Donnerstag, 16. März 2023
Abreise mit Hindernissen
Der Morgen war recht entspannt, Abfahrt ist erst um zehn Uhr gewesen. Wir saßen im Auto und hatten eine ca. einstündige Fahrt zum Flughafen vor uns. Auf der Strecke wurde auf Google Maps angezeigt, dass Stau ist und man eine Umleitung fahren soll. Steffen hat dem Taxifahrer gesagt, dass Stau ist und ihm das Navi hingehalten. Der Taxifahrer murmelte etwas und nickte zustimmend. Kurz vor der Abfahrt für die Umleitung haben wir nochmal gefragt, ob er nicht abfahren will und ihm nochmal gezeigt, dass es 45 Minuten länger dauert, wenn wir auf der Straße bleiben. Letzte Chance, die Abfahrt zu nehmen, war kurz vor uns, aber das Fahrtempo blieb gleich hoch. „Do You know a better way?“ – „Yes Sir!“. Eine Minute später standen wir im Stau. Okay, vielleicht kommt die Umleitung für Einheimische gleich, oder bald, oder kann der Fahrer eventuell nicht lesen? Wir standen irgendwann und es ging gar nichts mehr. Die anderen Autos aus der Gegenrichtung haben sich Spiegel an Spiegel durch die stehenden Autos gequetscht, und jeder ist irgendwie und irgendwo gefahren. Um es kurz zu halten, es kam keine Umleitung mehr, und wir kamen fast eine Stunde später am Flughafen an.


Uns ist es schon mal passiert, dass wir den Flug nach Australien tatsächlich verpasst haben. Damals waren wir in Kuala Lumpur, und unser Taxifahrer war so begeistert, deutsche Gäste transportieren zu dürfen, dass er uns unbedingt Putrajaya zeigen musste. Am Flughafen sah man eine Menschentraube, und was man nicht sah war, dass alle Fluggäste – absolut alle! – an einem einzigen Schalter anstanden und es ca. 15 Schlangenlinien mit dem Absperrband waren, die man passieren musste. Nachdem wir ewig standen, kam jemand und fragte, wohin wir möchten. Wir wurden aus der Schlange befreit und an einen Schalter geführt, der leer war. Die Dame schaute müde von ihrer Nagelpfeile auf und kam noch netterweise auf die Idee zu fragen wohin wir möchten. „Sorry you are late“. Wir waren zwar spät dran, aber wenn sie gewollt hätte wäre es noch möglich gewesen. Sie hatte absolut keine Lust mit ungepfeilten Nägeln heimzukehren und stellte ein Closed-Schild auf und verließ den Schalter. Es war kurz vor Mitternacht und wir standen auf einem verlassenen Flughafen. Es gab nur noch einen Ort, wo sich Menschen befanden, an einem Schalter für Umbuchungen. Wir mussten den vollen Flugpreis zahlen und durften am nächsten Abend fliegen. Es war noch eine Odysee, ein Fahrzeug zu bekommen, eine Unterkunft zu finden und zwei quengelnde Kinder organisiert zu bekommen.
Daraus haben wir gelernt und versuchen nicht nur zwei, sondern drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein.
Dank der Erfahrung ist es dieses Mal gut gegangen, und wir konnten direkt zum Boarding.
Ach ja, eines noch: Nach der letzten Sicherheitskontrolle kann man üblicherweise Getränke und Kleinigkeiten zu Essen kaufen. Wir hatten noch ein wenig Bargeld über und wollten für den Flug Getränke mitnehmen. Direkt vor dem Einsteigen hat die Airline Tische aufgestellt, und man musste die eben erstandenen Nahrungsmittel und Getränke in eine Tonne werfen.
Jetstar heisst diese Airline! An Board kann man natürlich für ein Vielfaches Getränke kaufen.
Zwei Möglichkeiten, das Wegwerfen zu umgehen: Wir haben die „schnelle Variante“ gewählt. Haben die Flaschen unauffällig in unsere tiefen Hosentaschen gesteckt und den Lütten auf dem Arm als Tarnung getragen. Wenn man vorbereitet ist, nimmt man eine Babyflasche mit und füllt das Getränk ab. Die etwas unsicherere Variante, man hofft darauf, dass das Handgepäck nur oberflächlich begutachtet wird.
Australian spirit – Der Flug
Wir saßen recht weit hinten im großen Flugzeug. Die Maschine ist modern und bietet ein wenig mehr Komfort wie Air Asia.
Der Kapitän hat sich persönlich gemeldet, nachdem alle Fluggäste angeschnallt saßen und sich nichts bewegt hat. Er hat sich und den Co-Piloten ausführlich vorgestellt und mit Australischer Lässigkeit gesagt: „We are ready to Rock and Roll“, sobald wir eben dürfen. Mit einer kleinen Verspätung durften wir abheben. Von Denpasar nach Brisbane dauerte es fast sechs Stunden.
Die Zeit zog sich, man hatte zwar einen Bildschirm, aber das Entertainmentpaket war teuer. Mit Mali habe ich viele Runden UNO gespielt, Rio war mit Daddy auf zwei freien Sitzplätzen und hat viel aus dem Fenster geschaut, Meru hat auf dem Tablet etwas gespielt.
Kurz vor Mitternacht sind wir in Australien gelandet. Nun hatten wir noch die Einreise vor uns. Wir alle waren sehr hungrig, Rio war völlig durch den Wind und hat gequengelt. Wir mussten uns in die einzige Warteschlange stellen. Vor uns waren ca. 100 Männer, alle aus der gleichen Maschine, aber leider hatte keiner Erbamen mit den Kindern. Hinter uns stand irgendwann noch eine Peruanerin, mit der wir uns sehr nett unterhalten haben. Ab da ging die Wartezeit schneller vorbei. Der Einreisebeamte war trotz später Stunde gut gelaunt. Alle Gepäckbänder standen still, ein Trolley stand einsam herum, mit unserer grünen Tasche, Kraxe und Kindersitz beladen. Es hätte nochmal eine Gepäckkontrolle gegeben, aber wir wurden netterweise nur gefragt, ob wir etwas Einführen, was auf der Verboten-Liste steht und durften nach Verneinung endgültig ins Land.
Neues Land, neue SIM-Karte. Etwas Essbares konnte man um diese Uhrzeit nicht mehr kaufen. Wir hatten Glück, dass noch ein Taxi vor der Tür stand, die waren auch dabei, Feierabend zu machen. Wir wissen, Australien ist teuer. Für eine Fahrt von 30 Minuten durften wir fast 70 Dollar zahlen. Unser AirBnB ist zentral gelegen. Wir mussten nur noch die Schlüsselbox finden und uns aufs Zimmer schleppen. Zur allgemeinen Freude lag der Schlüssel, den Steffen besorgt hat, auf einem Pizzakarton. Wie die wilden Tiere hat sich jeder über seine zwei Pizzastücken hergemacht. Das Bett war so schön weich!
Freitag, 17. März 2023, Brisbane, St. Patricksday 🙂
Es war ein tolles Gefühl, in einem weichen Bett, ohne Kakerlaken, Gekkos etc. aufzuwachen.
Wir haben uns den Sonnenschutz aufgetragen und sind los. Gleich vor unserer Tür ist ein Irish Pub, wo schon fröhlich gefeiert wurde. Für das bisschen Schlaf und die lange Anreise gestern, waren wir alle sehr gut gelaunt. Rio war begeistert von einem Tunnel, aus dem andauernd Busse gefahren kamen. Ausserdem lieben die Kinder das Geräusch, wenn die Fußgängerampel auf grün schaltet.

Es war war alles vertraut, ich konnte es kaum erwarten bis wir an den South Banks ankamen. Es gibt natürlich viel zu sehen, aber wir haben uns hauptsächlich an der Lagune ausgeruht. In Australien gibt es häufig Lagunen und oder Wasserspielplätze mitten in der Stadt.
Malis Worte: „Mom, come in, the water is so delightful“! Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Das Lagunenbecken ist mit Sand gefüllt und es gibt viel Spielfläche für kleinere Kinder.


Der Lifestyle ist hier einfach ganz besonders. Die Kinder kommen in ihrer Schuluniform direkt nach der Schule an die Lagune, die Arbeitenden kommen in Boardshorts von der Arbeit und rundherum gibt es Cafés mit Lifemusik. Auf den großen Wiesen sitzen Leute und picknicken oder lesen. Es ist alles super entspannt.
Die Australier haben übrigens die größten!
Sonnenhüte.
Wer weder mit Boardshorts, noch mit Holzfellerhemd zur Arbeit darf, fährt wenigstens cool mit Skateboard, Tretroller oder Fahrrad im Anzug nach Hause. Die entspannten Vibes sind jedenfalls direkt auf uns übergesprungen und der Tag war super. Selbst Rio ist nach dem Baden direkt auf meinem Arm eingeschlafen (normalerweise ist alles zu spannend).
Auf dem Heimweg lag eine Ben & Jerrys Eisdiele, ich liebe das Eis! Aber fast NEUN Dollar für eine Kugel, so groß ist die Liebe dann doch nicht. Steffen hat unser Familienessen gekocht und jetzt wäre theoretisch die Zeit, wo man nochmal vor die Tür feiern gehen könnte. Morgen müssen wir den Camper früh abholen, die Kinder schlafen und das Curry aus Ubud macht immer noch Probleme.






Samstag, 18.März 2023, Noosa Heads
Wir mussten uns einen Wecker stellen, um pünktlich an der Mietstation zu sein. Die Übergabe hat gut funktioniert und während wir eingeräumt haben, konnten wir uns mit Leuten unterhalten, die ihren Camper gerade abgegeben haben. Im Vorbeigehen habe ich die Gurke schon gesehen, aber gehofft dass wir vielleicht etwas moderneres bekommen. Die Mietstation hat nur alte Camper und davon haben wir wohl noch einen erwischt, der okay ist.
Die Gurte sind rostig und rasten beim Anschnallen erst nach mehreren Versuchen ein.
Da haben die vorher noch so einen auf Sicherheit gemacht.
Wir hatten zuvor gedacht, dass ich auf den Sitz mit 2-Punktgurt gehe, aber da kann von der Beinlänge nur ein Kind sitzen.
Zum Glück haben wir nicht so viel Gepäck dabei, es gibt nämlich absolut keinen Stauraum. Wir nutzen sogar die Mikrowelle, um unser Zeug irgendwie unterzubekommen. Es wird sich die Tage schon irgendwie einrichten lassen.
Eben als ich die Fenster öffnen wollte, hatte ich den kompletten Griff samt Silikonresten der letzten Reparaturversuche in der Hand. Die Matratzen sind etwa 4cm dünn und lassen Unebenheiten der 7 Holzteile, die man unterlegen muss, gut unterscheiden. Den kaputten Campingstuhl (es war eh nur einer vorhanden) haben wir gleich an der Station gelassen sowie die Synthetikschlafsäcke. Dass keine anderen Decken oder Bettlaken dabei sind, haben wir erst eben beim Betten machen bemerkt. Es ist zum Glück sehr warm und man kann sich die Handtücher unterlegen. Mal sehen, wie wir uns die ersten Nächte arrangieren. Die Baumärkte öffnen allerdings erst Montag wieder.
Ab zum Campingplatz
Die Fahrt zum Campingplatz war nur 1:30h lang. Unterwegs mussten wir einen Tankstopp einlegen, und im hinteren Sitzbereich kommt keine kühle Luft an, Rio und Mali waren knallrot und mussten was trinken. Das Fenster kann man ja blöderweise nicht öffnen.
Noosa kennen wir als sehr chicke Gegend, mit traumhaften Strand und kleiner Flaniermöglichkeit. Wir sind gespannt wie es mittlerweile aussieht. Ausserdem hoffe ich auf ein paar Wellen zum surfen.
Der Campingplatz liegt etwas ausserhalb an einer Flussmündung mit kleinem Strand.
Es ist uns bislang noch nie passiert, aber der Campingplatz ist ausgebucht. Es gab noch einen freien Stellplatz ohne Strom. Was soll’s, es gibt eine größere Küche mit Gasgrill und Herd, notfalls auch ein Kühlschrank.
Die erste Veränderung sind die vielen Ausflugsboote und Partyschiffe. Wahrscheinlich waren wir beim letzten Besuch nicht am Wochenende hier, wie furchtbar. Am Fluss entlang befinden sich viele moderne Villen mit eigenem Strand und häufig auch eigenem Boot.
Bevor wir versucht haben uns richtig einzurichten, waren wir noch bei Aldi einkaufen. Australien ist generell teurer, aber bei Aldi war es erstmal vollkommen okay. Eingedeckt mit Gemüse und Salat haben wir unsere Unpowered Site bezogen. Die Kinder haben sich sofort eingesaut und sind schon mal mit Kleidung ins Wasser. Warum sie nicht nur in Unterwäsche gegangen sind? Sie wollten mal was Besonderes machen. Etwas ungünstig, denn die Wäscheleine ist schon mit Wäsche belegt, unter anderem allen T-Shirts, die Meru dabei hat. Es ist so warm, dass es auch ohne Shirt geht.
Beim Zubereiten vom Abendessen haben alle Kinder geholfen, Rio war Vorkoster. Während wir auf den Grill gewartet haben, haben sich alle drei an einem anderen Strand eingesandet.
Geduscht ging es für unsere Verhältnisse früh ins Bett. Der Kofferaum steht offen und auch die Tür, ansonsten ist es zu heiß. Hoffentlich gibt es nicht zu viele Mosquitos, ein Mückennetz gibt es natürlich nicht. Die Alu-Leiter, die zum Erreichen des oberen Betts gedacht war, ist ca. 10cm zu kurz, man kann sie nirgends anlehnen.
Wir sitzen in der Küche und warten darauf, dass unsere Handys aufgeladen sind. Beim nächsten Einkauf müssen wir unbedingt eine Picknickdecke besorgen, der Sternenhimmel hier ist unglaublich!
In die Stadt haben wir es heute nicht mehr geschafft.
Falls sich jemand fragt, ob wir mit unserem Gepäck gut klarkommen, hier ein kleiner Zwischenstand:
Der Nachteil ist, dass man jedes Mal auf’s Neue alles sehr klein zusammenrollen und kleinste Ecken ausnutzen muss. Sobald man an etwas ran muss, muss man die ganze Tasche ausräumen. Pro Person ein Jutebeutel an Kleidungsstücken war bisher vollkommen ausreichend, die warmen Sachen nehmen viel Platz weg und wir haben davon nichts benötigt. Auch die zwei Handtücher kamen noch nicht zum Einsatz, da es überall welche in den Unterkünften gab. Es fehlt an nichts.
Sonntag 19. März, Noosa Heads
Die Nacht war furchtbar. Es war viel zu warm, selbst mit geöffneten Türen. Die Matratzen sind zu dünn und durchgelegen. Wir haben beschlossen, in einem Campingladen Matratzen zu besorgen. Im Anschluss ging es an den Strand. Es hat ewig gedauert, bis wir einen freien Parkplatz gefunden haben. Gerade als wir bereit waren loszugehen, kam die Patrollie und hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir an einer gelben Linie stehen. Das haben alle gemacht, aber wir haben uns dann nicht getraut stehen zu bleiben und sind nochmal auf Parkplatzsuche gegangen. Rio fand es nicht sehr erquickend wieder in den Sitz zu müssen. Im zweiten Anlauf hatten wir mehr Glück und haben 100 Meter weiter einen eingezeichneten P gefunden. Bei so vielen Autos hatten wir uns auf einen vollen Strand eingestellt. Es war aber kaum was los. Es gab ein paar Surfer im Wasser, der feine helle Sandstrand war aber trotzdem relativ leer.
Die Wassertemperaturen sind ein Traum, und weil gerade Ebbe war, konnte Rio sicher am Strand in den Prielen spielen. Der Sand ist super zum Burgenbau geeignet, der Nachmittag verging sehr schnell. Auf dem Heimweg mussten wir noch am Supermarkt vorbei.
Die Küche war gut besucht, und wir mussten eine Weile warten, bis eine Herdplatte, besser gesagt, die Herdplatte, frei wurde. Die Nudeln mit Tomatensauce waren schnell gekocht. Bevor die Kinder ins Bett mussten, durften sie noch Sterne gucken.


Montag, 20. März, Noosa Heads
Nachdem mir die Wellen gestern nach „nicht-großartig-genug“ aussahen, wollte ich heute wenigstens Laufen gehen. Der Plan war, schnell vor dem Camper Müsli zu essen und dann gleich zum Strand zu fahren. Ausgerechnet heute hat es geregnet und wir haben das Frühstück doch in die Küche verlagert. Bis alle so weit waren, hat es aufgehört zu regnen.
Ich bin ohne Schuhe los und wollte möglichst viel am Strand laufen. Die Regenwolken haben sich schön am Himmel abgezeichnet und die Kulisse sah einfach unfassbar schön aus. Es hat immer wieder angefangen zu nieseln, aber bei den Temperaturen war mir das sehr recht. Am Strand war gar nichts los. Im Wasser lagen ein paar Surfer und haben super Wellen gehabt. Hätte ich das gewusst, wäre es den Aufwand doch wert gewesen. Andererseits hatte ich selten so eine schöne Laufstrecke. Nachdem ich den Strand auf und abgelaufen bin, gings noch in den Nationalpark gelaufen. Der Weg war anfangs betoniert, das war barfuß nicht so super, aber später kam Waldboden mit Sand. Hinter jeder Kurve kam eine noch bessere Aussicht. Koalas und Delfine habe ich leider nicht gesehen. Die gesamte Strecke hatte ich immer die Sicht runter auf den Pazifik und habe supergute Surfer/-innen gesehen. Irgendwann wurde der Weg zu pieksig und die Regenfront sah beeindruckend dunkel aus.




Zurück am Strand kam die gesamte Familie, und wir haben einen Burgenwettbewerb ausgerufen. Der Gewinner durfte den Nachtisch aussuchen. Es gab natürlich Eis. Weil wir kein Kühlfach haben, gab es den Nachtisch vor dem Abendessen. In der Stadt gab es heute sogar an der Flaniermeile freie Parkplätze. Einerseits ist Montag, und andererseits hat es ja ein paar Tropfen genieselt. Gut für uns. Nachdem der Preis ausgezahlt war, hatten wir noch etwas Zeit, und ich habe den Nationalpark vorgeschlagen. Ich konnte nicht ahnen, dass wir um 16 Uhr noch eine 8 Km Tour machen. Eigentlich wollten wir um 17:30 Uhr in der Küche sein, damit wir nicht wieder so lange auf die Herdplatte warten müssen.
Die Kinder waren fit und haben sich den ganzen Weg unterhalten. Auch beim zweiten Mal Ausschauhalten haben wir keine Delfine oder Koalas gesehen. Viele viele Papageien, ein paar Schmetterlinge und eine unauffällige größere Spinne gab es statdessen zu sehen.
Auf dem Rückweg ist die Sonne untergegangen und wir haben uns beeilt, damit die Kinder nicht quengelig werden. Beide wollten unbedingt die 8 Km schaffen und haben die Option ausgeschlagen, dass Steffen das Auto für die letzten 1,5 km holt.
Rio war heute mal in der Trage, und war total glücklich, er hat ständig auf die Wellen oder Vögel gezeigt und hat viel gelacht.
Der Hunger wurde in den letzten Minuten richtig groß, leider gab es keinen Spinat und es gab auch keine Tomatensauce zu kaufen (damit hätten wir sie wahrscheinlich auch glücklich gemacht). Mischgemüse mit Reis und Reibekäse war am Ende auch gut. Daddy war der King, als er zwei Kinderschokoladen aus der Einkaufstasche gezaubert hat. Der Abend ist deutlich frischer, weil es endlich mal etwas windig ist. Es wäre allerdings gut, wenn es heute Nacht nicht mehr nieselt, die Wäsche hängt immernoch draußen und darf gerne vor unserer Abfahrt morgen trocknen.









Dienstag, 21. März, 2023, Tin Can Bay
Am Morgen haben wir uns länger mit einem australischen Paar unterhalten, welches uns vor den Sandflöhen in Tin Can Bay und Rainbow Beach gewarnt hat. Die Dame hat mir gleich zwei Cremes und ein Medikament genannt, damit wir gut gerüstet sind. Es hat sich jedenfalls so angehört, als wollte man dort keinen Fuß aus dem Auto setzen, ohne komplett mit Chemie eingesprüht zu sein.
Von Noosa nach Tin Can Bay sind wir über Land gefahren. Ein Teil der Strecke war sehr löchrig und holprig, aber ansonsten sind wir in einer landschaftlich schönen Gegend gewesen und nach etwa eineinhalb Stunden am Campingplatz eingetroffen. Wir haben vorsichtshalber direkt nach den Flöhen gefragt, und die Frau an der Rezeption meinte, es wäre eigentlich nicht nötig, aber wir könnten uns an der Rezeption jeder Zeit Creme abholen, die keine Chemie hat. Das war ein Kompromiss.
Nachdem wir unseren Stellplatz bei Tageslicht begutachtet haben, sind wir gleich nach Rainbow Beach, um noch bei Ebbe spazieren zu können. Der kilometerlange Strand war von etwa 20 Leuten besucht. Die Meisten haben sich am Strandzugang aufgehalten und waren entweder angeln oder baden.
Der Name Rainbow Beach kommt von den verschiedenen Sandfarben, die hier zu finden sind. Am Strand entlang gibt es mehrere Schichtquellen und die Felsen sind vom Wasser sehr schön geformt, zum Teil mit kleinen Tunneln und Höhlen. Hinter den Felsen ist die Steilküste mit den Sanddünen, auf welche man von einer anderen Seite aus wandern kann. Besonders weit sind wir nicht gelaufen, da die Flut eingesetzt hat. Es gibt Abschnitte, an denen man nicht mehr zurück zum Hauptstrand käme, wenn man die Flut erwischt. Die Kinder haben eine Stelle mit sehr tiefem, hellen Sand entdeckt und haben sich darin gebadet. Auf dem Rückweg war das Wasser stellenweise schon mehr als knöcheltief. Zurück am Campingplatz saß eine riesige Rentnergruppe an den Tischen. Wo kamen die denn so plötzlich her? Bis wir uns sortiert hatten, waren sie schon wieder weg, und wir hatten die Küche für uns alleine. Das Essen war schnell zubereitet, wir hatten noch genug von Gestern übrig. Es hat sich dann noch eine autralische Familie dazu gesellt und es wurde ein sehr schöner Abend. Die Kinder hatten Spielkammeraden und Rio hat in der Küche allerlei Utensilien gefunden, die er in der Gegend verteilt hat.
Am Kühlschrank hing ein Warnschild, dass es in letzter Zeit öfter Schlangensichtungen am Bad gab. Die sind mir genauso unlieb wir Sandflöhe, aber wir haben zum Glück keine gesehen.






Mittwoch, 22. März 2023, Agnes Water
Mit dem Wecker mussten wir aufstehen, um nicht die Fischerboote zu verpassen, die vom Angeln zurück in den Hafen kehren. Mit den Fischerbooten kommen nämlich auch Delfine mit in den Hafen. Einige Leute waren schon am Wasser und wir wurden sehr freundlich begrüßt. Vierzig Dollar später konnten wir mit unseren Fischtokens ebenfalls die ersten Delfine im Wasser beobachten.
Es gibt fünf Delfine, die einmal am Tag in einem kleinen Zeitfenster gefüttert werden dürfen. Die Anzahl der Fische, die verfüttert werden, ist streng limitiert. Wir hatten heute Glück, und es war nicht zu viel los. Nachdem man sehr ausgiebig über die Delfine informiert wurde und die Hände desinfiziert hat, seine Schuhe abgegeben und die Token abgegeben hat, konnten wir uns endlich in die Warteschlange stellen. Gleich in den ersten Minuten hat es angefangen zu regnen. Als wir endlich an der Reihe waren, hat es in Strömen geregnet. Zum Glück hat uns die Familie gestern den Tipp gegeben, in Badekleidung zu gehen, das Wasser war für Erwachsene etwa hüfttief, nass wurden wir sowieso.
Der Foto wollte bei so viel Wasser nicht funktionieren, aber das Füttern war ein sehr tolles Erlebnis. Wir haben nur vier Fische bezahlt, aber Rio durfte auch einen verfüttern.
Jeder Delfin hat einen Aufpasser und einen eigenen Eimer mit abgezählten Fischen. Mali hat sich sehr gefreut, ein Delfinmädchen zu füttern und hat gleich der Aufpasserin erzählt, dass sie auch 5 ist und ihr der Name von der Delfinin gefällt. Sie hat Mali dann gesagt sie soll in der Nähe bleiben. Die Tokenverkäuferin kam fünf Minuten später zu uns und hat Mali die restlichen Token in die Hand gedrückt. Wir durften eine zweite Runde füttern. Dieses Mal hat es nicht geregnet und Rio war sehr begeistert und hat sich wahnsinnig gefreut, dass er auch Fische verfüttern durfte. Der Delfin war tatsächlich sehr geduldig und vorsichtig.
BBC hat über die Delfine aus dem Hafenbecken schon mal berichtet, weil die Delfine Gegenstände (Müll) aus dem Wasser holen und am Hafen an Land bringen. Einer der Delfine hat sich dabei eine Sonnenbrille aufgesetzt. Dieses Foto ging durch die sozialen Medien, und schon waren der Mini-Hafen bzw. die Delfine dort berühmt.


Uns war zum ersten Mal seit Monaten etwas kalt, allerdings kam die Sonne raus, als wir uns für die Weiterfahrt angezogen haben. Am Bäcker haben wir noch schnell ein paar Kalorien mitgenommen und dann sind wir, wieder über Land, bis nach Bundaberg durchgefahren. Nach einer Pause, es gab nicht wirklich viel zu sehen, man hätte eine Distellerie anschauen können, sind wir die letzte Stunde zum heutigen Etappenziel nach Agnes Water gefahren. Es gibt mittlerweile mehrere Campingplätze in der Gegend und wir haben darauf gehofft, dass es den Campingplatz mit den Kängurus noch gibt. Ja, aber das Tor war geschlossen. Es gab eine Telefonnummer am Eingang, nach einem kurzen „wir würden hier gerne übernachten“ durften wir hochfahren. Wir haben gleich mehrere Roos auf der Wiese gesehen.
Den Platz haben wir als etwas größer (er hatte mal ca 15 Stellplätze) in Erinnerung, aber es war noch genug frei für uns. Der Besitzer ist sehr freundlich und hat gleich berichtet wie es ihm in den letzten Jahren ergangen ist. Leider gibt es hier keine Wallabies mehr und von den ehemals 80 Kängurus sind auch nur noch wenige übrig. Die Bevölkerungszahl hat sich hier verfünfacht und er hat Nachbarn mit Hunden bekommen. Der Zaun, den wir nicht kannten, wäre damit schon mal erklärt. Nur noch Übernachtungsgäste dürfen die Kängurus besuchen, oder wenn man sich vorher anmeldet. Vor Corona war es möglich, zur Fütterungszeit dabei zu sein.
Wir waren erstmal sehr traurig über den Bericht der Entwicklungen hier in Australien. Die Kängurupopulation nimmt hier seit Jahren stetig ab. Man konnte schon im Gespräch heraushören, dass Schattenseiten sehr stark betont und hervorgehoben werden, aber es ist leider viel dran. Ein ganz anderer Punkt war „das Geschäft“, der Mann hier zahlt viel aus seiner Tasche drauf und ist auf die Spenden angewiesen. Er hat sich darüber beklagt, dass nur sehr wenige Leute überhaupt zum Übernachten kommen, Australier hat er nie. Die acht Stellplätze wurden im Laufe des Abend voll. Tatsächlich sind keine Australier dabei, aber immerhin zahlende Gäste.
Mit dem Sonnenuntergang kommen die Roos hoch in den Vorgarten, wo Süßkartoffeln für sie bereit lagen. Die Tiere kamen und gingen, während man sich einiges über sie anhören konnte. Nach ein paar Minuten durfte man sich vorsichtig nähern und sie streicheln. Die Tiere waren sehr schreckhaft, allerdings bei Geräuschen aus den Büschen. Von den Besuchern haben sie sich nicht stören lassen. Mali möchte Tierärztin werden, das hat sie schon öfter gesagt, aber nachdem sie Delfine und Kängurus in freier Wildbahn gesehen hat, ist sie sich sicher. Rio ist trotz großer Begeisterung vorsichtig gewesen, er kennt das von unserer Katze. Die Tiere haben sich auch von ihm streicheln lassen.
Da alle Stellplätze belegt waren, war es in der Küche/und im Bad sehr eng. Es hat etwas gedauert, bis man sein Essen zubereitet bekommen hat. Man könnte hier wunderbar Sterne beobachten, heute ist der Himmel leider zu bewölkt.






Donnerstag, 23. März 2023, Emu Park/Yeppoon
Der Sonnenaufgang war wunderschön. Die Roos konnten wir nochmal beim Frühstück sehen. Die Fahrt nach Emu Park war vier Stunden lang. Wir hatten uns ein Roadhouse auf der Strecke ausgesucht, um Pause zu machen, aber Rio hat noch geschlafen also dachten wir, wir können auch an der nächsten Tankstelle halten. Rio ist etwa 20 Km später wach geworden und hatte Hunger. Es kam natürlich erstmal keine Tanke. Rockhampton ist die nächste größere Stadt, von dort ist es auch nicht mehr so weit nach Emu Park. Endlich angekommen, waren die Kinderaugen groß. Es gibt ein Open Air Kino, ein riesiges Sprungtuch, Kettcars, Fahrräder, 2 Pools und jede Menge Platz zum Toben. Wir haben uns gleich mit einem Mann unterhalten, der mit seiner Familie (4 Söhne) das ganze Land bereist um ein neues zu Hause zu finden. Die Kinder wurden gleich eingeladen mit den Jungs zu spielen.



In aller Ruhe haben wir unsere 2 qm Villa schlafbereit eingerichtet und haben das Abendesssen gekocht. Als die Dämmerung einsetzte, kamen die Mosquitos in einer Menge heraus, dass man sich nicht retten konnte. Selbst eingesprayed (und das Spray will man vermeiden, es lässt Plastik einfach schmelzen) mit langer Kleidung und in kontinuierlicher Bewegung, schafft man es nicht, ohne Stiche von der Küche in den Camper. Steffen ist mutig in der Küche geblieben bis das Essen fertig war, wir haben im viel zu warmen Camper gegessen. Wer raus wollte, musste sich erst einpacken, startklar an der Tür stehen, dann wurde die Tür geöffnet, schnell rausspringen und die Tür sofort zuwerfen. Unabhängig voneinander haben Steffen und ich beschlossen, morgen ausserhalb zu Abend zu essen.
Als es stockdunkel war, hat es mit den Mosquitos leicht nachgelassen, auf dem Weg zum Bad wurde man trotzdem erwischt.
Direkt vor dem Bad saß ein knallgrüner Frosch, den mussten wir natürlich beobachten. Eine Mutter hat sich mit ihrer Tochter auch dazugesellt, und wir kamen ins Gespräch. Die ältere Tochter ist auch schon in der Grundschule, und sie hat gleich etwas deutsch geübt, Spielen klappt aber auch mit Händen und Füßen gut.





Freitag, 24. März 2023, Emu Park/Yeppoon
Ein paar Mücken sind noch unterwegs, aber man kann in kurzer Kleidung raus. Heute war Kindertag. Mali hat sich etwas mehr eingecremt als nötig und sah aus wie der grüne Hulk. Als wir erlaubt hatten, Kettcars auszuleihen, war ihr die viele Farbe im Gesicht doch peinlich und wir mussten die gut deckende Zinkcreme wieder abnehmen.
Nachdem Rio sich im Schatten ausgeruht hat, sind wir nach Yeppoon gefahren. Die Gegend hier ist sehr schön und wir könnten uns hier ein kleines Häuschen vorstellen. Die Mücken sind übrigens nur in Campingplatznähe, dort ist eine Wasserbecken, was bei Ebbe die Mücken anzieht.
Die Stadt ist klein, aber es gibt eine tolle Badelagune, mit Blick aufs Meer, einen großen Wasserspielplatz, daneben einen normalen Spielplatz und im Hintergrund eine Paragliding-School, sowie viele Kilometer Strand. Wir haben alles, was den Kindern Spaß macht, ausgiebig bespielt und sind am frühen Abend mexikanisch essen gewesen. Es war „lovely“ oder auch „amazing“! Auch heute Abend wurden wir für unsere Essensauswahl beglückwünscht und mit vielen lieben Worten hat man sich bei uns bedankt, dass wir mit der Karte zahlen wollen. Wer schon mal in Australien war, weiß, was wir meinen.


Leider war die Mücken-Hightime noch im vollen Gange, als wir zurück kamen. Im Dunkeln habe ich versucht, so viel wir möglich vom Bett aufzubauen, aber die Hitze im Camper ist kaum auszuhalten. Zwei oder drei Mücken haben es trotzdem ins Innere geschafft und mich zerstochen. Die Großen waren im Open-Air Kino, dort lief „Toy Story“. Da Rio das Essen verschlafen hatte, war er jetzt hungrig und wir mussten doch nochmal in die Küche gehen. Zum Einschlafen haben wir den Kleinen ins Zelt gelegt. Steffen hat gearbeitet und wir haben noch einen Anbieter herausgesucht, um auf die Whitesundays zu fahren. Gar nicht so einfach! Wir haben uns für eine Tour mit nur einem Schnorchelspot und etwas mehr Strandzeit entschieden, damit auch Rio was vom Ausflug hat. Das Essen müssen wir an dem Tag selber mitbringen, das hat uns aber gleich 100 Dollar gespart. Wir wären sehr gerne mit einem Seegelboot unterwegs gewesen, aber das war leider viel zu teuer, außerdem ist die Tour kaum an einem Tag zu schaffen. Wir haben dann später die Segler gesehen, die unter Motor gefahren sind.
Der Sternenhimmel ist unfassbar, vor allem gibt es kein Streulicht, und der Mond war auch nicht zu sehen. Wir dachten, wir breiten unsere Picknickdecke aus und schauen noch eine Weile in den Himmel. Nach drei Minuten haben wir alles in den Camper geworfen und sind schlafen gegangen. Mehr Mosquitos an einem Ort habe ich noch nie erlebt.
Samstag, 25. März 2023, Mackay
Morgens haben die Mosquitos so getan, als gäbe es sie gar nicht. Die Kinder haben nochmal ausgiebig auf dem Spielplatz getobt, Mali und Rio waren nochmal im Pool, und bevor wir abgefahren sind, gab es noch selbstgemachte Limonade von den vier Jungs.
Die Fahrt ist sehr eintönig und die Straße ist stellenweise so verformt, dass man nicht auf die Tube drücken kann. In Marlborough haben wir getankt, der Tankwart meinte, auch es sei hier sehr langweilig und er wäre viel lieber in Europa. Radiosender gibt es leider auch keine.
Der Campingplatz war unerwartet schön. Uns wurde ein Stellplatz unter großen schattenspendenden Eukalyptusbäumen in Strandnähe zugeteilt. Die Rezeption hatte um 17 Uhr schon geschlossen, wir kamen aber erst danach an, im Briefkasten waren alle Infos für uns. Es gibt ein großes Küchenpavillon mit Fernsehecke und Couch, natürlich BBQ Möglichkeiten (die gibt es im übrigen wesentlich häufiger als einen Herd) und einen beleuchteten Pool, der bis 21 Uhr genutzt werden darf.
Steffen hat sich um das Essen gekümmert und ich mich um Rio und Mali, die wollten unbedingt in den Pool. Bei Sonnenuntergang im Pool zu sein hilft zumindest sich vor den möglichen Mücken zu schützen. Es war ein sehr schöner Abend. Der BBQ Duft kam rüber, der Pool schimmerte blau und im Hintergrund ging die Sonner unter und der HImmel war lila. Der Mond und die Sterne waren zu sehen, und zwei Flughunde sind immer mal durch das Bild geflogen.



Sonntag, 26. März 2023, Airlie Beach
Am nächsten Morgen hatten wir mit dem Campwart ein sehr nettes Gespräch. Er war sehr interessiert an unserer Heimat. Er hat uns noch einen Ausflugtipp gegeben und meinte, dass es schon arg kalt in den Bergen wäre. Gemeint hat er einen Temperatursturz von 3-4 Grad. Wir mussten beide lachen, aber er meinte für ihn wäre das wie Winter. Vor lauter Quatschen kamen wir später los als gedacht (im Übrigen weit nach Checkout-Time, damit nimmt es hier zum Glück niemand genau). Es lagen nur 150 Kilometer vor uns und auf der Fahrt gabe es ausnahmsweise etwas spannendes. Immer wenn wir über Brücken fahren, werde ich gefragt ob ich ein Krokodil gesehen habe. JA! Ein sehr großes sogar. Leider waren wir auf einer Schnellstraße und konnten nicht einfach rückwärts fahren, um das Kroko von der Brücke aus zu beobachten.
Der Campingplatz hat alles was das Kinderherz begehrt. Eine Minigolfanlage, Tennisplätze, Spielplatz, Outdoorkino, einen Wasserrutschenpark, eine Badelagune mit Whirlpool und eine überdachte Kinderlagune.
Unser Stellplatz ist groß und die nächsten Nachbarn sind weiter weg. Wir wurden gleich von Vögeln begrüßt, die uns angefaucht haben. Es war so warm und wir sind sofort in den Pool. Sogar Rio wollte auf die Wasserrutschen und hatte Spaß daran, mit uns zu rutschen.
In der Campküche haben wir wieder die dänische Familie getroffen. Die Kinder sind gleich gemeinsam zum Spielplatz abgezogen und wir haben gekocht, bzw. unsere Suppe von gestern aufgewärmt.


Montag, 27.März 2023, Airlie Beach
Den Tag haben wir zum großen Teil in der Stadt an der Lagune verbracht. Die Badelagune liegt direkt am Strand und auf der anderen Seite befindet sich die Flaniermeile mit Restaurants und Geschäften. Ich war ohne Familie eine Weile flanieren und bin mit kalten Getränken zurück zur Lagune gekommen. Das tat mal gut!
In der Campküche haben wir uns mit einer australischen Familie gut verstanden und den Abend verbracht, bis das Licht in der Küche ausging. Die Jungs haben den Abend zusammen gespielt und einen Feuerstein entdeckt. Ein Possum kam mit Baby auf dem Rücken auch noch vorbei.

Dienstag, 28. März 2023, Airlie Beach
Meru hat schon länger nichts mehr geschrieben und war am Vormittag mit einer Geschichte beschäftigt. Als Belohnung durfte er mit seinem Freund Tanner Minigolf spielen gehen. Während Rio seinen Mittagsschlaf gehalten hat, waren die Großen im Kinderclub und haben gebastelt und gespielt.
Später waren Mali, Rio und ich eine Runde am Pool und sind dort mit einem Mädchen ins Gespräch gekommen, die sehr interessiert an Rio war. Rio wollte aber nicht mit ihr rutschen.
Am Nachmittag war Meru im Morgenkreis und hatte sehr viel zu erzählen. Die Osterferien fangen jetzt bald an, somit wird es aus Australien wahrscheinlich der letzte Morgenkreis gewesen sein.
Das Wetter ist für Ostern viel zu gut und es fühlt sich ohne Frühling nicht nach Ostern an, aber die Deko verrät, dass es wohl bald soweit ist.
Wir waren unschlüssig ob wir noch zu einem Wasserfall aufbrechen oder nicht, aber irgendwie hatten wir keine Lust den Camper umzubauen, und die Kinder wollten lieber auf dem Campingplatz bleiben. Wir waren länger auf dem Spielplatz und nach dem Abendessen liefen die Minions im Kino.
Während wir die Minions auf unserer Picknickdecke geschaut haben, ist Rio mit dem Mädchen vom Pool auf dem Spielplatz gewesen und hat sich ausgepowert. Am Ende des Tages hat er gelernt zu rutschen, ohne sich hinzulegen.
Mittwoch, 29. März 2023, Airlie Beach & Whitsundays
Morgens wurden wir von einem Shuttlebus eingesammelt und zur Marina gebracht, von wo wir unseren Ausflug zu den Whitsundays gestartet haben. Es gab Stingersuits für uns alle und danach ging der Spaß los.
Das Boot ist recht klein und kann dafür schnell fahren. Nachdem wir den kleinen Hafen verlassen haben, wurde die Musik aufgedreht und wir haben zur Einstimmung zwei große, schnelle Kurven gedreht. Mali hat es sichtlich Spaß gemacht, aber auch die 26 Anderen an Bord hatten die Freude im Gesicht stehen.
Das monotone Motorengeräusch hat Rio schnell müde gemacht. Als wir den Schnorchelspot erreicht und ich ihn abgelegt hatte, hat er tief und fest weitergeschlafen. Die Bootscrew hat sich aufgeteilt. Eine Frau hat sich um die Kinder im Wasser gekümmert und Meru zu den bunten Korallen geführt. Die ander Crewdame blieb bei Rio und hat sich um alle Gäste gekümmert, die irgendwas an Bord gebraucht haben.
Ich war mit den beiden Kindern im Wasser. Die Ausrüstung war so viel besser als auf Bali! Es gab kleine Kinderschwimmwesten und Poolnudeln (für jeden, der wollte) und die Schnorchelausrüstung war auch für kleine Gäste vorhanden. Nachdem wir an einem super Teil des Korallenriffs abgesetzt wurden bin ich von dort mit den Kindern alleine weiter. Wir haben viele tolle Korallen gesehen, in allen Farben und riesengroß. Natürlich gab es auch tolle bunte Fische, aber sie hatten in den Korallen viel Platz um sich zu verstecken. Teilweise war es sehr bewölkt und man hat erst wieder richtig gut gesehen, wenn die Sonne aufs Wasser geschienen hat.
Mali hat das mit dem Schnorcheln schnell rausgehabt und sich super mitbewegt. Wahrscheinlich war sie die begeistertste Person des Tages. Ihr hat es so viel Spß gemacht, dass sie fast geweint hat, weil ihr irgendwann kalt wurde und sie zurück zum Boot musste. Die Frau von der Crew hat die Kinder netterweise mit zum Boot genommen, dass ich noch etwas länger draußen bleiben konnte.














Donnerstag, 30. März 2023, Townsville
Der Abschied aus Airlie fiel schwer, wir hätten bestimmt noch ein paar Wanderungen in der Umgebung machen können, aber in Townsville gibt es bestimmt auch etwas zu entdecken. Die Fahrt war eher öde und zog sich. Der Stellplatz war nicht schön. Man hört die Hauptstraße, um uns herum war dichtes Gestrüpp, die Küche und der Pool sind ewig weit weg. Der Platz war bei Weitem nicht ausgebucht, aber irgendwie sind die besseren Plätze wohl für Wohnwagen reserviert. Zum Glück haben wir einen Platz auf dem Kunstrasenstreifen bekommen. Warum auch immer, wäre der 20 Dollar teurer gewesen, aber wir mussten keinen Aufpreis zahlen. Mali und Meru haben sofort 10 Kinder zum Spielen gefunden und auch Rio konnte mit seinem Ball spielen, ohne dass man Angst haben musste, dass er ins Gestrüpp klettert. Das neue Küchenhaus haben wir ausgenutzt und sind in den klimatisierten Raum geflüchtet, um uns vor den Stechviehchern zu schützen (zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass sie uns schon auf dem Kunstrasen erwischt hatten). Im Camper stand die Hitze und es war fast unerträglich warm. Steffen ist zeitweise in die Küche auf die Couch gezogen, ich habe Rio mit einem nassem Handtuch abgekühlt und Ventilator gespielt.


Freitag, 31. März 2023, Townsville
Der Tag fing mit juckenden Stellen an, die bei der Hitze nur noch schlimmer wurden. Wir haben in der Apotheke einen Noteinkauf gemacht und Antihistaminzeug, kinderfreundliches Spray und Bepanthen besorgt. Die Sandfliegen haben sich überall versteckt und uns gnadenlos überfallen.
Heute ist ein Ausflug für die Kinder zu einem Tierpark geplant, damit wir überhaupt einen Koala sehen. Der Eintritt lag für uns alle bei 130 Dollar, was für australische Verhältnisse nicht viel ist. An der Kasse haben wir dann erfahren, dass das Streicheln und Fotografieren mit den Koalas nochmal extra kostet und zwar 30 Dollar pro Person. Mali hat sich das Koalastreicheln zu Ostern gewünscht und wir haben uns in die kleine Schlange gestellt. Als wir an der Reihe waren, wurde uns gesagt, dass die Kinder zu klein sind. Kurz Streicheln und dabei fotografiert werden für 22 Dollar wäre möglich. Wenigstens beide Kinder konnten sich gleichzeitig hinstellen und den Koala streicheln, aber nach etwa 30 Sekunden war der Spaß schon vorbei. Wir haben beim Ausgang leider vergessen unsere Fotos mitzunehmen (die hätte man dort erst kaufen müssen).



Ansonsten war der Tag unglaublich heiß und wir mussten uns aufraffen, um zur Lagune zu fahren. Das Wasser dort war nicht wirklich erfrischend, aber besser als gar nichts. Zur Feier des Tages sind wir zur best bewerteten Eisdiele und haben den Nachtisch schon vor dem Abendessen gefuttert. Eigentlich wollten wir heute Bergfest feiern und den Abend mit einem Restaurantbesuch und dem Besteigen des höchsten Berges beschließen. Die online-Recherche hat allerdings ergeben, dass wir unser Geld lieber für einen besseren Ort zum Essen gehen aufheben, und der Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir den Sonnenuntergang nur schaffen, wenn wir mit dem Auto auf den Hillcrest Lookout fahren.
Ich hatte Kopfschmerzen und habe mich ausnahmsweise nicht danach gefühlt, Laufen oder Wandern zu gehen. Der Weg nach oben ist kurz vor Sonnenuntergang von Joggern und Fußgängern hoch frequentiert, und es tut etwas weh, im Auto sitzend an ihnen vorbeizufahren. Die haben sich die Aussicht richtig verdient. Heute zog es sich pünktlich um 18 Uhr zu und die Sonne versank in den Wolken, trotzdem war die Rundumsicht auf Townsville sehr schön. Überhaupt ist der Lookout (unserer Meinung nach) der schönste Ort von Townsville. Einen Ausflug nach Magnetic Island haben wir nicht gemacht, aber die Aussicht auf die Insel war auch schön.
Zum Glück hat der Campingplatz eine moderne, neue Küche, unser Bergfestessen war letztlich nur Nudeln mit Tomatensauce. Wir haben ewig gebraucht, um bei den Temperaturen einschlafen zu können. Wir hoffen darauf, dass morgen wenigstens ein wenig Wind geht, gefühlt lagen die Temperaturen heute bei 39°C.











Samstag, 01. April 2023, Rollingstone
Die Hitze in der Nacht war unfassbar, die Türen kann man wegen der Stechmücken nicht offen lassen. Die Abreise fiel uns somit nicht schwer. In Rollingstone angekommen, wollten wir noch Lebensmittel für das Wochenende besorgen. Unser Stellplatz ist super, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass wir entweder zurück nach Townsville fahren müssen oder nach Ingham, was auch 45 Minuten Autofahrt entfernt ist. „Is there a supermarket here?“ – „Oh yeah Honey, just one hour down the road“. In Ingham haben wir zumindest alles bekommen, bis auf den Kaffee, den wir leider, leider vergessen haben.
Zum zweiten Mal am Campingplatz angekommen, sind wir ohne Umwge in den Pool bis der Hunger so groß war, dass wir raus mussten. Die Kinder konnten neben der Küche den Outdoorfilm gucken (heute lief Mulan), Rio hat Stühle durch die große Küche geschoben, Steffen hat gekocht und ich habe aufgepasst, dass niemand von einem Krokodil gegessen wird;-). Rio hat viele mini kleine Frösche entdeckt und ist überall auf Erkundungstour gegangen.
Samstags ist Party angesagt und neben der Küche war BBQ, Pizzatag und Live Musik. Ein sehr schöner Abend, den wir, nachdem die Kinder im Bett waren, noch am Strandzugang ausklingen lassen haben (natürlich nur mit Aerogard geschützt).
Der Campingplatz ist übrigens nur von Australiern (und uns) besucht, hier gehen die Familien jedes Wochenende zum Angeln hin. Die Meisten kennen sich untereinander und es wird jede Menge Equipment angekarrt. Auch die Kinder sitzen mit ihren bunten Angelshirts am Wasser und fischen. Die Stellplätze sind alle am Wasser, entweder am Meer, so wie unserer, oder am See. Ein perfekter Ort, um zu entspannen.





Sonntag, 02. April 2023, Rollingstone
Wir hatten heute einen Campinplatztag. Der Platz liegt wunderschön und hat viel zu bieten, besonders der Pool ist schön angelegt, aber auch das Sprungkissen ist super. Ich habe eine kleine Schatzsuche für die Kinder vorbereitet. Als sie am Ziel ankamen und zunächst in den Kühlschrank, statt in den Gefrierschrank geschaut hatten, war der Moment für einen leicht verspäteten Aprilscherz. Meru hatte sich gestern noch beschwert, dass keiner versucht hätte ihn zu veräppeln, jezt hielt er ein Stück Butter als Schatz in der Hand und war doch arg enttäuscht. Das Eisfach lag dann doch noch ein Eis und die Sucherei hat sich wohl rentiert. Am Abend haben wir noch Freunde in der Heimat angerufen, dort sind jetzt Osterferien und es hat von der Zeit-/verschiebung endlich gut gepasst.



Montag, 03. April 2023, Rollingstone
Der Tag startete zwar warm, aber bewölkt. Nachdem wir startklar waren sind wir an einem Straßenverkauf von Frosty Mango vorbei und haben Mudcake und Eis gegessen. Im Anschluss sind wir zunächst zum Little Crystal Creek gefahren. Das Wasser ist tatsächlich kristallklar und man kann sich gut abkühlen, oder nur die Kulisse genießen. Wir haben nicht sehr lange dort verbracht, weil wir der Straße noch etwas weiter nach oben folgen wollten. Wir kamen irgendwann in Paluma an, einem sehr hübschen kleinen Ort. Hier oben ziehen die Nebelschwaden kontinuierlich durch, alles ist üppig grün und die Temperaturen sind sehr angenehm. Es gibt einen kleinen Kletterpark, einen Kajakverleih, einen Spielplatz und viele hübsche Vorgärten, aber keine Menschenseele war zu sehen. Mit dem Nebel dazu fühlte es sich wirklich etwas wie in einerm Geisterdorf an.
Das große Ziel für heute war der Big Crystal Creek, wo wir zum Baden hingefahren sind. Wir waren schon zwei Mal hier und es war auch das dritte Mal wunderschön, obwohl es anfing zu regnen als wir ankamen. Das Wetter hat uns nicht davon abgehalten, wenigstens kurz baden zu gehen. Mali und Meru sind sogar von den Felsen ins Wasser gesprungen. Die Farben und das absolut klare Wasser sind unglaublich, selbst im tiefen Wasser kann man die Fische mit bloßem Auge von der Wasseroberfläche aus sehen.




Zurück am Campingplatz sind wir geradewegs in den Pool, um die Mosquitozeit möglichst unbeschadet zu überstehen. Ausserdem hatten wir vor, einmal die letzten Badegäste zu sein, die Chancen standen heute sehr gut. Kurz bevor wir das Wasser verlassen haben, kamen doch nochmal zwei Mädels zum Rutschen. Zumindest wurden wir wirklich nicht zu viel gestochen, aber wir kämpfen noch mit den Bissen aus Yeppoon und Townsville.







Dienstag 04. April 2023, South Mission Beach
In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Innerhalb weniger Sekunden war alles nass, vor allem unsere Betten. Sowohl der Camper als auch das Zelt sind undicht. Dazu kam eine unglaubliche Hitze, die mit der Luftfeuchtigkeit von 99% zusammen unseren Bus in ein Dampfbad verwandelt hat. Es fiel allen schwer, nochmal einzuschlafen. Früh morgens haben wir gleich unsere Bettwäsche in den Trockner geworfen, alles andere musste nass eingepackt werden, da es heute weiter geht.



Wir sind zu den Wallerman Falls aufgebrochen und haben sogar vorher daran gedacht die Chipkarte für die Schranke, welche sowieso dauerhaft offen stand, an der Rezeption abzugeben. Nach den Ananasfeldern fiel Steffen noch ein, dass die Wäsche noch im Trockner war und wir nochmal umkehren mussten.
Die Anfahrt war sehr schön, dauerte aber eine Weile, weil die Straße über 40km entweder durch Kuhherden, enge Zuckerrohrplantagen oder noch engere Serpentienen führt. Bisher haben uns australische Wasserfällen nicht sehr beeindruckt, da sie meist sehr wenig Wasser führen. Der Umweg hat sich aber definitiv gelohnt. Die Aussicht war spektakulär, und der Wasserfall hat seinen Namen verdient. Die Aussichtsplattform ist über den Baumwipfeln und man kann im Schatten picknicken oder einfach die Aussicht genießen. Ein Wanderweg führt auch zum Fuße des Wasserfalls. Wer genug Zeit hat, sollte auf jeden Fall runterwandern. Der geteerte Weg ist sehr gut zu laufen und führt nicht durch dichtes Gestrüpp, sodass man auch barfuß laufen könnte. Wir haben viele bunte, vor allem blaue, Schmetterlinge gesehen und hatten den Weg für uns alleine.



Auf der Fahrt haben wir nach Cassovaries, Koalas und Kängurus Ausschau gehalten, aber wir haben nichts entdeckt. Wieder im Tal angekommen mussten wir noch einkaufen, bevor wir die nächsten eineinhalb Stunden nach South Mission Beach gefahren sind. Die Vegetation hat sich etwas geändert, es sind mehr Pinienwälder und Berge zu sehen, ausserdem gibt es viele Schilder, die auf die Cassovaries „Wild Life“ aufmerksam machen.
Wir kamen nach der Öffnungszeit der Rezeption an, aber es gibt keine Schranke und es lag ein Umschlag für uns bereit mit den Schlüsseln für das Bad. In der Stellplatzauswahl waren wir frei. Sehr cool! Wir haben uns direkt gegenüber vom Pool eingerichtet. Ein feiner, kleiner Platz mitten im Paradies.




Mittwoch, 05.April 2023, Port Douglas
Bevor wir nach Port Douglas weitergedüst sind, haben wir uns die Stadt Mission Beach angeschaut, bessergesagt das, was als Stadt bezeichnet wird. Links und rechts von der Hauptstaraße befinden sich auf ca. 500 Meter ein paar Restaurants, Bars und Geschäfte und vor allem ein Büro, um einen Skydive zu buchen, die Hauptattraktion. Am Strand konnten wir auch Leute beobachten, die aus dem Flugzeug gesprungen sind und am Strand gelandet sind. Der Strand ist ewig lang und ansonsten sehr einsam. Wir hatten Smoothies und sind nach einer Runde Skydiver-Landung-gucken nach Port Douglas gefahren. Unterwegs lagen die Babinda Boulders, dort kann man super baden, aber Rio hat geschlafen und wir haben uns entschieden, daran vorbei zu fahren.


Am Campingplatz angekommen sind wir nach einer dreiviertel Wassermelone ins Wasser. Es gibt einen kleinen Pool und eine Rutschenlandschaft, an der vor allem Meru Spaß hatte. Rio hat auch eine geeignete Rutsche gefunden und ist sehr ausdauernd hochgeklettert und gerutscht. An der Küche haben die Kinder neue Freunde gefunden, besonders Rio wurde für süß erklärt und musste ständig mit den Mädchen spielen. Eine Weile hat das gut funktioniert, weil sie einen großen Ball hatten, allerdings mochte er nicht getragen werden, was seine selbsternannte Babysitterin aber mit Vorliebe machen wollte. Bis am späteren Abend haben wir uns unterhalten und gespielt, auf etwas Wind oder Abkühlung haben wir vergeblich gewartet. Nachts um 2 ist Steffen sogar mit dem Zelt auf einen anderen Platz umgezogen, weil es zu warm war.




Donnerstag, 06.April 2023, Port Douglas – BERGFEST
Das echte Bergfest ist erst heute, aber es gab wieder nur ein Eis, das mit dem Essen gehen will irgendwie nicht so richtig funktionieren. Wir holen das in Cairns nach und werden frühstücken gehen. Die Küchen schließen hier für unsere Gewohnheiten viel zu früh. Spätestens um 18:30 sollte man sein Essen bestellen, um 20 Uhr werden die Läden geschlossen und Bürgersteige hochgeklappt.
Die Stadt ist sehr übersichtlich, vor allem wenn kein Markt ist, ist man in wenigen Minuten die Hauptmeile abgelaufen. Wir sind die Straße mehrmals auf und ab gelaufen, bis wir jeden Stein kannten. Am Ende der Straße befindet sich der Strand und das Stingernet, dort sind wir noch zum Abkühlen hin.
Abkühlen ist völlig übertrieben, die Wassertemperatur liegt über der meines Badewassers daheim. Das Wasser war auf jeden Fall wärmer als die Lufttemperatur und die lag heute bei 33°C. Besonders warm ist es, weil man sich noch Langarm-UV Kleidung überzieht, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Die Kinder hatten trotzdem Spaß und haben den Strand umgegraben.



Zurück am Camp, hat schon die Babysitterin auf Rio gewartet. Rio war allerdings müde und hat es gerade so geschafft, etwas Reis zu Abend zu essen, bevor er (sogar bei der Hitze) gleich eingschlafen ist.
Meru und Mali haben noch ein paar Runden Uno gespielt und irgendwelche Australischen Shows in der Küche geschaut (einen Fernsehr gab es auf allen Campingplätzen, so bekommen wir ab und zu Lokalnachrichten mit). Seltsam ist, dass die Nachrichten hier wertend gesendet werden, macht irgendwie einen sehr unseriösen Eindruck.





Freitag, 07. April 2023, Cairns
Ich fange mal mit unserem kulinarischen Highlight an. Es gab heute ein frisch gebackenes Brot mit richtiger Kruste! Wir waren an der Camp-Küche und sehen, wie da zwei Brote zum Auskühlen stehen und gucken mit großen Augen. Steffen hat das Brot und die Person, die es auf einem Campingplatz fertig bringt zu backen, gelobt. Zufällig war derjenige in der Küche und hat das Lob gehört. Als wir später zum Kochen in die Küche sind, haben wir uns wieder getroffen und Daniel – ein Bäckermeister, der jetzt aber als Bademeister arbeitet – hat uns auf ein paar Scheiben eingeladen. Letztlich hat er uns das Brot geschenkt, im Gegenzug gab es ein Bier und wir bringen ihm nach den Feiertagen neues Mehl zu Hause vorbei :-).


Die Strecke zwischen Port Douglas und Cairns ist eine der schönsten Routen, die man fahren kann. Wir haben uns Zeit genommen und sind mit mehreren Stopps z.B. um Steine zu stapeln oder die Füße am Ellis Beach „abzukühlen“ und ein Eis zu essen Richtung Cairns gefahren. An den Crystal Cascades war geplant, baden zu gehen, weil das Wasser etwas kühler ist, als das Meer. Der Weg zu der „Badestelle“ ist 1,2 km lang und führt am Fluss und vielen kleineren Wasserfällen vorbei. Zum Baden war der Fluss nicht gut geeignet, da gab es in den Tagen zuvor viel bessere Stellen.



Am Nachmittag haben wir den Campingplatz aller Träume erreicht (das Brot war das Sahnehäubchen). Mali ist sofort zum Kinderschminken abgedüst. Ihre Freundin aus Dänemark hat sie auch gleich wiedergesehen. Morgen haben die beiden den ganzen Tag Zeit zum Spielen, wir werden wie (ganz Cairns) auf dem Campingplatz bleiben.
Vor dem Abendessen waren wir noch in der Lagune schwimmen, die aufgrund der Feiertage sehr bevölkert war. So viele Menschen haben wir seit Wochen nicht mehr gesehen. Es gibt sogar einen Fitnessraum, leider schließt der schon um 19 Uhr.
Die Temperaturen sind selbst draußen vor dem Camper unglaublich warm, und wir hoffen auf einen leisen Hauch von Wind, aber es sieht nicht danach aus.







Samstag, 08. April 2023, Cairns
Mali und Meru haben Pancaces zum Frühstück zubereitet. Sehr lecker. Der Campingplatz hat ein Osterprogram und die Kinder waren vormittags bei einer Zaubershow. Den Tag über hat man es nur im Pool ausgehalten. Steffen war erst mit den Kindern am Gartenpool, wo wir mit dem Brotbäcker und seiner Tochter verabredet waren, während ich im Fitnessraum Sport gemacht habe. Der Raum ist klimatisiert, mein Geheimnis, denn im Gegensatz zum Pool hat man hier seine Ruhe;-).
Nach einer Stunde haben wir getauscht und ich war mit den Kindern baden. Es gab eine winzige Wolke und es fing kurz an zu nieseln. Weil ich nicht wusste, ob unsere Türen geschlossen waren, mussten wir erstmal zum Camper. Nachdem wir schon mal ausserhalb des Wassers waren, haben wir uns für kalte Getränke enschieden und haben dann den Spielplatz, die Sprungkissen und den Wasserpark getestet. Der Wasserpark ist etwas in die Jahre gekommen, aber den Kindern war das egal. Zum Abschluss sind wir nochmal gemeinsam in der Lagune gewesen, bevor wir unser Abendessen zubereitet haben. Es gab Salat mit Pesto, das war schnell fertig und hat allen geschmeckt. Die beiden Großen sind zur Kinderdisco, wir haben Rio bettfein gemacht und haben in Ruhe abgewaschen.
In der Ferne, hinter den Bergen sieht man den ganzen Abend Blitze am Himmel und der Mond stand eben orange und riesengroß über den Palmen. Wir werden gleich ein wenig recherchieren, was wir in Thailands Süden sehen und wo wir unterkommen wollen.


Sonntag, 09. April 2023, Cairns bis 13. April 🙂
Hier muss ich zusammenfassen, beim Camping vergeht die Zeit arg schnell, da man weitere Wege hat, ständig jemanden trifft und zwischendurch einfach genießt. Wir hatten durchweg gute Campingplätze und nette Nachbarn und haben überall nette Leute kennengelernt.
Ausflüge haben wir in der näheren Umgebung gemacht, z. B. zu den Crystal Boulders. Zum Spazieren war es ganz nett und die vielen blauen Schmetterlinge dort sind wunderschön, aber zum Baden war es für uns weniger geeignet.





Um Ostern war der Campingplatz richtig voll und es gab ein bunt gemischtes Programm für die Kinder. Wir haben viel Zeit am Platz verbracht, es gab einfach alles, was Kinder toll finden und unsere Tage haben sich von ganz alleine gefüllt. Passend zu Ostern lief HOP im Outdoorkino und es gab einige Spielangebote. Mit der Dänischen Familie haben wir uns noch mehrmals getroffen und uns zu deren Abschluss in der Stadt an der Lagune verabredet. Die Kinder haben den ganzen Nachmittag zusammen gespielt und sich sehr herzlich voneinander verabschiedet.

Beim Wäsche waschen haben wir noch eine reisende Familie kennengelernt und uns super gut verstanden. Wir konnten uns über vieles austauschen und auch gleich Tipps für andere Länder geben bzw. einholen.
In der Stadt gibt es einen großen Wasserspielplatz, der etwa 800 Meter von der Lagune entfernt ist. Die Badelagune ist wunderschön und wir waren zweimal dort.
An einer Pizzeria standen wir vor den Teigbällchen die hinter der Glasscheibe lagen und haben zugeschaut wie sie zu Pizzaböden verabreitet werden. Wir alle lieben rohen Teig, und nachdem wir eine Pizza bestellt hatten, und die Kinder und ich gesagt hatten, dass wir den Teig daheim auch roh essen, wurde uns ein ganzer Pizzateig mit eingepackt :-).
Unsere Campingmatratzen wollten wir mit dem Schiff nach Hause senden, damit wir die teuren und guten Schlafgelegenheiten auch für Campingurlaube daheim nutzen können, aber wegen der ungünstigen Größe der Rolle würde das 900 Dollar kosten. Wir haben vom Gewicht her noch viele Kilogramm frei und nehmen ab jetzt auch noch eine große Matratze mit. Damit hat sich unser Reisen mit „kleinem“ Gepäck endgültig erledigt.
Ein paar Kleinigkeiten, die wir unterwegs an den Campküchen „for free“ mitgenommen haben, wie z. B. ein Bodyboard, haben wir nun hier „for free“ abgelegt und hoffen, dass andere daran Freude haben.
Das ältere Pärchen, was gegenüber von uns wohnt, lebt seit über 20 Jahren fest auf dem Platz. Die beiden sind sehr herzlich und haben uns zu sich eingeladen. Zu Ostern gab es für die Kinder Kekse und Schokolade, und wir haben zwischendurch Apfelpfannkuchen geschenkt bekommen. Die beiden haben sich in unsere Kinder verliebt. Rio konnten sie immer mit ihrem lieben, alten Hund rüber locken. Direkt vor unserer Abreise haben wir ihnen eine unserer Campingmatratzen geschenkt und den Ventilator, den wir noch besorgt hatten, weil es so heiß war und kein Lüftchen im Camper ging.
Unsere Zeit in Australien ist schon fast zu Ende. Rückblickend hatten wir viele schöne Gegenden gesehen und haben tolle Menschen kennengelernt. Die Natur ist wunderschön und die Weiten sind unglaublich. Hier Höhepunkte hervorzuheben ist unmöglich.
Was ich noch nicht erwähnt habe, die Australier haben die kreativsten Briefkästen, die ich je gesehen habe. Von der Mikrowelle über große Milchkannen bis zu einem Bootsmotor-und Rasenmäherkorb-Kasten ist alles dabei.
Es gäbe noch so viel zu erzählen, wie z.B. dass die vielen Grill- und Picknickgelegenheiten zu Australien dazugehören und auch eine ausserordentliche Passion für Rasenmäher und das Angeln besteht.
Was uns etwas gefehlt hatte, waren Lagerfeuer beim Camping, das gehört für uns irgendwie zusammen und auch Leute, die um das Feuer sitzen, eine Gitarre dabei haben und man bis spät in die Nacht am Feuer sitzt. Natürlich gibt es gute Gründe wie Krokodile, schnell ausbrechende Buschbrände etc. und sehr sehr wenige Leute verteilt auf so viel Land, die eine Gitarre zum Camping mitnehmen ;-).
Bevor es von Downunder weiter geht, schauen wir noch (auf Grund einer größeren Flugumplanung) in Sydney vorbei und freuen uns auf feste Wände und kühlere Temperaturen.

Freitag, 14. April 2023, Cairns/Sydney
Der Campingplatz war nicht mehr voll und wir durften länger auf dem Platz stehen bleiben. Den Tag haben wir gut ausgenutzt und waren noch Minigolf spielen, haben ein Paket per Schiff auf die Reise nach Hause geschickt und sind mit neuen Freunden in der Lagune schwimmen gewesen. Bei den Temperaturen war das Schwimmen auch das einzig Sinnvolle, was man machen konnte. Am Nachmittag haben wir den Camper zurück zur Station gebracht und sind dann zum Flughafen. Der Flughafen ist klein und es war alles sehr unkompliziert. Um kurz vor 23 Uhr haben wir endlich im Hostel eingecheckt und waren froh, ins Bett fallen zu können.
Sydney ist sehr teuer und ein Hostel war das Einzige, was preislich drin war, trotzdem gehört es zu den teuersten Unterkünften, die wir auf der Reise haben. Das Zimmer ist okay, die Lage ist phänomenal. Es gibt eine Dachterasse mit direktem Blick auf den Hafen und die Oper. Die Kinder haben sich über die Doppelstockbetten gefreut und sind direkt hineingehüpft.

Samstag, 15. April 2023, Sydney
Für die späte Anreise gestern waren wir recht früh auf den Beinen. Man merkt, dass man in einem Hostel ist. Es ist zwar ein Familienzimmer, aber um uns herum war es ab 6 Uhr laut, weil die Türen der Zimmer geräuschvoll ins Schloss fallen und das Gebäude echte Holzböden hat, die ihren Charakter haben. Stört uns heute nicht, wir haben viel vor und keine Zeit zu verlieren. Zunächst wollten wir frühstücken. Es gibt eine große Küche, das Buffet war uns zu teuer. Direkt vor dem Hostel gibt es einen Minimarkt, für 2x Cornflakes und 2l Milch haben wir letztlich auch fast 30 Dollar gezahlt. Nachdem wir unser Geschirr abgewaschen hatten, haben wir gesehen, dass es in der Küche Regale gibt in denen Lebensmittel „for free“ sind. Morgen wissen wir jedenfalls wo, wir was frühstücken. Wir wohnen direkt auf „The Rocks“ und sind durch kleine Gässchen in Richtung Hafen und dabei an einem kleinen Markt vorbei gekommen. Die Ecke hat kleine verwinkelte Gässchen mit Restaurants und Cafés. Die Sicht auf die Oper war leider durch ein riesiges Passagierschiff versperrt. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Wir sind an den Werften vorbeispaziert und zur Oper gelaufen. Auch der große Platz vor der Oper ist gerade eine Baustelle und es sieht leider nicht ganz so hübsch aus. Nach etwas Sightseeing sind wir mit der Fähre nach Manley gefahren. Die Cornflakes haben nicht lange gehalten und wir haben ausnahmsweise zu Mittag gegessen, bevor es kurz an den Strand ging. Am Strand war viel los, obwohl es sehr windig und frisch war. In der best bewerteten Eisdiele gabe es noch ein Eis, die Kinder haben sich auf dem Spielplatz vergnügt und dann ging es auch schon mit der Fähre zurück. Irgendwie hat das alles so lange gedauert, dass wir sowohl den Sonnenuntergang verpasst haben als auch die „Sonderbeleuchtung“ der Oper. Samstags gibt es im Hafen ein kleines Feuerwerk, welches wir uns von unserer Herberge aus anschauen wollten. Es war noch genug Zeit zum Schlendern und wir sind den Hafen nochmal in die andere Richtung abgelaufen und sind unter der Habour Bridge durchgelaufen (darüber laufen kostet 380 Dollar pro Person). Das Passagierschiff hat genau nach unserer Rückkehr abgelegt und die Sicht auf die Oper freigegeben. Um 20 Uhr ging plötzlich ein Feuerwerk für 1 Minute los und wir waren ewig weit entfernt. Eigentlich soll es um 21 Uhr losgehen. Zurück auf der schönen Dachterasse haben wir die Kinder noch wachgehalten, damit sie das Feuerwerk nicht verpassen. Leider war es entweder zu windig oder es waren die 5 Knaller um 20 Uhr, aber wir sind ohne Lichterspektakel, dafür mit bester Aussicht ins Bett. Wir waren bestimmt 10 km zu Fuß unterwegs und haben sehr viel gesehen. Morgen haben wir noch Zeit in den Park zu gehen, aber für Sydney sollte man sich mindestens 3 Tage einplanen und möglichst einen Wochenendtag damit man die Extraveranstaltungen wie z.B. den Wochenmarkt sehen kann.


























Sonntag, 16. April 2023, Sydney
Einmal muss man den Sonnenaufgang auch sehen, somit bin ich extra vor Sonnenaufgang auf die Dachterasse und habe die Ruhe und die Aussicht genossen. Ausserdem war es angenehm frisch. Unser Frühstück aus Resten war super, irgendjemand hat sogar ein fast frisches Glas Nutella abgestellt. Das Zimmer musste leider morgens geräumt werden. Das Gepäck haben wir in Schließfächer gewuchtet und dafür eine kleine Gebühr zahlen müssen (bei dem Übernachtungspreis schon etwas frech). Der Ausflug in den Park war schön, leider zu kurz. Die vielen Kakadus waren eine tolle Attraktion und wir haben mehr Zeit beim Zugucken verbracht, als den Park zu erkunden. Andererseits waren wir vor dem langen Flug nach Singapur nochmal zu Fuß unterwegs.





Die Abreise war problemlos und der Flug mit British Airways war okay. Der Sitzplatz ist eigentlich ausreichend (mehr hat man in der Holzklasse nicht) aber das Entertaimentprogramm ging nur an einem unserer Sitzplätze. Das war fies. Für die Unamnehmlichkeit hätte ich ein Gals Champagner haben dürfen. Irgendwie haben wir die Zeit rumbekommen. Es hat hier und da ganz schön geschaukelt und gerumpelt, Rio hat zum Glück 3 von den 8 1/2 Stunden geschlafen.
Die Einreise in Singapur hat wieder eine Weile gedauert, aber wir kamen letztlich gut am Hotel an und sind wieder sehr müde ins Bett gefallen.


