.
Bus fahren geht gut, ist hier sehr günstig, es gibt viele Haltestellen, aber man braucht Geduld (und eine Maske, in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln wird hier Maske getragen).
Unsere Eindrücke von heute sind schwierig in Worte zu verpacken. Penang hat sein eigenes Flair. Es gibt viele verschiedene „Glaubenshäuser“ unterschiedlichster Religionen nebeneinander. Bunte Hindutempel, schlichte Kirchen, große Moscheen und Chinesische Tempel, alles bunt gemischt und gut besucht. Moderne Häuser stehen direkt neben heruntergekommenen Werkstätten und daneben finden sich wieder Bauwerke aus unterschiedlichen Jahrzehnten und verschiedenster Baustile. Vorwiegend haben wir uns heute in einem Chinesisch-Indisch geprägten Stadtteil aufgehalten (denken wir). Hier und da ragen riesige Wolkenkratzer heraus und vervollständigen das MixMax Bild. Hier haben wir kaum Rucksackreisende mit Kindern gesehen, umso öfter wurden unsere Kinder angesprochen.

