Donnerstag, 23. Februar 2023 Langkawi
Die letzten zwei Tage bestanden mehr aus Reisen. Die Abreise aus Bukit Lawang begann mit einem Frühstück (Pfannkuchen und Tee) um sieben Uhr. Die Rückreise dauerte trotz „shortcut“ genauso lange wie die Anreise, nämlich dreieinhalb Stunden bis nach Medan. Ab und zu waren Kühe auf der Straße, häufig bestand die Straße aus Geröll und Schlaglöchern und allgegenwärtig waren große LKWs, die Palmölfrüchte transportiert haben. Überholen ist an einigen Stellen nicht möglich und die Rollerfahrer, zum Teil mit Babys und bis zu fünf Personen beladen, müssen auch noch beachtet werden. Wir haben gleich zwei umgekippte Laster gesehen, beide waren mit Sicherheit überladen. Auf der sogenannten Autobahn ist unser Fahrer maximal 70 km/h gefahren. Er hat uns sicher am Flughafen abgesetzt und wir hatten genug Zeit eingeplant.
Durchgestartet
Der Flug verlief abgesehen von ein paar Turbulenzen ganz gut. Im Landeanflug hatten wir eine tolle Sicht auf Penang, kurz vor dem Aufsetzen haben die Turbinen aufgeheult und wir haben wieder an Höhe aufgenommen. Es war einen Moment lang sehr leise im Flieger. Wir sind durch die Wolken, es hat schön gewackelt und wir haben gehofft, dass der Flughafen ein Problem hat und nicht wir. Aus dem Cockpit kam etwa 5 Minuten später auf Indonesisch oder Malayisch die Erklärung. Neben Steffen hat eine Frau gesessen, die es mit Händen gut erklären konnte – Scherwinde. Die Zeit verging und wir flogen und flogen, wahrscheinlich haben wir den ganzen Flugplan in Penang durcheinander gewürfelt. Irgendwann flogen wir in mehreren Kurven scheinbar zurück. Im zweiten Landeversuch in der Gegenrichtung hat die Landung auch gut geklappt. Mein T-Shirt muss in die Wäsche!

Eine weitere Nacht hatten wir in Penang, bevor es nach Kuala Kedah zur Fähre ging. Abends haben wir uns eigentlich nur ums Essen gekümmert, dabei ein sehr nettes Paar aus Norwegen in den Mid-70ern kennengelernt und unsere T-Shirts gewaschen.
Die Fahrt nach Kuala Kedah hat gute zwei Stunden gedauert, weil die Brücken zum Festland recht voll waren. An der Fähre angekommen wollte uns gleich ein vermeidlich netter Mann mit dem Roller zur Tür begleiten und uns dann auf einen günstigen Parkplatz begleiten. Wir haben in aller Ruhe alles aus dem Auto geräumt und sind ganz ohne Hilfe in das Fährterminal spaziert. Einen bewachten Parkplatz haben wir auch ohne Hilfe gefunden ;-). Der hilfsbereite Mann hat wohl keine Lust gehabt, mit den uniformierten Leuten am Eingang des Fährterminal zu sprechen und ist von alleine abgehauen. Man kann direkt an der Fähre auf einem bewachten Parkplatz parken, preislich ist es vollkommen okay, 60 RM für 3 Tage. Im Auto sollte man wahrscheinlich trotzdem nichts liegen lassen.
Die Fährfahrt nach Langkawi verlief, abgesehen von einer überlaufenen Windel (Windelzeug irgendwo unter vielen Koffern begraben), gut. Meru hat mit einem Mann Dame auf dem Tablet gespielt, ihn einmal gewinnen lassen und danach ihn abgezogen :-).
Wir haben eine sehr einfache Unterkunft (Bambushütte auf Stelzen) in der Pampa gemietet. Als wir hier in Fox Hill ankamen waren wir überrascht, wie luxuriös es hier ist. Es gibt sogar einen großen Pool.
Die Besitzer sind sehr hilfsbereit und sprechen gutes Englisch. Am Pool haben die Kinder gleich Spielpartner/innen gefunden. Unsere Nachbarn haben ebenfalls drei Kinder, die auch Englisch und Deutsch sprechen können.
Internet funktioniert hier nicht super, aber es reicht für eine Telko von Steffen :-). Der darf jetzt (1 Uhr eppes ) weiterarbeiten, ich werde die Mücken hier mal ein anderes Opfer suchen lassen.
Freitag, 24. Februar 2023 – Skywalk
Frühstück unter Locals
Im Kühlschrank hatten wir abgesehen von Wasser gar nichts. Einen Supermarkt gibt es nicht in der Nähe, darum haben wir dort gegessen, wo die Locals essen gehen. Wir sind an einem überdachten Straßen-„Restaurant“ gelandet. Es gab viele verschiedene Kisten, Töpfe und Schüsseln mit teilweise abenteuerlich aussehendem Essen. Die Kinder haben sich begeistert einen Teller geschnappt und sich etwas zusammengestellt. Wir haben für vier Portionen und fünf Getränke umgerechnet 4 Euro bezahlt. Das Essen war okay, aber für das nächste Frühstück haben wir uns heute Wassermelone, Milch und Cornflakes besorgt. Wir waren die einzigen Europäer und scheinbar kommen auch sonst eher wenige Europäer auf die Idee, hier zu essen.
Skywalk über den Baumkronen von Langkawi
Unser Ausflugsziel war die Cablecar zur Skybridge. Unsere Idee zur Brücke zu wandern, konnten wir uns abschminken. Es gibt keinen Wanderweg nach oben!
Die Cablecar gehört zu den Hauptattraktionen von Langkawi. Auch wenn die Fotos idyllisch aussehen, es sind Massen unterwegs gewesen. Wir mussten ewig anstehen, zunächst für die Tickets, danach für die Gondel. Getränke durfte man nicht mitnehmen, auch kein Wasser. Das Anstehen bei der Hitze mit Kind auf dem Arm für mehr als sechzig Minuten war nicht so dolle. Oben angekommen musste man sich nochmal an einen Ticketstand begeben, um auch auf die Hängebrücke zu dürfen. Immerhin konnte man oben Wasser kaufen (scheinbar bei Vollmond mit Goldfilter abgefüllt). Abgesehen von dem eher unfreundlichen Personal und den Preisen hatte man von verschiedenen Plattformen immer wieder eine grandiose Aussicht. Wir haben eine ganze Weile oben verbracht, bevor wir auch im 3D-Artmuseum viel Spaß hatten. Der Eintritt für das Museum war im Gondelpreis enthalten und hat besonders den Kindern viel Spaß gemacht. Man hätte noch an einen Wasserfall wandern können, aus der Gondel haben wir sehen können, dass es sich aktuell nicht rentiert.







Zurück in unserer abgelegenen, wunderschönen Bambushütte, sind wir kurz vor Sonnenuntergang in den Pool. Die Kinder haben zusammen getobt, bis die Sonne längst hinter den Bergen versunken war.
Unser Abendessen war „Sup Ayam“. War jedenfalls etwas besser, als unser Frühstück.

Samstag, 25. Februar 2023
Es war ein richtiger Wochenendtag ohne Eile, Hausaufgaben oder Planungen. Morgens haben die Kinder mit den Nachbarkids gespielt. Wir haben auf der kleinen Veranda gesessen und geschaut, was wir in den nächsten beiden Tagen machen wollen und daraufhin nach Unterkünften geschaut. Ausserdem mussten wir nach Alternativen für die Zeit in Johannesburg aufgrund der aktuellen Überschwemmungen suchen.
Den Pool haben wir genutzt, bis Rio ausgeschlafen hatte und sind dann zu einem Strand gefahren, welcher zwar sehr klein ist, aber dafür ist er eher von den Einheimischen genutzt (liegt abseits von der Stadt und Hotels). Auf dem Weg zum Strand haben wir einen Steinofen im Garten gesehen und uns gefragt, ob es dort wohl Pizza gibt. Zu unserer Freude ist es tatsächlich ein Restaurant mit super Bewertung. Wir freuen uns schon auf das Abendessen.
Am Strand sind wir erstmal vorbeigefahren, weil wir keinen Zugang gesehen haben, nicht einmal Wasser war zu sehen. Im Schneckentempo sind wir die Straße nochmal zurückgefahren und haben eine Art Bauzaun entdeckt, da war eine Lücke und dahinter hat sich ein kleiner Parkplatz verborgen.
Der Strand ist wunderschön mit feinem hellen Sand, klarem Wasser und großen Bäumen die genug Schatten spenden. Das Wasser ist schön warm und es geht seicht ins tiefere Wasser. Im Hintergrund ragen kleine Inseln hinaus, es war wie im Katalog. Zwei wunderschöne Eisvögel saßen auch noch im Baum, allerdings nur bis wir den Foto zur Hand hatten.
Wir haben das Planschen genossen, bis uns die Sandflöhe oder Fliegen doch auf den Keks gingen. Wir hatten alle kleine Bisse am Rücken, wollten aber nicht länger in der Sonne bleiben. Abgesehen davon, hat sich ein Affe von der Straße an den Strand verirrt und hat alle unbewachten Rucksäcke ins Visier genommen.
Bis wir uns den Sand und das Salzwasser abgewaschen haben, ist es eh Zeit für die Pizza :-). Mali und Meru müssen allerding noch davon überzeugt werden ihre Freunde jetzt zurückzulassen, um was zu essen. Nach dem Essen müssen wir leider schon packen, morgen geht es zurück auf das Festland. Wenn man nur durch Malaysia reist, dann sollte man auf jeden Fall Zeit auf Langkawi einplanen. Die Landschaft ist schön, es gibt einiges zu unternehmen, man kann aber auch gut entspannen.


Sonntag, 26. Februar 2023, Ciao Langkawi, Hallo Ipoh
Es war ein langer Reisetag. Der Abschied von den neugewonnenen Freunden fiel den Kindern schwer. Die Autorückgabe hat problemlos funktioniert und wir waren pünktlichst an der Fähre. Auf der Fähre roch es nach einem Benzin-Fisch-Gemisch und die Klimaanlage hat das Wohlbefinden nicht gerade gesteigert. Zum Glück hatten wir die Babydecke im Handgepäck. Die Überfahrt hat zwei Stunden gedauert. Da, wo wir unser Auto vor drei Tagen geparkt haben, stand es noch. Wir hatten noch eine fast dreistündige Fahrt vor uns. An einer Raststätte haben wir uns mit Obst eingedeckt und es unter einem Pavillon vernascht. Wir haben uns ausserdem getraut, zwei verschieden gefüllte Klöße zu probieren. Die Füllung war süßlich aber nicht definierbar, es hat geschmeckt und es gab auch kein Bauchweh.
Ipoh liegt am Fuße der Cameron Highlands und ist von vielen kleineren bewachsenen Hügeln und Bergen umgeben.
Bevor wir in das Appartement sind, haben wir bei einem Lotus (das ist hier der große Supermarkt) Kartoffeln und Mischgemüse besorgt. Wir haben alle Hunger auf selbstgekochtes und selbstgewürztes Essen.
Unsere Unterkunft war richtig chic und hat einen Gemeinschaftspool, der sich an die Landschaft anschmiegt. Die Wassertemperatur wurde gleich nach der Ankunft getestet. Die Dämmerung setzte schon ein, Mosquito-Time :-(. Wir haben leider festgestellt, dass unser Herd gar nicht existiert. Statt Familien-Lieblingsessen sind wir nochmal ins Auto gestiegen und haben uns nur auf Pizza einigen können. Richtig begeistert war niemand, satt wurden wir aber allemal.

Montag, 27. Februar 2023, Ipoh
Große Pläne hatten wir für Ipoh nicht. Eine Schmetterlingsfarm in den Bergen war uns zu weit, der Freizeitpark war uns zu teuer und für lange Wanderungen fehlten das Ziel oder der Elan. Wir haben uns für einen Tempel, welcher in eine Tropfsteinhöle gebaut wurde, entschieden. Gute Wahl. Die Anlage ist größer als man glaubt. Über ein paar Stufen gelangt man in das Innere der Höhle, die Tropfsteinformationen sind schön angeleuchtet und hier und da kommt Tageslicht durch Löcher in der Höhle hinein. Auf der Rückseite gibt es einen Durchgang in eine kleine Parkanlage. Es gibt einen Barfußpfad, Tretbote und Mehrpersonen-Fahrräder zu mieten. Die Leihgebühr haben wir uns gespart, da man die Anlage in etwa 10 Minuten (mit kleinen Kindern in 20 Minuten) ausgiebig bestaunt hat. Affen inklusive.
Der Kleinste hat lauthals einen Mittagsschlaf gefordert und die Großen wollten Tischtennis spielen und in den Pool. Während Steffen den Kleinen beim Schlafen bewacht hat, habe ich die Wünsche der Großen erfüllt (okay, ich wollte auch in den Pool). Meru hat noch ein paar Aufgaben erledigt und dann ging es in ein „richtiges“ Restaurant (Citrus Wine & Dine).
Wir haben sehr gut gespiesen!
Zu den Eintrittspreisen in Malaysia:
Die einheimische Bevölkerung zahlt offiziell weniger, weil sie weniger verdienen. Kostenpflichtige Ausflugsziele wie z.B. ein Aquarium, Freizeitpark oder Zoo sind für Ausländer höher bepreist (Festpreis) und entsprechen etwa den Preisen von zu Hause. Einige schöne Ziele wie die Tropfsteinhöhle kosten gar keinen Eintritt und machen trotzdem viel Spaß.





Dienstag, 28. Februar 2023, Kuala Lumpur
Die Batu Caves lagen auf dem Weg zu unserer Unterkunft, somit haben wir uns diese noch angeschaut, bevor wir unser Auto abgegeben haben. Es hat zum ersten Mal, seit wir unterwegs sind, geregnet. Nach ein paar Minuten Regen war es drückend-warm und wir konnten die 262 Treppenstufen in Angriff nehmen. Die Tempelanlage sieht sehr beeindruckend aus und ist sehr schön bunt. Man darf sich allerdings nicht genauer umschauen. Hinter der großen Statue ist ein Graben voller Müll und auch im Tempel liegt überall Müll herum. Vor den Stufen werden Tauben gefüttert, entsprechend findet man überall die Hinterlassenschaften. Selbst die Affen werden angefüttert und sitzen überall. Auch dieser Tempel ist in einer Tropfsteinhöhle. Die Farbenpracht ist kaum zu übertreffen, die Höhle, die wir in Ipoh besucht haben, war aber schöner, größer und sauberer.








Kuala Lumpur ist ein eigenes Kapitel. Wir mögen diese Stadt! Unsere Unterkunft ist ein Highlight (an Unterkünften) auf unserer Reise. Im Gebäude befindet sich ein gehobenes Hotel, aber auch private Wohnungen werden vermietet. Wir haben ein voll ausgestattetes Appartement – mit Herd -. Das Appartement ist günstiger als ein Hotelzimmer, es hat uns nur niemand das Gepäck aufs Zimmer gebracht. Das können wir verkraften, auch wenn wir ab jetzt mit einem recht unhandlichen Kindersitz durch die Gegend reisen.
Endlich gab es unser selbst gekochtes Essen. Steffen hat im Anschluss die Fahrt zum Flughafen auf sich genommen, um das Auto abzugeben. Zurück ging es größtenteils mit der Metro. Ich habe mit den Kindern etwas Milch und Obst gekauft (und Schokolade :-)). Im Anschluss sind wir auf das Sky-Deck in den 51. Stock gefahren. Was für eine Aussicht! Leider sind die Petronas-Towers mittlerweile von einem (für uns neuem) Hotel nicht mehr uneingeschränkt sichtbar. Beschweren können wir uns trotdem nicht, es ist ein unglaublicher Kontrast zu den letzten Tagen und Wochen.
Mittwoch, 1. März 2023, Regentag
Feste Pläne hatten wir kaum, abgesehen von Sandalen für Mali besorgen und am Abend die Wassershow vor den Petronas Towers anschauen.
Zu Fuß ging es Richtung Petronas Twin Towers, dort wird es schon irgendwo eine Mall geben. Ich habe ausnahmsweise ein helles Kleid angezogen, in der Stadt kann man sich ja mal chic machen. Es hat auf dem Weg dorthin leicht geregnet, und wir haben schon bereut, keine FlipFlops an den Füßen zu tragen.
Direkt an den Petronas gibt es eine Mall, es war nur schwierig, über die große Kreuzung zu kommen. Es gab Fußgängerampeln, die wurden aber innerhalb von 20 Minuten nicht eineinziges Mal grün. Wir hatten genug Beobachtungszeit, um zu sehen, wann die Autos aus welcher Richtung kommen und sind gelaufen, als auch andere losgerannt sind.
In der Mall sah es nicht unbedingt so aus, als könnten wir uns ein paar Kinderschuhe leisten. Von Rolex über Dior zu Versace war alles vertreten. Im Stockwerk mit Babyartikeln wurden wir fündig und haben doch etwas ausgesucht, was Mali gefällt und eher in der „H&M -Preisklasse“ liegt. Die Kinder haben einen LEGO-Store entdeckt und sind darin fast eine Stunde verschwunden. Wir haben derweil nebenan einen Tee getrunken und Scones gegessen. Zufällig habe ich einen Schokoladen-Salon aus dem Augenwinkel entdeckt 😉 – das war die nächste Anlaufstelle. Es gab Choc-Shots, kleine Gläser, die mit flüssiger Schokolade am Brunnen abgefüllt werden, ein Träumchen! Auch die Crepes mit Obst waren sehr lecker.
Wir wollten über den Vorplatz mit dem Brunnen zurücklaufen, allerdings haben wir den Regenvorhang gesehen und entschieden, noch einen Moment in der Mall herumzulaufen. Am Ende mussten wir doch durch den strömenden Regen zurücklaufen. Das mit dem hellen Kleid war eine blöde Idee. In einem muslimisch geprägten Land (man kann sich den Gesängen morgens um 6 Uhr kaum entziehen) ist es schon gewagt die Knie und Schultern nicht zu bedecken. Immerhin sah die Unterwäsche wie ein Bikini aus.
Die Kinder haben sich über Tablet-Zeit gefreut, Rio hat etwas geschlafen und ich habe den Fitnessraum in der Sky-Etage getestet. Die Klimaanlage war leider viel zu kalt eingestellt, aber bei so einer Aussicht habe ich selten Sport gemacht. Der Pool ist bei Regen gesperrt, wahrscheinlich weil man nass werden könnte. Jedenfalls konnte ich vom Laufband aus beobachten, wie ein sehr sehr wichtiger Aufpasser reihenweise Leute unfreundlich vom Pool verjagd hat. Als müsste man wissen, das es bei Regen verboten ist, die Aussicht zu genießen, die mit den Wolken schön war.
Meru wollte eigentlich beim Morgenkreis online dabei sein, allerdings ist zu Hause die Krankheitswelle so stark, dass es leider zu wenig Personal gab. In der Kita ist auch seit über einer Woche der Notfallplan ausgerufen. Unverhofft hatten wir Zeit, um zu spielen und zu malen. Draußen schüttet es immer noch, den Pool darf man nicht nutzen und überhaupt hängt unsere nasse Kleidung auf den Möbeln in der Hoffnung, dass sie bei dem Klima trocknet.
Es gab selbst gekochtes Abendessen, man muss es ja ausnutzen wenn man eine Küche mit Herd hat.
Im Anschluss sind wir, wissend dass wir nass werden, zu den Wasserspielen gelaufen. Es sind etwa 27°C, darum ist der Regen nicht wirklich schlimm und dieses Mal habe ich mich auch nicht „chic“ angezogen. Jetzt trage ich doch wieder „Campingkleidung“ auf den Fotos. Den Anfang der Show haben wir leider verpasst, weil wir wieder länger gebraucht haben, um über die Kreuzung zu kommen, dafür haben wir einen ungefährlicheren Weg gefunden. Die Spiele mit Musik finden zu jeder vollen Stunde statt. Die Zeit bis zur nächsten Show zwanzig Minuten später haben wir in der Mall damit verbracht, Obst für das Frühstück zu kaufen. An Der Kasse war die Schlange leider so lang, dass wir die Show komplett verpasst haben. Eine Chance gibt es noch, dachten wir. Mit uns standen einige Leute bereit, aber der Brunnen wurde ausgeschaltet. Wir sahen wohl so bedröbbelt aus, dass uns jemand seinen Regenschirm geschenkt hat.
Es hat immernoch geschüttet und mittlerweile stand das Wasser auch an einigen Stellen mehr als knöcheltief. Ich weiß das genau! Andererseits haben sich die Lichter der Gebäude und Videowände in den Straßen gespiegelt und auch die fallenden Regentropfen konnte man in den Scheinwerfern schön sehen.






Donnerstag, 2. März 2023, zu Fuß durch die Straßen
Es hängen zwar Wolken am Himmel, aber hier und da kommt auch Sonne durch. Perfekt für unsere Pläne. Für das Frühstück war ja schon gesorgt, bei den Zutaten sind wir aber bei unserem Standard geblieben und haben nichts exotisches ausprobiert. Mit der Metro sind wir zwei Stationen nach Bukit Bintang gefahren. Zunächst haben wir uns Streetart angeschaut, zumindest bis die Kinder genug hatten, dann gab es das versprochene „beste“ Eis der Stadt. Die Kinder wissen schon, dass wir in Städten erst etwas Sightseeing machen und dann möglichst die Best bewertete Eisdiele aufsuchen. Wir haben sie gefunden, mitten im Künstlerviertel. Wir durften alle Sorten probieren, bevor wir uns entschieden. Der Besitzer hat uns jedenfalls gut beraten und wir ihm als Dank mehr Eis abgekauft, als wir essen wollten (das haben wir erst bei der Portionsgröße bemerkt). Bis zum Abend brauchen wir jedenfalls nichts mehr.
Mit dem Bus wollten wir nach Chinatown fahren. Nach längerer Wartezeit kam auch der richtige Bus, öffnete die Tür, ließ einen Mann einsteigen, schloss die Tür und fuhr kopfschütteld weiter. Okay, in Malaysia hat das mit dem Busfahren nicht wirklich gut geklappt. Zu Fuß sollen es ungefähr 25 Minuten sein. Deutsche erkennt man hier wohl häufig daran, dass sie laufen. Uns wurde an der Eisdiele schon gesagt, „oh ja ihr könnt das laufen, ein Malaye würde sowas niemals tun“. Die Entfernung war auch kein Problem, die Straßensituation ist nur häufig schlecht. Unterwegs war der Bürgersteig einfach zu Ende, dann kam eine Baustelle, die direkt auf die große 3-spurige Straße führte. Man konnte sich zwischen den wild abgestellten Motorrollern hindurchschlängeln und die Baustelle irgendwie umgehen, aber Fußgängerampeln fehlen auch eindeutig. Wir kamen an. Meru, der sonst immer trödelt, ist über die Verkaufsmeile geeilt, weil er auf keinen Fall den Morgenkreis verpassen wollte.
Es gibt in Chinatown Streetfood (einiges roch allerdings abenteuerlich) und allerlei nachgemachten Markenkram, von der Handtasche über Schuhe zu Uhren, wie man das aus Urlaubsorten auch kennt. Wir haben es gesehen und sind relativ schnell zur Metro gelaufen. Die Metro ist viel zuverlässiger und steht nicht im Stau. Meru saß rechtzeitig am Tablet und war glücklich, dabei gewesen zu sein.
Es zogen zwar Wolken auf, aber es hat nicht geregnet und so konnten wir endlich alle zusammen zum Pool. Das Wasser ist kalt, aber so eine Aussicht hat man beim Schwimmen nicht so schnell wieder. Im Hintergrund türmten sich die dunklen Wolken auf. Uns war sowiso kalt und wir haben alle beschlossen, etwas warmes zu trinken. Kaum waren wir auf dem Zimmer, fing es an zu gewittern. Wir haben es uns auf der Bodenmatratze vorm Fenster gemütlich gemacht und uns die Blitze aus dem 25. Stock angeschaut. Der einzige Nachteil, keiner hatte Lust Essen zu besorgen. Es gab eine Art Resteessen. Jeder hat was anderes gehabt, aber alle wurden satt.
Es hat aufgehört zu gewittern und wir wollten die Aussicht vom Dach nochmal bei Dunkelheit genießen. Am Pool war viel los, überall wurde posiert und natürlich fotografiert. Rio wäre am liebsten nochmal ins Wasser gehüpft.




















Freitag, 3. März 2023, Kuala Lumpur
Schon vor zwei Tagen haben wir Tickets für das KLCC Aquarium gebucht, weil die Wettervorhersage nicht so berauschend war. Kleiner Tipp: Wir haben nach Gutscheinen geschaut und „Skip the Line Tickets“ gefunden, die ab Buchung dreißig Tage gültig sind, und es gab auf den normalen Eintrittspreis 25% Rabatt.
Auf dem Weg zum Aquarium haben wir uns was zum Frühstücken gesucht, unsere Vorräte sind schon aufgebraucht, da es morgen nach Indonesien geht.
Wir sind bei Sonnenschein los, und nach ca. 15 Minuten hat es angefangen zu schütten. Wir sind gerade kurz zuvor in eine Art Diner eingekehrt und sind trocken geblieben. Zumindest war ich das, bis Mali versehentlich ihren Zitronentee über mich geschüttet hat. Das Essen sah auf den Bildern gut aus, aber entweder waren die Eier schlecht (hoffentlich nicht) oder sie haben alles in Limettensaft getränkt.
Der Eingang zum Aquarium ist im Kellergeschoss versteckt, dort hätte man auch eine größere Auswahl zum Essen gehabt. Mit unseren Tickets durften wir zum Glück an der Warteschlange vorbei. Im Aquarium war es allerdings arg voll. Viele der sehr vielen Menschen, haben sich vor die Scheiben gepresst und minutenlange Videos gemacht, ohne kleinere Kinder weiter vorzulassen. Wir mussten die Kinder oft hochheben, damit sie etwas sehen konnten, aber es hat ihnen trotzdem gefallen, besonders das Förderband, welches durch einen Tunnel fährt.
Am Hinterausgang des Aquariums befindet sich ein schöner Park mit Mangroven, einem riesigen Spielplatz und einem Wasserspielplatz. Vom Wasserspielplatz hat man eine tolle Aussicht auf die Petronas. Es war schwül-warm und die Abkühlung am Wasserspielplatz tat gut. Nach einer Weile waren fast alle Leute verschwunden, da haben wir erst bemerkt, dass es regnet. Es waren nur ein paar Tropfen und wir hatten den Spielplatz für uns. Nach sehr langen zehn Minuten Schaukeln sind wir durch das KLCC heim gelaufen, um zu packen. Zu Fuß fällt einem wenigstens auf, wie grün die Stadt ist. Es stehen viele große Bäume an den Straßen, teilweise hängen Lianen herunter und riesige Plamenblätter spenden (in unserem Fall) Regenschutz.
Der Plan war, am Abend die Wasserspiele am KLCC in voller Länge mit Musik anzuschauen, dort etwas zu essen und möglichst um 20 Uhr zurück zu sein.
Das Packen konnten wir in aller Ruhe erledigen, es hat geregnet als hätte jemand die Dusche angestellt. Die 19 Uhr Show rückte immer näher, die dunklen Wolken auch bzw. es kam ständig Nachschub. Wir haben uns erstmal zwei „Not-Suppen“ geteilt und die Passionfrüchte aufgegessen. Es war keine Wetterbesserung in Sicht und wir haben beschlossen, hier in der Sky Bar Deepblue wenigstens die Aussicht zu genießen und etwas zu trinken. Zu den Getränken haben sich noch Pizza und Pommes verirrt und vier Desserts ;-). Es sind sehr coole Fotos entstanden, da die Wolken von den Gebäuden teilweise angestrahlt wurden. Viel zu spät sind wir aufs Zimmer und ins Bett. Morgen geht es um 5:45 Uhr aus den Laken.


