Indonesien – Bali

Samstag, 4. März, 2023 Anreise

Der Tag bestand hauptsächlich aus der Anreise von Kuala Lumpur nach Sanur (Bali). Gegen 5 Uhr mussten wir aufstehen. Am KLIA2, also der andere Flughafen, durften wir wieder bei Air Asia einchecken. Dieses Mal gab es wirklich gar keinen Service. Man musste für das Gepäck die Aufkleber ausdrucken, alles einzeln auf das Kofferband legen und dann fuhren die grüne Tasche, die Kraxe, sowie der Autositz davon. In ein paar Monaten wird das wahrscheinlich der Normalfall sein und wir waren die Versuchskaninchen.

Im Flugzeug: Neben mir und vor Steffen saßen zwei Spanier, die sich sehr lange recht laut unterhalten haben. Das war noch nicht so schlimm, ich höre gerne spanisch und würde sogar gespannt zuhören wenn mir jemand was über seine Steuererklärung erzählt, aber der eine Typ hat sich auf den Gang gestellt und Tanzschritte geübt. Ich kannn jetzt schon sagen, es war nicht „erdig“ genug 😉 (ein kleiner Insider aus Studienzeiten). Ich musste Tanzen belegen und hatte mit meiner Gruppe etwas einstudiert, was sehr zeitaufwendig war. Kurz vor der Tanzprüfung durften wir der Prüferin unsere Darstellung zeigen, um für den letzten Schliff ein paar Tipps zu bekommen. Uns wurde mitgeteilt wir seien nicht erdig genug und sollen nochmal nachdenken. Wir haben alle verständnisvoll genickt und uns für das Feedback bedankt. Letztlich haben wir ein anderes Lied gewählt, mussten alles neu auszählen, unsere Geschichte zum Tanz schreiben und die ganze Nacht üben und darauf hoffen, dass wir der Frau Prüferin erdig genug sind.

Der Spanier ist total nervös auf und ab gehoppelt und hat uns damit völlig kirre gemacht – mehr als eine Stunde lang. Ständiges Rascheln mit einer Plastiktüte im Kino kommt auf das Gleiche hinaus.

Unser Fahrer, eine Empfehlung meiner Tante, war wie verbredet am Flughafen und hat uns sicher zur Unterkunft gebracht.

Die Unterkunft: An ein paar schönen Unterkünften sind wir schon vorbei gefahren und jedes Mal hat man gehofft, dort anzuhalten. Viele kleine und noch kleinere Gassen später fing der Fahrer an zu suchen. Eigentlich gab es nicht viel. Zwei leere Grundstücke mit Müll darauf und streunenden Wachhunden, eine abgerissene Ruine und daran war eine Mauer mit einem Tor befestigt. Wir waren da. An der „Rezeption“ war ein junger Mann, der sein Handy mal auf die Seite gelegt hat, weil Leute vor ihm standen.

Wir haben uns das Zimmer kurz zeigen lassen, weil wir eigentlich gar keine Lust hatten hier in der Gegend zu sein. Das Zimmer war okay, zwar leider ohne die auf den Fotos versprochene Terasse mit Poolblick, aber es gibt ein Bad und genug Schlafplätze. Unseren Fahrer wollten wir nicht warten lassen und haben ihn schon bezahlt. Der war also weg. Wir sollten sofort bezahlen, weil der Mann von der Rezeption noch was Wichtigeres vor hatte.

Wir haben noch schnell am Handy drei der vier gebuchten Nächte storniert und haben die eine Nacht schnell bezahlt. Der Rezeptionist hatte endlich Feierabend und hat sich aus dem Staub gemacht.

Es war schon 17 Uhr, und wir hatten bislang kaum was zu essen. Am Flughafen waren wir noch nicht so hungrig und hatten nur Getränke. Es gab noch einen kleinen Kakao-Unfall. Unfassbar wie viel Kakao in dem mini Becher war! Jedenfalls mussten wir dringend essen, bevor wir uns um die nächsten Übernachtungen kümmern konnten. Noch war es hell und wir konnten uns die Nebenstraßen anschauen. An der Hauptstraße angekommen war es doch nicht so furchtbar, wie befürchtet. Es gibt viele kleine Restaurants, Bars mit live Musik, zwischendurch sehr chicke Hotelanlagen und eine sehr belebte Straße (vor allem Motorroller). Bei einem Mexikaner haben wir uns satt gegessen und ein Getränk entdeckt, was wir uns zu Hause nachmixen wollen (Mandelmilch mit Zimt und Vanille, Eiswürfel und halb so viel Zucker).

Der Strand war nicht weit vom Restaurant entfernt und auch sehr belebt, für unseren Geschmack aber völlig überbevölkert. Die Kinder haben im Wasser gespielt und ich bin die Promenade etwas abgelaufen, um zu sehen, ob es ein netteres Fleckchen gibt.

Ja, es gibt große Bäume, die viel Schatten spenden, viele kleine Bars und sehr schöne Resorts. Spaßeshalber habe ich nach Peisen von einem Resort geschaut. Nicht unsere Preisklasse und für den Ort, immerhin fahren genauso viele Roller und E-Bikes und Scooter herum, würde ich so viel auch niemals zahlen.

Nachdem die Kinder im Bett waren, haben wir nach bezahlbaren Übernachtungsmöglichkeiten geschaut. Das Ende vom Lied ist, dass wir eine weitere Nacht hier verbringen werden und zwei Nächte im Hotel in Strandnähe.

Sonntag, 5. März 2023, Sanur

Nach einer Portion Schlaf und einem sehr leckeren Frühstück sah Sanur schon besser aus. Zufällig saßen wir vor einem PADI-Diveshop und haben beschlossen nachzufragen, welche Ausflüge angeboten werden.

Weil wir mit Kindern unterwegs sind, wurde uns empfohlen, nach Padangbai zu fahren. Pro Person sollte der Ausflug über 60 Euro kosten. In Padangbai haben wir uns einen Schnorchelanbieter online ausgesucht und die Preise dort erfragt. Wenn wir uns einen Fahrer nehmen und direkt an der Tauchschule buchen, zahlen wir für die ganze Familie mit Fahrt 60 Euro.

Auf dem Weg zum Strand kamen wir an einem Barber-Shop vorbei. Seit etwa 5 Monaten frage ich Meru, ob er sich die Haare mal schneiden lassen will. Seine Antwort war immer, erst in zwei Jahren. Für 13 Uhr haben wir einen Termin bekommen. Meru freut sich nicht wirklich, aber ich glaube er war von meiner Fragerei genervt und hat nachgegeben. Ja, er ist auch der Klügere ;-). Es war noch genug Zeit um ein Eis zu essen.

Der erste Friseurbesuch ever. Als ich ein Vorher-Foto gemacht habe, wollte er es sich fast nochmal anders überlegen. Nachdem wir aus dem Laden draußen waren, hat es ihm doch gut gefallen. Zehn Zentimeter von der Gesamtlänge sind ab und er hat einen Undercut bekommen. Sieht super aus.

Am Strand war heute viel weniger los und die Kinder sind sofort ins Wasser abgedüst.

So verging der Tag wie im Flug.

Montag, 6. März, 2023 Sanur

Das Frühstück gestern war so gut, dass wir heute nochmal zu demselben Cafe gegangen sind. Im Anschluss sind wir in eine schönere Unterkunft umgezogen. Wir haben das letzte Zimmer in einem Resort bekommen und haben einen Glücksgriff gemacht. Den super Komfort haben wir gleich ausgenutzt. Es gibt einen großen dreiteiligen Pool und den hatten wir für uns allein. Es lagen ein paar Brathähnchen um uns herum, aber im Wasser waren wir alleine.

Nachdem wir genug geplanscht hatten, war etwas Ruhezeit angesagt und darauf folgte ein schöner Abendspaziergang. Wir wollten in einem der schönen Restaurants oder Bars am Strand zu Abend essen, aber die waren uns doch zu abgehoben. Fast am Ende der Promenade haben wir doch noch was Nettes gefunden. Die Kinder konnten im Sand am Strand unter Bäumen spielen und wir konnten uns auf bequemen Sesseln den Sonnenuntergang anschauen.

Dienstag, 7. März, 2023, Sanur

Mit dem Sonnenaufgang ging es heute los. Der Fahrer war wie verabredet da und hatte sogar genug Sitzplätze für uns alle. Die Fahrt zum Schnorchel-Spot dauerte ca. eine Stunde. In einem Restaurant war eine Ansammlung von Leuten, die ebenfalls einen Schnorchelausflug gebucht haben. Nacheinander wurde man aufgerufen und ist mit einem traditionellen Balinesischen Boot hinausgefahren.

Wir hatten unser privates Boot, wie auch die anderen und sind zunächst zehn Minuten gefahren, um dann neben den vielen anderen Booten zu ankern. Im Wasser verteilt es sich und man hatte nicht das Gefühl, mit vielen anderen Leuten unterwegs zu sein.

Rio ist beim Bootsführer geblieben und hat vom Boot aus Fische gefüttert. Mali war mutig und ist als erste ins Wasser gegangen. Die große Brille mit Schnorchel hat nicht gesessen, zum Glück hatten wir die Chlorbrillen der Kinder mitgenommen. Eine Schwimmnudel wäre auch hilfreich gewesen, es gab zwar Schwimmwesten, aber die schränken einen doch etwas ein. Für Kinder gab es keine gute Ausrüstung. Die beiden haben sich nach ein paar Versuchen daran gewöhnt und sind an unserer Hand mitgeschwommen.

Es gibt noch Riffe mit bunten Korallen :-)!

Es gab viele schöne Fische, die ich leider nicht alle benennen kann, aber ich kann sagen, dass wir mehr bunte Korallen und Fische gesehen haben, als vor vier Jahren am Great Barrier Reef.

Es gab leider keine Unterweisung, dass man z.B. keine Korallen berühren oder gar mitnehmen soll. Auch eine Übersicht mit Fischarten oder Sicherheitshinweise haben gefehlt. Bei so vielen Booten wäre es schon wichtig, darauf hinzuweisen, dass man ab und zu aufschauen sollte, es gab stärkere Strömungen.

Am ersten Spot sind wir nacheinander mit je einem Kind unterwegs gewesen, dafür hatten wir sofort überall etwas zu sehen. Es gab neongelbe, orangene, grüne und lila-blaue Korallen. Einen Seestern, eine Schildkröte und viele verschiedene bunte Fische.

Der zweite Spot lag in einer Bucht (blue lagoon), wo es Strömungen mit großen Temperaturunterschieden gibt. Man musste vom Boot etwas weiter in Richtung Bucht schwimmen, weil die Korallen recht flach unter dem Wasser liegen. Auch hier haben wir ganz viele verschiedene Fisch- und Korallenarten gesehen. Besonders ein großer Regenbogenfisch hat uns beeindruckt, dem haben wir länger zugeschaut.

Mali fiel kurz vor der Rückfahrt ein, dass sie auch gerne nochmal schauen möchte. Der Bootsmann hat nicht gehetzt und auf die Uhr geschaut, sondern uns alle Zeit gegeben, die wir wollten. Während der kurzen Fahrt hat er nach Schildkröten Ausschau gehalten und uns auch welche geboten (leider hatten wir kein Trinkgeld für ihn dabei, er ist auch gleich mit den nächsten Gästen weitergefahren, nachdem wir abgesetzt wurden).

Kann man es empfehlen die Schnorcheltour alleine zu organisieren?

Jain! Wenn man wenig Erfahrung hat oder ängstlich ist, oder Kinder dabei hat, die zum 1. Mal schnorcheln gehen ist es wahrscheinlich besser bei einem PADI-Diveshop zu buchen. Es ist ungefähr dreimal so teuer, aber man hat wahrscheinlich gutes Equipment und bekommt bestimmt auch ein paar Dinge erklärt (ist meine Vermutung).

Der Schnorchel-Spot ist derselbe und man muss genauso gut auf sich aufpassen, damit man nicht abtreibt oder versehentlich zu nah an eines der Boote gelangt (man schaut ja meist nach unten und nicht in die Luft).

Die Anreise mit eigenem Fahrer war günstig, gar kein Problem und wir haben gleich eine Fahrgelegenheit für die Weiterfahrt nach Ubut vereinbart.

Was auf der „Packliste“ des Schnorcheltour-Anbieters fehlt, ist ein UV-Shirt und wenn man mit Kindern schnorcheln geht, würde ich eine Schwimmhilfe zum Festhalten mitnehmen, sowie eine Schwimmbrille, die dem Kind passt.

Eine andere Idee ist, die Blue Lagoon ausfindig zu machen und sich mit dem Auto dort hinbringen zu lassen um dann vom Strand aus zu schnorcheln.

Mittwoch, 8. März, 2023, Ubud

Die Anreise nach Ubud war entspannt. Wir konnten bis 12 Uhr auschecken, somit konnten wir ausschlafen, packen und uns was zum Frühstücken suchen. Zum Abschluss waren wir mal woanders essen, die Kuchenauslage sah sehr verlockend aus. Coconut Pie ist gewöhnungsbedürftig, man muss die Konsistenz von frischer junger Kokosnuss mögen.

Auf der ca. einstündigen Fahrt nach Ubud lag ein Schmetterlingspark. Auf Langkawi war uns der Eintritt zu teuer, hier ist waren es für Erwachsene ca. 6 Euro. Den Park hatten wir für uns alleine. Groß ist der Park zwar nicht, aber sehr schön angelegt. Wenn man möchte, kann man Badesachen mitnehmen und gegen einen Aufpreis den Wasserpark nutzen. Wir haben stattdessen ein Eis gegessen, welches sehr lecker war. Die meisten Eissorten waren aus echten Früchten hergestellt und haben wirklich nach dem geschmeckt, was angepriesen wurde.

Ab Ubud war die Straße sehr dicht, Motorroller und Autos bis zum Horizont. Nach 20 Minuten Stop and Go kamen wir der Unterkunft nahe, und wir haben schon befürchtet, dass es sehr stickig und laut sein wird. Auch als wir von der Hauptstraße abgebogen sind, waren überall Rollerfahrer. An einer Gasse, durch die kein Auto passt, haben wir gehalten, da irgendwo muss es sein. Tatsächlich muss man ca. 150 Meter zu Fuß zurücklegen und in der verwinkelten Gasse ein paar Stufen aufsteigen, um zum Guesthouse zu kommen.

Die Rezeption sieht eher wie ein Verkaufsstand an der Straße aus, aber von dort ging es nochmal weiter in die Straße hinein, bis wir an einem hübschen Holztor mit Schnitzereien stehengeblieben sind. Dahinter liegt ein schöner Garten mit Pool, von dort mussten wir durch ein weiteres Tor und hier waren wir:

Wir haben einen kleinen Garten mit privatem Pool, einer Lounge, einer Outdoor-Küche mit Herd ;-), sowie ein Zimmer im Erdgeschoss mit Doppelbett (und einigen Ameisen am Boden). Dahinter liegt das Outdoor Bad mit einer coolen Dusche mitten im Grünen, auch das WC steht sozusagen in einem Garten. Ein weiteres Zimmer befindet sich im Obergeschoss mit viel Platz, mit einem weiteren Bad und einem Balkon mit Blick auf Reisfelder. Gekkos, Ameisen, Tausendfüßler und Frösche gehören hier zum Ambiente dazu. Das ist uns allemal lieber, als Abgase und Lärm. Es liegt ein Tempel in der Nähe und man hört Musik, Roller hört man auch, aber es hält sich noch in Grenzen.

Wir waren hungrig, und da wir endlich wieder eine Küche hatten, wollten wir unsere Nudeln mit Tomatensauce aufbrauchen. Ja, ein Herd ist da, aber leider keine Töpfe, kein richtiges Besteck und überhaupt scheint hier niemand je den Wunsch geäußert zu haben, kochen zu wollen. Nachdem wir aus dem dazugehörigen Frühstückshaus einen Topf (mit schwarzem Boden) bekommen haben, war die Gaskatusche leer. Der Topf hatte ausserdem ein Loch! Wir haben nicht aufgegeben und am Ende hatten wir gekochte Nudeln, kreative Werke werden wir hier nicht zustande bringen.

Nachdem der Pool ausgiebig getestet wurde, sind wir einfach losspaziert um uns die Gegend etwas anzuschauen. So schön die Tempel hier auch sein mögen, der Straßenverkehr ist sehr anstrengend und nervig. Mit Kindern ist es nicht entspannt, obwohl die ganzen Geschäfte, Stände, Gassen zum Flanieren einladen. Die Leute sind freundlich und die Bars haben vielfältige Angebote, auch was die Musik betrifft. Wir kamen aus einer Nebenstraße mit vielen Verkaufsständen (auch hier fahren auf einem Meter Breite Motorroller durch!) an eine Bar mit schöner Livemusik. Wir wurden an einen Tisch geführt, der dann doch wieder an der Hauptstraße lag.

Die Säfte waren frisch gepresst und die Musik war super, darum war es trotz Straße schön.

Es gibt an jeder Ecke Yogastudios, Kurs, Angebote und die Umgebung ist sehr schön, die vielen Motorroller die aus den kleinsten Ecken geschossen kommen nehmen leider einiges vom speziellen Flair hier in Ubud.

Wie das Straße überqueren in Ubud funktioniert:

Mit Motorroller-lenker-breiten-Abstand an den Straßenrand stellen, Hand heben und ein „bitte halte an“ Zeichen geben, langsam losgehen und zügig auf die andere Seite retten.

Andernfalls sollte man sich Anderen anschließen und trotzdem immer darauf achten, dass nicht doch ein Motorroller von der „falschen“ Seite kommt.

Nachdem die Kinder im Bett waren, konnten wir uns einen Tee machen und den Abend genießen. Bei so manchem Rascheln muss ich doch gucken, ob sich eine Schlange oder nur eine Kröte verirrt hat.

Donnerstag, 9. März, 2023, Ubud

Die erste Nacht im tollen Anwesen war eher unruhig, einige Geräusche sind ungewohnt. Ich bin kurz nach dem Einschlafen aufgewacht, weil ich dachte, die Kinder würden unten schreien. Es hat sich herausgestellt, dass die Nachbarn heimkamen und deren Kinder laut waren. Rio konnte auf seiner Luftmatzratze leider auch nicht gut schlafen, also haben wir uns aufgeteilt, sonst hätte ich keine Ruhe bekommen. Ein Erwachsener mit Kind unten und einer mit den beiden Kleinen oben.

Den Vormittag haben wir im Garten verbracht. Meru hat Schulaufgaben erledigt, Rio hat Mittagsschlaf gehalten und Mali war planschen.

Es war heute bedeckt und es kam einem nicht so heiß vor, perfekt um über den Markt zu spazieren. Die Marktstraße ist ca. 600 Meter lang und 2 Meter breit. Es fahren ständig Autos durch, sodass das Flanieren einfach keinen Spaß macht. Sobald man stehen bleibt, weil man für die Fahrzeuge Platz machen möchte, wird man sofort von Händlern angesprochen, in der Hoffnung, man kauft etwas.

Wir waren tatsächlich auf der Suche nach einem Kleid für Mali, einer Sonnenmütze sowie einem UV-Shirt. Einen schönen gehäkelten Hut in Regenbogenfarben haben wir auch gefunden. Mali ist sehr glücklich mit ihrem Kauf und stolz, dass sie den Preis selber verhandelt hat. Es gibt viele tolle Handarbeiten und ich würde am liebsten ein paar Häuser damit einrichten. Am Ende der Marktstraße gab es Getränke in wundervollen Farben, besonders Drachenfrucht ist sicher gut geeignet, um etwas violett einzufärben. Unser Weg führte zunächst durch einen sehr schmalen Gang auf eine sehr stickige Straße. An der Hauptstraße lag ein Laden, der UV-Kleidung für Kinder führt, bis dorthin haben wir hier und da geschaut, was so verkauft wird und immer freundlich den Kopf geschüttelt und die Angebote abgelehnt. An einem Stand gab es Didgeridoos in Schneckenform, sah etwas aus wie das Posthorn, klingt aber wie ein Didgeridoo. Auch bei der UV-Kleidung waren wir erfolgreich, und es wurde Zeit für das Abendessen.

An einem kaum sichtbaren Eingang hingen Lichterketten, die haben Rio so gut gefallen, dass er uns dorthin gezogen hat. Uns wurde gleich ein Tisch für 5 Personen angeboten, und wir sind der Dame hinterherspaziert. Erst als wir im Innenhof waren, konnte man sehen, dass es auch um die Ecke vor einem Tempel Sitzplätze gibt. Unter einem Pavillon mitten im Grünen und vor dem Tempel haben wir uns niedergelassen.

Die Portionen waren sehr klein, dieses Mal haben wir lieber nur einen Teller bestellt, damit es nicht wieder zu viel ist. Prompt mussten wir zwei Mal nachbestellen. Rio hat besonders viel mitgegessen, der konnte, weil wir auf dem Boden saßen, von Teller zu Teller gehen und hat sich sein Essen ausgesucht. Nudeln mit Knoblauch und Parmesan waren sein Favorit.

Kurz bevor wir an unserer Unterkunft ankamen, haben wir gegenüber einen Sing-Sang gehört und ein Feuer gesehen, um das in weiß gekleidete Leute saßen. Mali: „Was machen die Leute da“? Papa: „Das ist eine Zeremonie“!

Mali: „Ahhh, also bei einer Zeremonie sitzen Marshmellows um ein Lagerfeuer und singen“.

Freitag, 10. März, 2023, Ubud

Es war sehr warm und noch vor dem Frühstück waren wir im Pool. Nach dem Frühstück waren wir das zweite Mal im Pool, während Rio geschlafen hat. Erst am späten Nachmittag sind wir losspaziert. Dieses Mal sid wir über den anderen Künstlermarkt geschlendert. Mali hat während der Trinkpause einen Stand mit Kleidern entdeckt und konnte sich länger nicht entscheiden, welches sie nehmen soll. Nach fleißiger Anprobe wurde es das, was sie schon als erstes an hatte.

An einer fast eingewachsenen Bar mit noch mehr Blumen vor dem Eingang wollten wir zu Abend essen. Nachdem wir die Karte mit den Preisen in der Hand hielten, entschieden wir uns doch nur für ein Getränk. Hinter uns saß eine nette junge Frau, mit der wir schnell ins Gespräch kamen. Die Kinder haben ihr alles Mögliche erzählt, von der Zahnfee über unsere Weihnachtsbräuche bis zur Katze daheim, war alles dabei. Emily, so heißt die Frau, hat aber auch viele Fragen gestellt und ebenfalls erzählt. Am Ende waren mehr als eineinhalb Stunden vergangen, und wir hatten noch nichts gegessen.

Planlos sind wir unbekannte Wege entlangelaufen und dachten, wir würden schon etwas heimwärts laufen. Sind wir nicht. Dafür haben wir ein super Restaurant namens KAFE erwischt. Wie wir mittlerweile wissen, sehen die Restaurants oben, oder hinter der Fassade sehr schön aus. Es war für jeden Geschmack etwas dabei, und wir haben gut gegessen.

Der Heimweg hat sich sehr gezogen. Wir mussten die gesamte Strecke nochmal zurück laufen, weil es keinen Weg über den Bach gibt. Rio ist noch im Restaurant eingeschlafen und ich wollte ihn nicht in die Kraxe setzen, somit habe ich das kleine Klößchen ca. 2km heimgetragen. Steffen ging es heute nicht so gut, der hatte Tragepause.

Samstag, 11. März 2023, Ubud

Der Tag hat wieder mit Planschen begonnen. Nach dem Frühstück war Schule bzw. Mittagsschlaf angesagt. Unser Ziel war der Monkey Forrest, die 2,5 km sind wir hingelaufen. Der Eintritt ist relativ teuer, wenn man bedenkt, dass die Longtail Makies sowieso überall sitzen. Der Wald ist allerdings sehr schön und abgesehen von Affen kann man auch einfach die Naur mitten in der Stadt genießen. Meru hatte gleich zu Beginn ein Affen-Erlebnis. Er stand an einem Geländer und hat einer Gruppe von Affen zugeschaut, wie sie nacheinander ins Wasser springen, als plötzlich ein Affe direkt vor ihm auf dem Geländer saß, und ihm an den Haaren gezogen hat.

Samstags gibt es eine Show mit Balinesischen Tänzen und Musik, den Kindern haben die Kostüme gefallen und wir brauchen keine teuren Eintrittskarten für die überall angebotenen Tanz-Dinner zu kaufen. Bestimmt wird beim Dinner mehr getanzt und die Kostüme sind noch prachtvoller, aber uns hat das spontane Programm heute genügt. Bis der Park geschlossen wurde, sind wir noch durch den Wald spaziert und haben neben riesigen Bäumen und Mangroven natürlich auch viele Affen gesehen. Mali hatte am Ende auch ein blödes Affen-Erlebnis gehabt. Einer der Besucher hat ein Stück Maiskolben hinter sie geworfen und gleich zwei Affen haben sich darauf gestürzt, der Affe, der nichts bekommen hatte, ist mit den spitzen Zähnen auf sie losgerannt. So ein XXX. Nur Rio mag die Makies noch.

Die 2,5 km sind wir auch zurück gelaufen. Die Kinder wollten Nudeln essen, also sind wir heim und haben gekocht. Kaum ist das Schloss zugefallen waren wir im Wasser. Eine Wohltat! Wann kann man schon direkt nach einem langen Tag im Dunkeln unterm Sternenhimmel, bei Froschgequake, während Nudeln kochen, … ins Wasser springen? Ich glaube, es war auch der beste Ort, um sich von den Mücken fern zu halten.

Sonntag, 12. März 2023, Ubud

An jeder Ecke sieht man Werbung für Ausflüge. Darunter ist auch eine Dschungelschaukel, die haben wir uns in der Hinterhand gehalten, falls wir sonst keine Pläne haben. Heute war der Tag. Gleich vor der Tür haben wir einen Fahrer aufgegabelt, oder er uns und los ging’s.

In diesem Absatz die Kurzversion:

  • Anbieter vergleichen rentiert sich, Achtung beim Mindest- und Höchstalter.
  • Leihkleider sind vorhanden
  • Fotografen gibt es (bei manchen Anbietern kostet der Service extra), man braucht eine gute Handykamera, aber eine gute Spiegelreflex-Kamera ist nicht notwendig
  • Tickets kann man online buchen und man bekommt einen Rabatt
  • Es macht Spaß!
  • Die Anbieter reihen sich aneinander, und man sollte genau gucken, ob man an der ausgesuchten Stelle ist
  • Voller Akku

Ausführlich:

An der Schaukel angekommen, konnte man gleich andere Leute beobachten. Mali und ich haben schon gedanklich ein Kleid zum Schaukeln ausgesucht. Der erste Dämpfer kam aber gleich. Die Ticketverkäuferin hat uns eine Preisliste in die Hand gedrückt. Demnach hätten Kinder Eintritt gekostet, aber unter 12 Jahren ist das Schaukeln nicht möglich. Die Preisliste hat nicht mit dem, was wir im Internet gesehen haben, übereingestimmt. Online haben wir nochmal nach Rabatt-Tickets geschaut und welche gefunden. Wir saßen der Dame zu lange am Tisch, und sie wollte wissen welches der Ticketpakete wir buchen. Steffen hat ihr dann gesagt, dass wir die Tickets online buchen, da wurde sie richtig pampig. Als wir ihr den Preis gezeigt haben sagte sie dann, wir wären an der falschen Schaukel und sie würde unseren Fahrer anrufen.

Google Maps ist an dieser Stelle nicht so genau und es gibt die ganze Straße entlang mehrere Schaukeln und Anbieter. Das, was wir uns ausgesucht hatten, war 150 Meter weiter. Zum Abschied hat Rio noch lieb Beybye gesagt und die Frau hat ein Lächeln zustande gebracht. Wir mussten ihr aber noch erklären, dass sie uns kein Taxi rufen braucht. Sie hat sich wahrscheinlich gedacht „diese unverbesserlichen Idioten, wie können die ihren Kindern bloß 150 Meter laufen zumuten, naja nich mein Problem ich habe es versucht“ oder so ähnlich.

Wir kamen an eine völlig leere Station, abgesehen von Personal war niemand da. An der anderen Schaukel war richtig viel Betrieb. Wir wurden gleich lieb begrüßt und haben ein Welcomedrink bekommen. Ich wurde gleich zu den Kleidern geführt und konnte mir etwas aussuchen. An der anderen Schaukel konnte man einen Fotografenservice dazu buchen. Uns ist in dem Moment eingefallen, dass wir unsere gute Kamera an der Unterkunft vergessen haben.

Nachdem ich im Kleid verpackt war, es sieht viel schöner aus, als es sich angefühlt hat, wurden wir an eine Nestschaukel geführt und von zwei Leuten vom Personal begleitet. Die Beiden haben sich um uns gekümmert, als wären wir königlicher Besuch aus einem fernen Land. Auch die Kinder wurden in Szene gesetzt und haben Spaß gehabt.

Die Aussicht, die man dort hatte, war unglaublich schön. Unter uns schlängelte sich der Fluss, wo andere Leute raften und das grüne dschungelige Tal hat sich unter uns bis zum Horizont erstreckt.

Ich habe mich als Erste auf die Schaukel getraut. Einer hat angeschaukelt und der Andere hat Anweisungen gegeben und fotografiert. Das Schaukeln hat richtig Spaß gemacht und da kaum Betreib war, durften wir länger schaukeln. Die Kinder hatten erstmal noch nicht das Bedürfnis, es zu probieren, aber sie haben schon eine Schaukelbank und ein Trampolinbett gesehen. Die Schaukelbank war mit Blick zum Berg und nicht ins Tal, da sind gleich alle Kinder hingerannt. Rio durfte auf dem Schoß auch mit. Es hat den Kindern so viel Spaß gemacht, dass wir wahrscheinlich 5x so lange an der Schaukel waren als es üblich wäre. Die Angestellten hatten scheinbar Spaß daran und haben uns kräftig angeschaukelt. Als wir an der letzten Schaukel angekommen waren, die ebenfalls den Blick zum Berg hatte und beide Kinder darauf Spaß hatten, hat Meru es sich nochmal überlegt und wollte nun doch die „Swing-Extreme“ ausprobieren. Gerade als er sich durchgerungen hat, kam eine große Gruppe von Leuten. Ich habe unsere persönliche Crew gefragt, ob die Kinder doch nochmal zur großen Schaukel dürfen. Es war gar kein Problem. Wir haben in der Wartezeit nochmal etwas getrunken und schon waren wir dran. Meru war ausnahmsweise der Mutigere und ist zuerst auf die Schaukel geklettert. Der Anschubser hat nach jedem Schub gefragt, ob er noch höher will und Meru hat „weiter bzw. stopp“ gesagt. Letztlich war er fast auf Maximumhöhe. Hinterher meinte er er kann, das Adrenalin sogar in den Haarspitzen zu spüren, aber es hätte sooo viel spaß gemacht, dass er sehr froh ist, es doch probiert zu haben. Mali wollte nur von mir angeschaukelt werden, aber nach kurzer Zeit hat sie sich auch ganz schön hoch getraut.

Unser Ausflug hat sich als Fotoshooting mit super-Funfaktor herausgestellt. Es gibt für Adrenalinjunkies spannenderes, aber das war für die ganze Familie Spaß, und uns hat es genügt, 80 Meter über dem Boden zu schaukeln. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es so ein „großes“ Fotoshooting wird.

Wer in Ubud ist und Lust hat, ein paar schöne Fotos über den Baumwipfeln zu machen, sollte unbedingt zu einer der Schaukeln fahren. Es lohnt sich die Anbieter zu vergleichen. Es gab überall Leih-Kleider gegen einen kleinen Aufpreis. Der Fotoservice war bei uns kostenlos (Trinkgeld sollte man sich mitnehmen, zumindest bei Picheaven ist das Personal sehr freundlich, geduldig und hat Spaß am Job). Die Sets unterscheiden sich bei den Anbietern und bei manchen gibt es Pakete zu buchen, die nur bestimmte Schaukeln oder ein Mittagessen enthalten. Auch beim Alter sollte man sich vorher erkundigen. Die Sitzfläche der Schaukeln beachten, die wir hatten, waren kleiner und somit waren die Seile zum Festhalten enger aneinander. Sicherheitsgurte gabe es für alle Altersstufen. Der Eintritt war unter 12 Jahren frei und es gibt auch Nicht-Schaukelnde Sets für die ganze Familie, falls die Kinder gar nicht schaukeln wollen. Ach ja, es war gar nicht schlimm, dass wir keine Kamera hatten, das Personal kennt sich mit den Handys super aus und hat auch Tricks auf Lager, die mit einer Profiausrüstung nicht so einfach funktioniert hätten.

Überwältigt von so viel Spaß und Freundlichkeit, haben wir uns gleich zum Restaurant KAFE fahren lassen. Der Fahrer war ebenfalls sehr freundlich, der hat viel länger gewartet, als wir ihm angekündigt hatten. Dafür haben wir ihm doch etwas mehr gezahlt (hat er aber nicht verlangt) und er fährt uns auch zur nächsten Unterkunft.

Obwohl wir sehr müde waren, eine Runde in den Pool sind wir vor’m Schlafengehen noch gehüpft. Das Baden haben wir hier absolut ausgekostet.

Montag, 13. März 2023, Ubud

Die Sonne wollte heute nicht so richtig aus dem Quark kommen, das war uns aber auch ganz recht. Nach einem kleinen Mittagsschlaf bzw. Strecken-Tauch-Übungen, sind wir an den Reisfeldern direkt hinter unserem Gästehaus zum Campuhan Ridge Wandergebiet aufgebrochen.

Der Weg ist befestigt und ist ca 2km lang. Man hat unterwegs eine tolle Aussicht und sieht nicht, dass man in der Stadt ist. Die Kinder haben am Wegrand Mimosen gefunden und hatten ihren Spaß damit, die Blätter zu schließen. Am „Gipfel“ angekommen hat uns die Eistruhe mit dem selbstgemachten Smoothieeis angelockt. Wir haben es uns an einem Bodentisch gemütlich gemacht und hatten eine sehr schöne Aussicht. Ich habe mir das Dorf noch angeschaut, welches sehr idyllisch in den Reisfeldern liegt. Hier fahren deutlich weniger Stinke-Roller, aber dafür gibt es einige wilde Hunde. Wahrscheinlich kann man hier oben sehr luxuriös für wenig Geld wohnen und auch die Yogaeinheiten stelle ich mir hier schön vor (einige reisen nur für Yogastunden hierher). Nachdem wir je zwei Eis gegessen hatten, sind wir ins Tal und noch bis zum Fluss gelaufen.

Keiner hatte Lust weit zu laufen, um etwas zu essen, also haben wir ein Restaurant in der Nähe getestet, das Curry war gut bewertet. Vor’m Schlafen ging es nochmal in den Pool und wir haben endlich das Tier entdeckt, was wir ständig hören, aber nie gesehen haben, weil wir nach einem Vogel gesucht haben. Das Geräusch kommt aber von einem Tokeh-Gekko Männchen, welches nachtaktiv ist.

Dienstag, 14. März 2023, Saba

Die letzten beiden Tage auf Bali sind angebrochen und wir haben mittlerweile Kleidung, welche zu klein geworden ist. Bevor wir den Ort wechseln, wollten wir die Kleinigkeiten an eine bedürftige Frau mit ihrer Tochter geben. Leider konnten wir die Beiden nicht finden. Wir sind nochmal den kleinen Künstlermarkt abgelaufen und kamen an dem Stand vorbei, wo Mali sich ein Kleid gekauft hatte. Die Verkäuferin hat schon von weitem „Mali“ gerufen. Die Verkäuferin kannte genug Leute in der Straße mit kleinen Kindern, und wir wurden unser Zeug schnell los.

Bevor wir abgereist sind, ging es aber nochmal in den Pool. Die Fahrt von Ubud nach Saba dauerte nicht lange und es war noch viel vom Tag übrig. Unsere Unterkunft liegt weit genug von der Hauptstraße entfernt, und hier fahren fast gar keine Autos/Roller. Von Aussen sieht das Haus nicht sonderlich einladend aus, aber hinter der Mauer verbirgt sich ein schöner Garten, ein tolles Gästehüttchen und im Hintergrund hören wir die Wellen den Strand heraufrollen.

Apropos Strand, genau den wollte wir gleich testen, es war nämlich sehr heiß. Zum Strand komme ich gleich.

Zuerst mussten wir uns noch um das nächste Mietauto kümmern. Es gab etwas Verwirrung, da wir bestätigen sollten, dass wir nur mit zwei Kindern reisen. Für Australien ist ein kleiner Campervan gemietet, welcher Platz für fünf Personen bietet. Wir haben durchaus einige Camper gesehen die zwar fünf oder sechs Schlafplätze bieten, aber nur vier Sitzplätze. Jetzt kommt die Vermietung fünf Tage vor Reiseantritt und erzählt uns, dass es nicht genug Dreipunkt-Gurte gäbe, wenn wir mit drei Kindern reisen. So eine Sch…. Wir haben hin und her überlegt, was wir nun antworten, wir wollen ja nicht in Schwierigkeiten kommen. Nachdem wir unsere Buchung nochmal überprüft haben, konnten wir im Kleingedruckten zwei verschiedene Angaben finden und wurden doch etwas nervös. Es gab einmal die Angabe fünf Gurte und Sitz- bzw. Schlafplätze und weiter unten stand, es gäbe Zwei- und Dreipunktgurte. Beim Nachlesen der Australischen Regelungen haben wir gesehen, dass Kinder ab acht Jahren keinen Kindersitz mehr benötigen. Wir haben der Vermietung ein Foto der Sitze, ihrer eigenen Beschreibung und das Alter der Kinder geschickt. Zum Glück passt alles. Meru dürfte schon mit Zweipunktgurt fahren und zählt nicht als Kind. Schwein gehabt!

Zurück zum Strand. Gut eingekremt, mit Wasser, Handtüchern, Sonnenhut und -brille bepackt sind wir zum Strand losmaschiert. Das Geräusch der Wellen ist nicht zu überhören. Ein sehr schmaler Pfad mit großen Löchern im Boden, hier gibt es ganz sicher Schlangen, führte ins dichte Grün. Ein paar gestapelte Steine führten auf eine kleine Mauer, auf der man zwischen angespühlten FlipFlops und anderem Müll über Treibholz balancieren konnte, um endlich am Strand anzukommen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Rechts von uns lag eine kleine Bucht mit riesiger Baustelle dahinter und links von uns erstreckte sich ein langer schwarzer Strand mit unfassbar viel angespültem Müll. An der Wasserlinie entlang laufend hatten wir die Hoffnung, dass es weiter weg besser würde. Da die Brandung sehr stark war, die Sonne erbamungslos auf uns schien und auch im Wasser überall Müll herumtrieb, haben wir nach wenigen Metern aufgegeben. Direkt neben dem Pfad, auf dem wir zum Strand „Macgivert“ sind, gibt es zwei chicke Luxushotels mit direktem Strandzugang. Das mit dem Müll stand bestimmt nicht in deren Beschreibung. Für uns hieß es aber auch, ab in den Pool und nix mit Surfen. So weit abseits von der Stadt bedeutet zwar Ruhe zu haben, aber auch, dass man beim Essen keine große Wahl hat. Man bestellt hier per WhatsApp und bekommt das Essen direkt an die Hütte geliefert. Natürlich war alles verpackt und wo das landet haben wir eben gesehen. Morgen regeln wir das anders.

Von den Mosquitos wurde ich in die Hütte gejagt, und ich habe auf den paar Metern etwa 10 Stiche abbekommen. Ich konnte mich nicht wehren. Rio war auf meinem Arm und die Großen mussten noch aufessen. Es war noch zu früh, um ins Bett zu gehen. Steffen hat gearbeitet und Meru hatte Lust, eine Geschichte zu schreiben. Wir haben uns aufs Bett gekuschelt und uns zuerst überlegt, wer in der Geschichte vorkommen soll. Die Katze daheim wird schon sehr vermisst, die muss also auf jeden Fall dabei sein, ausserdem soll die Geschichte gruselig sein. Nachdem Meru die ersten Sätze geschrieben hatte, wurde ihm seine eigene Geschichte zu unheimlich. Bei Tageslicht wird weitergeschrieben, kann ja nicht sein, dass die Katze jetzt hungrig bleiben muss. Darüber konnten die Kinder lachen und nach ein paar Runden UNO war es Schlafenszeit.

Mittwoch, 15. März 2023, Saba

Wir folgen unserem eigenen Tipp und fahren nach Padangbai zum White Sands Beach. Gestern haben wir in der dortigen Tauchschule angefragt, ob man sich Schnorchelequipment leihen könnte. Leider nicht. Trotzdem wollten wir an unserem letzten Tag auf Bali etwas unternehmen und sind zu einer sehr versteckten Badebucht gefahren. Das letzte Stück an den Strand war etwas abenteuerlich, aber man konnte schon durch die Bäume sehen, dass es sich rentiert.

Am Strand angekommen mussten wir die Sonnenbrillen aufsetzen, da der weiße Sand so geblendet hat. Die Bucht ist nur 100 Meter lang, aber es gibt drei Hütten an denen man sich mit Getränken und kleinen Gerichten versorgen kann. Ausserdem gibt es bequeme Liegen im Schatten, und es ist nicht überlaufen. Im Gegenteil, wir konnten uns noch ein schönes Plätzchen unter einem Baum im Dauerschatten sichern. Die Wetter-App sagt 33°C gefühlt wie 38°C (das kam hin).

Gleich an der ersten Hütte kann man sich Schnorchelequipment für kleines Geld ausleihen. Nur wenige Meter vom Strand entfernt konnten wir nochmal viele bunte Fischlein beobachten. Die Kinder hatten Spaß in den Wellen, die zum Teil arg hoch waren. Etwas Müll schwamm auch hier herum, aber das Wasser war so glasklar, dass man wenigstens gesehen hat, was einen am Bein berührt.

Der Rückweg gestaltete sich zunächst etwas schwieriger. Wir wussten nicht, dass es für Taxis, Grab oder ähnliches nicht erlaubt ist, hierher zu fahren. Ein Fahrer hat sich trotzdem getraut und hat uns netterweise mitgenommen. Vielleicht waren deshalb so wenige Leute in dieser Bucht.

Mit der Dämmerung kamen wir an unserer Hütte an. Mückenzeit! Wir mussten uns erstmal den Sand und das Salz abwaschen. Manche Probleme lösen sich von alleine. Wir hatten noch keine Idee wie wir das mit dem Essen lösen wollten, als die Gasthausbesitzerin fragte, ob wir alle Spaghetti essen wollen. Sie hatte Nudeln und Sauce übrig, so kamen wir genau zum richtigen Zeitpunkt an leckere Nudeln direkt aus der Hausküche. Abgesehen davon, dass wir die Verpackungen vermeiden konnten, haben wir nur 5 Euro für uns alle gezahlt. Das ist, nach der Straßenküche in Malaysia, Rekord.

Bali Zusammenfassung:

Die Straßen auf Bali sind voll und diese landschaftlich schöne Insel wird mir als Stinke-Roller-Insel im Gedächtnis bleiben. Immerhin fahren die meisten Leute sehr rücksichtsvoll und man kann als Fußgänger den Verkehr anhalten, das hat hier überall gut funktioniert.

Es ist sehr touristisch, man kommt zwar mit Leuten ins Gespräch, aber meist waren es Fahrer und Gasthausbetreiber. Das Englisch genügt bei den meisten Leuten, um das eigene Geschäft am Laufen zu halten. Stattdessen haben wir sehr nette Leute aus England, den USA und aus Frankreich getroffen.

Alle waren sehr kinderlieb und hilfsbereit. Die Unterkünfte sehen von aussen häufig nicht sehr hübsch aus. Von innen waren wir meistens positiv überrascht. Generell leben hier Gekkos, Ameisen, Kröten und Kakerlaken, die gehören zur offenen Bauweise dazu. Die Gasthäuser waren gepflegt und wenn mal ein Topf zum Kochen fehlte, wurde einer aus einem umliegenden Restaurant organisiert ;-).

Die Fortbewegung erfolgt hier mit Fahrern, die in den Städten an jeder Ecke zu finden sind. Wenn es nicht anders geht, kann man sich über Grab ein Auto rufen, die holen einen von überall ab und man kann sich an deren Preis orientieren.

Ein Kinderwagen ist hier überflüssig, es gibt zu wenige Gehwege, zumal die hier und da große Löcher haben, einfach aufhören oder zugeparkt sind.

Auf Bali gäbe es noch viel mehr zu entdecken, im Norden waren wir nicht, dort ist es sicher viel ruhiger. Die Natur ist schön und selbst in der Stadt kann man sich ins Grüne flüchten. Von der Unterwasserwelt sind wir begeistert und können es empfehlen, einen Schnorchelausflug, auch selbst organisiert, zu unternehmen.

Ist man mit Kindern unterwegs, ist es angenehm, wenn die Unterkunft über einen Pool verfügt, da die Wellen im Meer sehr hoch sein können bzw. leider auch sehr viel Müll im Wasser und an den Stränden zu finden ist. Unsere Wasserratten waren jeden Tag mehrmals schwimmen und auch wir Erwachsenen waren noch am späten Abend unterm Sternenhimmel baden.

Das Essensangebot ist breit gefächert. Balinesisch kann man überall essen, manchmal hat man Glück und manchmal weniger. Das Meiste haben wir gut vertragen.


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