Thailand – Chiang Mai

Sonntag, 05. Februar 2023

Flug von Bangkok nach Chiang Mai. Der Herbergsvater vom OB Arun hat uns zum Flughafen gebracht. Als Familie wurden wir immer gleich zum Schalter durchgewunken und hatten keine Wartezeit. Wir hatten über 2 Stunden Zeit, bis das Boarding begann. Die Großen haben sich auf ihre Rollkoffer gesetzt und kleine Rennen veranstaltet. Obwohl wir nicht hungrig waren, schon gar nicht auf Pommes, haben wir eine kleine Tüte Fritten gekauft, um bei einem Burger-König am Tisch sitzen zu dürfen. Meru kann die Freizeit prima für Schulaufgaben nutzen. Rio war, genauso wie auch Meru und Mali, mit der Rampe glücklich, welche zum Wartebereich vom Gate führt. Bis wir in den Flieger durften, haben sich die Kinder ausgetobt. Endlich gab es einen Fensterplatz und wir sind tagsüber geflogen, sehr spannend für die beiden Größeren, Rio hat den Flug brav verschlafen.

Endlich im Norden (in Chiang Mai) angekommen. Die Luft ist sicher etwas besser als in Bangkok und es stinkt auch nicht so arg (bisher). Um vom Flughafen zur Unterkunft zu gelangen, kauft man am Schalter eine Taxinummer und wartet bis diese aufgerufen wird. Gezahlt wird per Taximeter. Das lief alles sehr geordnet und einfach.

Unsere Unterkunft liegt zwischen dem Sunday Walking Market und einem Markt, den wir Heumarkt getauft haben (weil man bei unserem letzten Besuch vor einigen Jahren auf Heuballen sitzen und essen konnte). Der Sunday-Walking Market ist, wie der Name schon sagt, nur Sonntags geöffnet. Ja, wir haben die Reise tatsächlich an diesen Sonntagsmarkt angepasst.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, und die Kinder sich bereit gefühlt haben, sind wir kurz vor Sonnenuntergang zum Markt gelaufen. Das Besondere ist, dass man den Handwerker/innen, die auf diesem Markt vertreten sind, beim Erstellen ihrer Kunstwerke zuschauen kann. Zunächst gab es frische Waffeln, Wassermelone und Wasser, das mit den nicht-gewollten Fritten war ja schon eine Weile her ;-). Wir haben einem Glasbläser, Korbflechter und einem Porträtzeichner zugeschaut, Musikern zugehört und sind eine Weile flaniert. Zwischendurch hat sich jeder in der Essens-Ecke das geholt, worauf er Lust hatte.

Meru ist der Einzige in der Familie, der Sushi isst, für ihn war die Auswahl an Meeresfrüchten und Sushihäppchen ein Traum. Rio und Mali waren mit Mais & Butter glücklich. Gerne hätten wir einiges gekauft, leider ist die grüne Tasche voll und wir werden weiterhin mit „kleinem Gepäck“ reisen.

Dienstag, 7. Februar 2023

Bis ca. 10:30 lagen wir alle im Bett. Sehr gemütlich haben wir uns angezogen. Weil wir keinen Plan hatten, haben wir den Tag etwas „zu lässig“ angehen lassen. Meru hat sich für den Morgenkreis per Videocall in der Schule angemeldet und musste um 14 Uhr Ortszeit online sein. Rio wiederum wurde schon quengelig und musste für ein Schläfchen ins Bett und der Rest von uns hatte Hunger. Wir haben uns mit Arbeit bzw. Schulaufgaben beschäftigt. Mali hat lieb gespielt und gemalt, sodass Meru ungestört am Unterricht teilnehmen konnte. Während wir den Morgen so gemütlich gestartet haben, hat Meru einen Aufsatz geschrieben und seine Aufgaben erledigt.

Um 15 Uhr waren wir endlich frühstücksbereit. Wir haben uns nach den Bildern einer ausgestellten Karte entschieden und sind in ein „Yoga-Coffee-Bar-Restaurant“ eingekehrt. Es saßen einige Leute an den wenigen Tischen, eigentlich immer ein gutes Zeichen. Hinter der Theke führte eine Treppe nach oben, dort gab es noch Bodenkissen und freie Tische. Nach längerem Studium der Karte haben wir uns alle für ein Avocadotoast mit Rührei entschieden. Nach einigen Minuten haben wir erfahren, dass das Toastbrot leider aus ist. Einfachste Lösung, wir bestellen das eben ohne Brot :-). Das Ei war leider nicht als Ei erkennbar, es hatte eher die Konsistenz von Kartoffelbrei, zumindest habe ich mir beim Essen vorgestellt, es wäre welcher. Die Avocado war lecker, damit das Ei auch verputzt wird, habe ich es untergemischt. Die Kinder waren nicht sehr begeistert. Uns kam natürlich schnell der Gedanke, dass wir da wohl veganes Ei vor uns haben, stand bestimmt auch irgendwo, wir hatten ja nach den Bilder gewählt. Nächstes Mal sind wir schlauer. Wir gaben dem „Spätstück“ eine 2. Chance und gingen nochmal in eine 2. Bar. Hier gab es Wassermelone, Mango und einen Mango-Erdbeerfrapee sowie einen Kakao, das hat entschädigt!

Im Anschluss sind wir einfach der Nase nach durch die Gegend geschlendert und haben für den Notfall noch mehr Wassermelone besorgt. Rio isst hier nicht alles, Melone und Ananas mag er aber. Bei der fliegenden Händlerin haben wir 1/4 Melone für 20 Baht bekommen. In der Dämmerung sind wir zum „Heumarkt„, der eigentlich Ploen Ruedee Night Market heißt. Früher konnte man auf Heuballen sitzen und das Essen sowie die live Musik genießen. Heute kann man auf Stühlen und an richtigen Tischen sitzen, gemütlich ist es aber immer noch, auch wenn es jetzt geordneter und kleiner ist. Es gibt in U-Form viele Stände mit den unterschiedlichsten kulinarischen Angeboten. Für uns hat der Bazar den Tag wunderschön abgerundet. Der Vollmond stand hoch am Himmel, eine recht gute Band hat red hot chillipeppers gecovert unsere Kinder haben ausgelassen getanzt und wir haben uns mit Leuten unterschiedlichster Nationen unterhalten.

Mittwoch, 8. Februar 2023

In wenigen Gehminuten unseres Appartements entfernt haben wir eine Bäckerei entdeckt. Es gibt nur 3 kleine Tische vor der Tür, aber die Auswahl war groß. Die Qualität des Gebäcks war super, und die Besitzer sind auch sehr freundlich. Der Kleinste hat im Anschlus ein kleines Schläfchen gehalten und wir haben derweil Schulaufgaben bzw. Arbeit erledigt.

Aus der Stadt in die Berge „Die Verhandlung und Fahrt“

Am Nachmittag wollten wir uns mal mehr bewegen und hatten die Idee, wandern zu gehen. Am Rande der Stadt fangen die Berge an, wo unser Ziel lag. Das Ziel, den Tempel Wat Pha Lat, hatten wir uns über Maps herausgesucht, weil wir gesehen haben, dass es rundherum Wege und eine Straße gibt. Zunächst mussten wir in die Richtung kommen. Wir wissen, dass eine Fahrt zum Zoo zwischen 120 und 150 Baht kosten soll. An der Hauptstraße wurden wir direkt von einem TukTuk-Fahrer angesprochen, welcher erstmal 300 Baht für die Fahrt zum Zoo verlangt hat. Wir haben ihm 150 geboten, die er erstmal abgelent hat, er ist zwar mit dem Preis herunter gegangen, aber unter 200 wollte er erstmal nicht. Ich habe beschlossen mit einem roten Taxibus zu fahren, die sind günstiger. Nachdem wir schon die Straßenseite gewechselt hatten kam der TukTukfahrer herum und hat uns für 150 zum Zoo gebracht. Am Zoo war der Fahrer völlig verdutzt, dass wir nicht mit den Kindern hinein möchten, sodern in einen Taxibus umsteigen wollten, um dann in den Bergen wandern zu gehen.

Vor dem Zoo stehen viele Fahrgelegenheiten und schnell hatten wir jemanden gefunden, der uns noch ein Stück bergauf zu einer von uns gesetzten Markierung im Maps gefahren hat. Es war ganz praktisch, dem Fahrer ein Bild vom Kartenausschnitt zeigen zu können. Bevor wir den Bus fahren lassen haben, hat der Fahrer sein Geschäft gewittert und gefragt, ob er uns später oben abholen soll. Wir waren uns nicht sicher, wie lange wir unterwegs sein würden und hier, wo wir ausgestiegen sind, gab es absolut kein Taxi oder Bus. Bei Einbruch der Dunkelheit wollten wir nicht mitten auf einer verlassenen Straße stehen. Den Preis haben wir auch gleich verhandelt, damit es später keine Überraschungen gibt. Wir haben seinem Vorschlag von 400 Baht zugestimmt, da er eine Anfahrt zu uns hatte und die Strecke etwa doppelt so weit war wie zum Zoo, was unsere einzige Referenz war.

Der Monks Trail zum Wat Pha Lat

Von der Straße gab es einen kleinen Pfad ins grüne Dickicht welcher ersteinmal bergauf führte, die Richtung sah gut aus und der Pfad war gut sichtbar, sodass wir uns auf den verlassenen Weg getraut haben. Zunächst wurde über das Herumstochern mit Stöcken im Laub und den Büschen diskutiert, welches dazu führte, dass wir weitere 10 Minuten erklären mussten, dass die Schlangen und andere Tiere nicht am Wegrand auf kleine Touristen warten, um sie zu verspeisen. Jede Wurzel, Liane und jedes Stöckchen war eine potenzielle Schlange. Je länger wir auf dem Trail liefen, desto öfter kamen uns Leute entgegen und wir haben festgestellt, dass diese Gegend nicht ganz so verlassen ist, wie es anfangs schien. Die Ruhe war toll und besonders die Luft war spürbar besser. Bei einer Trinkpause haben wir einen blauen Vogel entdeckt, man kann ihn auf dem Foto noch erahnen. Ab und zu gab es ein paar Lücken, durch die man auf die Stadt gucken konnte, der Sonnenuntergang ist nicht in weiter Ferne.

Der Pfad führte an einem kleinen Bach vorbei, man hört ab und zu einen kleinen Wasserfall, und das Grün um uns herum war traumhaft, besonders die exotischen Pflanzen! Das Rauschen des Baches wurde lauter und nach einem wunderschönen Blättertunnel erreichten wir eine Art Lichtung. Wir waren schon da! In sportlicher Sicht war es nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, eine Stunde bergauf hätte es schon sein dürfen, aber dafür war der Trail sehr schön und die Aussicht oben sowie die gesamte Anlage waren sehr schön. Den Ausflug können wir empfehlen! Die Tempelanlage ist von der Straße auch erreichbar, diese liegt oberhalb vom Tempel, was man sich gar nicht vorstellen kann, wenn man durch das dichte Grün hinaufläuft.

Zunächst haben wir auf einem freien Felsen im Bach platzgenommen und die Stadt von oben betrachtet. Zu hören war nur das Rauschen vom Miniwasserfall und das Plätschern vom Bach. Nachdem wir uns die Anlage von aussen angeschaut haben, sind wir langsam zur Straße gelaufen und haben gesehen, dass selbst am Abend noch einige Taxibusse warten, um einen wieder herunter zu bringen. Unser Fahrer hat damit gerechnet, dass wir länger brauchen und war zur verabredeten Zeit auch da. Der Rückweg zog sich und wir haben uns den Bus mit Hühnern und später auch mit ein paar Chinesen geteilt. Der Abendverkehr war recht dicht. Wir sind direkt am Markt ausgestiegen und haben gegessen, bevor wir heim wollten.

Der Heumarkt – Ja, schon wieder 🙂

Wieder haben wir Leute kennengelernt. Dieses Mal waren wir uns sehr ähnlich. Über die Kinder kamen wir ins Gespräch und konnten am Dialekt hören, dass leicht berlinert wurde. Es hat sich herausgestellt, dass der Familienvater in der selben Gegend wie Steffen aufgewachsen ist. Wir saßen eine gute Stunde zusammen und haben über dies und das gesprochen, die beiden sind auch Lehrer und haben sogar die gleiche Fächerkombination wie ich :-).

Wir wollten den Markt ausnahmsweise nicht über den Haupteingang verlassen, sondern den ruhigen Weg nehmen, als die Musik gerade gut wurde. Ich wollte das Lied noch zu Ende hören, als Mali vor der Bühne stehengeblieben ist und anfing zu tanzen. Die Band war davon begeistert und hat sich richtig ins Zeug gelegt. Nach kurzer Zeit war die Musik nicht die Unterhaltung am Rande sondern, dank unserer mittlerweile beiden tanzenden Kinder, richtiges Entertaiment. Es haben sich immer mehr Leute vor der Bühne versammelt und sich von den Kindern zum Tanzen mitreißen lassen. Die Band hat bis zum erlaubten Zeitlimit gespielt. Beim letzten Lied wurde eine Polonaise gemacht. Das Trinkgeld für die Band wurde jedenfalls gut aufgebessert :-).

Donnerstag, 9. Februar 2023

Ausflug zu den Elefanten

In Thailand leben ca. 6.000 Elefanten, die Meisten sind an der Grenze zwischen Thailand und Malaysia zu finden. Hier in Chiang Mai gehören Ausflüge zu Elefanten zur Touristenattraktion. Im Gegensatz zu anderen Regionen und Organisationen ist man hier dazu übergegangen, Touren zu veranstalten, ohne die Tiere zu reiten. Vor ca. 10 Jahren war es noch unmöglich eine Tour zu finden, die auf das Reiten verzichtet. Heute ist es zum Glück umgekehrt. Die Elefanten sind nicht an Ketten und werden auch nicht mit einem Hammer getriezt. Zumindest haben wir davon nichts gesehen, auch nicht hinter den Hütten. Ja, gefüttert werden sie trotzdem und ein Leben in absoluter Freiheit ist es nicht. Hier nun unsere Erfahrung – Meru stellt zusätzlich ein Video ein:

ElephantHome Chiang Mai

Es gibt sehr viele verschiedene Organisationen und die unterschiedlichsten Angebote. Im Wesentlichen muss man sich zwischen einer Tages- oder Halbtagestour entscheiden. Das Nebenprogramm unterscheidet sich auch, hier muss man etwas in den Prospekten vergleichen, um das Passende für sich zu finden.

Wir haben über das Internet bei CHIANGMAI Elephant Home gebucht. Man konnte sehen, an welchen Tagen noch Plätze frei sind. Uns kam es (neben anderen Aspekten) darauf an, in einer möglichst kleinen Gruppe unterwegs zu sein. Unser Programm fiel auf folgende Punkte: Besuch eines Local Market, Herstellen von Vitaminbällen, die man später selber den Elefanten geben darf, ein kleines Mittagessen, mit den Elefanten ins Schlammbad und Abwaschen im Fluss, ein Spaziergang mit den Elefanten sowie die Möglichkeit, auf dem Rückweg zur Stadt an einem Wasserfall zu baden.

Das Tagesprogramm startete um 8 Uhr morgens und gegen 18 Uhr waren wir klebrig, schmutzig und müde zurück. Ein junger Mann aus Kanada saß schon im Bus und eine weitere Familie sammelten wir noch ein. Der erster Plan ging schon mal auf. Die Familie kam aus Dänemark und wir haben uns alle super verstanden und unterhalten.

Geschichte am Rande: Wir haben dem Kanadier erzählt, dass unsere Kinder gestern auf dem Markt richtig Stimmung gemacht haben. Darauf fragte er, ob wir die Party am Heumarkt mit der Polonaise meinten. Wir hatten ein Video davon auf dem Handy und er hat sich im Video wiedergefunden :-).

Die Fahrt war viel länger als geplant, eine Straße war wohl gespert und der Umweg über die Autobahn war ewig. Der Local Market war eher ein Stop um auf Toilette zu gehen und sich bei einem Straßenstand etwas zu Trinken kaufen zu können. Wer also auf einen tollen Markt hofft, wird enttäuscht sein. Wir haben die Pause zum Aufwärmen genutzt. Auch wenn wir mit einem roten Taxibus unterwegs sind, ist der Fahrtwind am Morgen frisch.

Wir haben die Elefantenstation gut erreicht und bekamen zunächst etwas albern aussehende Kleidung gereicht. Die Kleidung dient zum Schutz vor Schmutz auf der eigenen Kleidung und auch als Sonnenschutz.

Die erste Aktivität hat besonders den Kindern gut gefallen. Nach und nach hat man verschiedene Zutaten in einer Schüssel zerstampft und sie am Ende in ein Palmenblatt gewickelt. Mit ein paar Sicherheitshinweisen und einem Korb voller Bananen und Zuckerrohr ging es dann endlich zu den Elefanten. Die Elefanten liefen frei herum und jeder der 4 Elefanten wurde von seinem Bezugsmenschen (Mahut) beaufsichtigt. Man sollte am besten eine 1:1 Betreuung für seine Kinder haben, weil die Aufmerksamkeit der Kinder trotz Vorsicht bei dem Elefanten ist, den sie füttern. Die anderen Elefanten könnten in der Zeit aber sich bewegen und das machen sie fast lautlos! Unseren jüngsten hatten wir auf dem Arm und die Großen waren permanent bei einem Erwachsenen. Die Mitreisenden haben uns unterstützt und hatten auch immer ein Auge auf die Kinder. Wir haben die Tiere zu ihren Futterstellen begleitet, auf dem Spaziergang konnten wir z.B. unsere Fragen über die Elefanten stellen. Die Tiere haben auf ihren Mahut gehört und wurden nicht gedrängt, wir sind ihnen eher gefolgt.

Nach dem Spaziergang gab es ein Mittagessen, die Kinder mochten besonders die Wassermelone 🙂 und dann kam der Teil auf den sich besonders Mali gefreut hat. Das Schlammbad! Die Tiere haben sich mit dem Matsch einreiben lassen, allerdings haben sie uns auch am Schlammbad teilhaben lassen und ihre Rüssel voller Freude in die Höhe gestreckt und die Suppe über sich und uns ausgeblasen. Von oben bis unten besprenkelt ging es auf die gegenüberliegende Seite in den Fluss. Mit einer Schüssel konnte man den Dreck abwaschen. An wem? Hauptsächlich an sich selbst! Die Elefanten haben sich waschen lassen, aber sie hatten mehr Freude daran das Wasser mit ihrem Rüssel zu verteilen. Das Flusswasser ist angenehm kühl, aber die jüngeren Gäste mögen es eventuell nicht unbedingt im Gesicht, wer empfindliche Kinder hat kann zuschauen und im Anschluss baden.

Nach dem Besuch bei den eindrucksvollen Tieren stand noch ein Besuch an einem Wasserfall auf dem Plan. Auf der Packliste standen Wanderschuhe, zum Wasserfall waren es keine 5 Minuten durch den Wald, beschwerlich war der Weg auch nicht. Wir hätten uns im Nachinein lieber FlipFlops oder Badeschuhe für die Tour gewünscht. Am Wasserfall waren noch einige andere Badegäste, das Wasser war recht kalt und am Nachmittag lag die Badestelle im Schatten, sodass wir nicht wirklich baden waren. Schön war es trotzdem, ein wenig Schmutz konnte man sich schon abwaschen, bevor es nochmal über eine Stunde im Sammelbus zurück zu den Unterkünften ging.

Ob wir die Tour empfelen können? Einerseits ist es sicher fragwürdig die Tiere zu halten. Ein Teil der Ausflugsgebühren geht wiederum in den Schutz der Elefanten und die Mahut können ihre Tiere pflegen. Vor etwa sieben Jahren war es noch gang und gäbe Touristen auf den Tieren reiten zu lassen und sie in Ketten zu legen. Das große Interesse an den Tieren und der Wunsch die Tiere zu sehen sie aber nicht reiten zu wollen hat immerhin zu einem Umdenken geführt.

10. Februar Chiang Mai „Lazy Day“

Steffen hat heute einen richtig langen Arbeitstag eingelegt. Das Internet hier ist nämlich gut genug ;-). Meru hat eine Anleitung zur Herstellung von Vitaminbällen für Elefanten geschrieben und Bilder für sein Video ausgewählt. Rio war sehr müde und hat gute zwei Stunden geschlafen. Mali hat gemalt.

Kleiner Tipp für Reisen mit Kindern: Wir haben unsere Kleidung in Jutetaschen aufgeteilt. Mit im Gepäck sind Stoffmalstifte, sodass die Kinder ihre Taschen bemalen können.

Wenn man in Chiang Mai eine Unterkunft ohne Pool hat, muss man trotzdem nicht auf das Baden verzichten. Viele Hotels, Hostels oder Gästehäuser mit Pool lassen einen gegen ein kleines Eintrittsgeld den ganzen Tag baden.

Ich musste mir die Zeit mit den Kindern noch eine Weile vertreiben, bevor Steffen mit der Arbeit fertig wurde und war mit den Kindern in einem benachbarten Hotel am Pool. Im Anschluss gabe es noch Fruchtshakes und Mangoeis. Im Hof vor unserer Tür saßen mehrere Babykatzen, die wurden ausgiebig bestaunt, bevor wir uns auf die Suche nach Abendessen gemacht haben. Bislang haben die Kinder jeden Tag etwas zu Essen ausgegeben bekommen, heute war es Pizza von einem Paar aus Spanien und Mango vom Standbesitzer.

Samstag, 11. Februar „Tempel Doi Suthep und Wasserfall Huai Kaeo

Umzug im Gebäude

Morgens mussten wir zunächst unser Gepäck einräumen und innerhalb dieser Unterkunft umziehen. Ursprünglich hatten wir zwei Tage in Chiang Rai geplant. Der weiße Tempel in Rai und der Nachtbasar dort sind sehr schön, aber 3 Stunden mit dem Bus entfernt. Wir hatten alle keine Lust auf längere Fahrten, somit haben wir hier unseren Aufenthalt verlängert und haben 2 Umzüge innerhalb vom Haus in Kauf genommen. Wir wissen zumindest, dass wir auch als 5-köpfige Familie ein „kleines“ Zimmer nehmen können. Dank Zustell-Bett und bequemer Couchkissen konnten wir uns genügend Schlafplätze bauen.

Ausflug

Fahrt und Preis

Mit einem Sammelbus wollten wir in die Richtung vom Zoo und uns von dort zum Tempel durchschlagen. Nachdem wir uns mit dem Busfahrer über den Preis einig waren, bot er uns eine Tour zum Tempel und Wasserfall sowie die Rückfahrt in die Altstadt für 600 Baht an. Ohne weiter zu handeln haben wir das Angebot angenommen. Ich kann schon mal vorwegnehmen, dass es uns das absolut wert war. Hätten wir uns für einen halben Tag einen Fahrer genommen, wären wir etwa auf den doppelten Preis gekommen und mit Umsteigen hätten wir immer wieder neu verhandeln müssen, und wir wären uns nicht sicher gewesen, ob wir wieder in die Altstadt kommen.

Wir hatten schon auf der Fahrt zum Doi Suthep eine tolle Aussicht. Eine sehr gute Straße (die Beste hier in Mai) führt in vielen Serpentinen auf ca. 1000 Meter hinauf. Die restlichen 300 Höhenmeter muss man zu Fuß erklimmen. Es führen rund 200 Stufen hinauf zum Tempel. Der Weg zur Tempelanlage ist gesäumt von allerlei Verkaufsständen. Dieses Mal habe ich an die „Tempelkleidung“ gedacht. In langen Hosen und einer Bluse ging es die Stufen hinauf, oben müssen Ausländer 30 Baht Eintritt zahlen. Die Tempelanlage ist groß und gut besucht. Es gibt direkt unterhalb vom Tempel eine Aussichtsplattform mit grandiosem Ausblick. Die Kinder fanden es interessant, den Flughafen von oben zu sehen, der liegt übrigens mitten in der Stadt. Die Stadtgrenzen waren kaum auszumachen, die Ausdehnung ist wahnsinn, aber irgendwo müssen die mehr als 200 Tempel von Chiang Mai ja auch stehen. Der Tempel war auch von innen sehr schön und sollte ein Ausflugsziel sein, wenn man Chiang Mai ist.

Auf dem Rückweg zum Bus gab es noch Erdbeeren, Wassermelone, Eis und Getränke. Nach zwei Stunden Aufenthalt wurden wir zum Wasserfall mit Badebuchten gebracht. Rio verträgt die Kurven leider nicht, oder etwas anderes (ich habe den Pool von gestern im Verdacht). Am Wasserfall Huai Kaeo mussten wir jedenfalls unsere Kleidung waschen. Zum Glück hatte ich die Tempelkeidung dabei. Pünktlich zur Abendsonne kamen wir an und konnten die Stimmung in dem besonderen Licht genießen. Wir haben von einer Wanderung an den Pools abgesehen, weil es dem Mini nicht gut ging, und die größeren eh lieber Dschungelabenteurer spielen wollten. An der Stelle,, an der wir uns niedergelassen hatten gab es sogar eine kleine Naturrutsche, für die Kinder sollte man unbedingt Badekleidung mitnehmen. Wir haben beschlossen, sofern es dem kleinen Mann besser geht, morgen noch einmal länger zum Baden herzukommen.

Unser Abend war eher mittelmäßig. Wir haben eine Tüte Wäsche zur Wäscherei gebracht. Keine 100 Meter weiter musste sich Rio wieder übergeben und hat dabei die Kraxe erwischt. Im Schnellprogramm haben wir zu Abend gegessen, damit alle schnell unter die Dusche und ins Bett kommen.

Sonntag, 12. Februar

Unsere Woche hier in Chiang Mai geht heute zu Ende. Wir wollten nochmal bei der guten Bäckerei frühstücken, allerdings ist sie sonntags geschlossen. Die Kinder durften entscheiden in welcher Richtung wir unser Frühstück suchen. Wir hatten Nudeln mit Tomatensauce :-). Rio ging es besser und wir konnten zum Baden aufbrechen. Im Sammelbus für 150 Baht ging es zum Zoo. Den Fahrer mussten wir überzeugen, dass wir es schon alleine schaffen den Wasserfall zu finden und 300 Meter auch nicht zu weit sind.

Auffällig war heute, dass überalle Polizei stand. Alle 50 Meter! Beim Aussteigen wurden wir von einem Polizist gebeten zu warten. Wir haben erfahren, dass jemand der königlichen Familie den Tempel besucht, zum Glück waren wir gestern da.

Zwischen dem Zoo und der Straße führt ein schmaler Weg an einer Bar vorbei, das Wasser kann man schon rauschen hören, verlaufen kann man sich auf dem kurzen Stück nicht.

Dieses Mal haben wir auch noch ein paar Sonnenstrahlen abbekommen. Die Kinder haben Dschungelfreunde gespielt und wir konnten die Zeit einfach genießen. Nach einer Weile „Boote“ in die Strömung setzen nahm der Ausflug ein schnelles Ende. Mali hat sich den Fuß aufgeschlagen und hatte Kreislauf. Huckepack zurück zum Zoo und dort mit Sammelbus zurück in die Altstadt. Zuerst ist aber noch der Autokorso der Königsfamilie den Berg heruntergefahren und wir durften eine viertel Stunde warten. Unser erster Halt war eine Apotheke um Pflaster zu kaufen. Diesen Sonntag war der Markt stärker besucht und man hatte es schwer mit dem Essen einen Sitzplatz zu finden.

Aus dem Tempel, welcher mitten auf dem Marktgelände liegt, kamen schöne Gesänge von den Gebeten der Mönche. Vor dem Eingang gibt es einen Ständer mit langen Röcken und Tüchern, Besucher sind willkommen. Die Gebete und die Stimmung waren sehr eindrucksvoll. Die Kinder waren sehr beeindruckt von dem Erlebnis. Ihnen hat es auch gefallen, dass nur gesungen und geschwiegen wird, jeder kann kommen und gehen wann er möchte.

Unter den vielen Besuchern haben wir die Familie aus Dänemark getroffen. Mali hat sich von ihrem Marktgeld gehäkelte Haarspangen gekauft und war stolz wie Bolle, dass sie das ganz alleine geregelt hat. Der Fuß war einen Moment vergessen.

Wir sind nur die Hälfte des Marktes abgelaufen, es war uns zu voll und Mali wollte den Fuß hochlegen.

Morgen ist Abflug nach Kuala Lumpur, zuvor müssen wir aber packen. Der Nachteil beim Reisen mit einer Tasche ist, dass man alles wieder klitzeklein rollen muss, um es wieder in die Tasche zu bekommen.

Fazit

Die Stadt hat eine besondere Atmosphäre und ist trotz ihrer Größe auch mit Kindern ein tolles Ziel im nördlichen Thailand.

Tipps für Ausflüge mit Kindern:

Wohnen innerhalb der Stadtmauer, am besten in Marktnähe, ein Pool ist nicht unbedingt nötig, man kann bei anderen Unterkünften baden.

Ausflüge zu individuellen Zielen mit einem roten Sammelbus machen und Preise vorher verhandeln ;-). Ein Screenshot auf dem Handy von den gewünschten Zielen kann bei der Kommunikation hilfreich sein.

Ausflüge in die Berge, besonders hinter dem Zoo befinden sich verschiedene Wanderwege, Wasserfälle und Tempel. Besonders der Doi Suthep ist wegen der spektakulären Aussicht und Größe sehenswert. Auch die kleinere Tempelanlage des Wat Pha Lat (Phalad) hat sein Flair.

Besuch vom Stadtpark, dort gibt es einen kleinen Spielplatz, in diesem Jahr auch das Flowerfestival.

Besuch vom Sonntagsmarkt und dem Ploen Rudee Night Market.

Durch die Straßen und Gassen flanieren, man entdeckt überall etwas und wird immer wieder von Tempelanlagen überrascht. Leichte, lange Kleidung immer dabei haben.

Genug Zeit mitbringen, es gäbe noch so viel mehr zu unternehmen wie Floß oder Kajak fahren.


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