La Réunion

Sonntag, 07. Mai 2023

Der Flug mit Air Austral war lang, aber ansonsten super. Wir saßen in der Familienreihe mit Beinfreiheit, und ich hatte endlich mal einen Fensterplatz bei Tageslicht und vor dem Flügel.

Beim Einsteigen und nach der Landung lief Musik, die auf Urlaub einstimmt. Der Flughafen ist klein, entsprechend schnell hatten wir unser Gepäck. Die Autovermietungen sind alle direkt am Ausgang des Flughafens, und man kann bequem mit dem Gepäckwagen bis vor das Auto spazieren.

Ich habe mich erstmal auf die „falsche Seite“ gesetzt, da ich seit Wochen Linksverkehr gewohnt war.

Die Landschaft ist schon vom Flughafen aus sehr beeindruckend, da war es nicht so schlimm, ein Weilchen im Stau zu stehen. Die Straßen auf der Insel sind meist sehr eng und somit auch schnell voll.

Die Anfahrt zu unserer ersten Unterkunft war wunderschön und zum Ende hin sehr bergig und kurvenreich. Gleich nach dem Einparken wurden wir sehr nett von unseren Freunden aus Australien und deren Nachbarin, welche uns beherbergt, empfangen. Unsere Gastgerberin hatte es eilig und hat uns das Haus gleich überlassen. Von unseren Freunden haben wir noch ein Babybett bekommen und Spielzeug für die Kinder.

Kindersicher ist die Unterkunft nicht, wir mussten permanent hinter den Kindern her, und vor allem Rio mussten wir fast alles aus der Hand nehmen. Da es das private Haus ist, stand natürlich alles an Deko und Kram herum. Besonders ungünstig ist die offene Küche, wo alles hübsch in Regalen und Vitrinen stand.

Die Aussicht aus dem Fenster und dem Anbau, einer Art Wintergarten, sind die Rennerei aber wert. Man hat den Blick ins Tal, links und rechts erheben sich grüne Berge und am Horizont sieht man das Meer. Die Sonne ging genau über dem Meer unter.

Uns war nicht ganz klar, dass Sonntag war und alle Geschäfte geschlossen hatten, mal davon abgesehen, dass wir zum Einkaufen ins Tal müssten, was mindestens 25 Minuten, eher 35 Minuten Autofahrt bedeutet.

In der Küche gab es einige Lebensmittel, wir durften uns nehmen was wir brauchen. Es gab zum Glück Nudeln und allerlei Gemüse aus dem eigenen Garten.

Da wir nach Westen gereist sind, haben wir drei Stunden Zeitverschiebung zurück. Die Kinder sind sozusagen früh ins Bett gegangen, wir aber auch. Mosquitos gibt es hier leider auch. Besonders, weil alle Fenster und Türen offen standen, bevor wir eingezogen sind.

Montag, 08. Mai 2023, Saint Pierre

Endlich ist Montag und man kann zum Supermarkt, dachten wir. Montags öffnet der Supermarkt, wie wir davor stehend feststellten, erst am Nachmittag.

Es gab ein Cafe, was geöffnet hatte. Die Preise sind mehr als französisch, aber hauptsache Kaffee. Wanderschuhe konnten wir auch nicht besorgen, der Laden öffnet auch erst später.

Unsere erste Wanderung ging bei Dos d’Ane zum Cap Noir und Roche Verre Bouteille. Uns wurde der Tipp gegeben, die Route „rückwärts“ zu starten, weil es unterwegs Leitern gibt, welche einfacher zu bewältigen sind, wenn man sie hochklettert statt herunter. Das können wir absolut bestätigen! Man muss nicht weit laufen, um einen atemberaubenden Anblick der Berge und Täler zu bekommen. Auch die Fotos sind toll geworden, aber wenn man dort ist, sieht es noch schöner aus. Die Route ist eigentlich gesperrt gewesen, zum Cap Noir waren es aber nur 15 Minuten und auf der Strecke kamen uns ein paar Leute entgegen, die nicht so aussahen, als könnten sie weite, anstrengede Streken bewältigen. Man läuft dauerhaft an der Schlucht entlang, mal wird der Weg recht schmal, mal muss man etwas größere Felsen oder Stufen überwinden. Es war für die Kinder machbar, aber wenn es geregnet hat, sollte man die Tour besser nicht mit Kindern machen. Es gibt drei Abschnitte mit Leitern, da sollte man schwindelfrei sein, oder nicht nach hinten schauen. Kurz vor dem Ende sind wir über den Bergrücken auf einem Grat gelaufen, hier war der Weg zum Glück breiter und man hatte eine unglaubliche 360° Aussicht. Im Tal wurde Musik gespielt, das hat super zum Moment gepasst.

PS: Da der Sportladen ja geschlossen war, sind wir die Tour in Barfußschuhen gelaufen, war gar kein Problem.

Am Auto gab es Tuk Kekse, die wohl etwas zu lange gebacken wurden und Kakao. Endlich wieder im Tal angekommen, mussten wir den Einkauf noch erledigen. Es wurde etwas viel, die Kinder waren schon müde.

Zu Abend waren wir bei den Freunden eingeladen und haben auch unsere Gastgeberin endlich kennengelernt.

So schön haben wir selten gegessen. Der Tisch stand auf der überdachten Terasse mit Ausblick über das Tal und das Meer. Die vielen kleinen Lichter im Tal sahen sehr gemütlich aus und auch auf de Terasse war es hübsch, aber dezent geschmückt. Wir haben erstmal auf der Couch draussen Platz genommen und wurden mit Getränken (Spezialitäten des Landes) versorgt. Der Garten ist terrassenförmig angelegt, da das Grundstück sehr steil ins Tal abfällt. Es gibt also überall Ecken in denen man was Neues entdeckt, z. B. die Outdoorküche, eine Hütte, die als Atelier genutzt wird, unterschiedliche Flächen, wo etwas angebaut wird…

Zu Essen gab es verschiedenste Gerichte, einen Auflauf mit einem Gemüse, dessen Name ich leider schon wieder vergessen habe (Schuschu haben sie dazu auch gesagt, zumindest wird es so gesprochen), zwei Gemüsesalate (Ascher) und der andere hatte Schuschu mit drinnen 🙂 naja und noch andere Kleinigkeiten. Die Obstplatte zum Nachtisch und ein Tee aus verschiedensten Gewächsen des Gartens neben alkoholischen Spezialitäten.

Wir haben uns super unterhalten und der Abend war viel zu schnell Nacht. Die Kinder sind nach dem Essen auf dem Teppich und der Couch eingeschlafen, zum Glück mussten wir sie nur durch das Gartentor ins Haus gegenüber tragen.

Mit sehr vielen wundervollen Eindrücken sind wir alle müde ins Bett gefallen.

Dienstag, 9. Mai 2023, Saint-Paul und Saint-Gilles-Les-Bains

Baguette hatten wir leider noch nicht, das wäre heute nicht mehr frisch gewesen, dafür aber Kaffee und Milch. Ach ja Milch, wir haben gestern ungewollt für einen wenig Belustigung gesorgt. Wir haben erzählt, dass wir im Supermarkt so lange gebraucht haben, weil wir die Frischmilch gesucht haben und irgendwann wenigstens mit Hafermilch zur Kasse sind. Ja, uns ist aufgefallen, dass es auf der Insel wenig Platz für Kühe gibt, aber wir dachten nicht daran, dass die Milch importiert werden muss und es aus dem Grund schon mal keine Frischmilch gibt. H-Milch gibt es, allerding ist diese auch nicht üblich und zudem sehr teuer. Hafermilch im Kaffee schmeckt so gut, dass ich auf Kakao umsteige, sobald wir Kakaopulver besorgt haben ;-).

Zum Wandern sind wir dieses Mal nach Maïdo gefahren. Die Landschaft sieht recht schnell ganz anders aus. Es gibt trockene Bäume, Sträucher, Moos und Lavagestein. Es war relativ bewölkt, darum hatten wir leider keine gute Sicht in die Täler, aber trotzdem sind wir durch eine faszinierende Szenerie gestapft. Endlich oben am Parkplatz angekommen, stellten wir fest, dass wir das Geld vergessen haben. Wir sind einem Weg gefolgt und dann auf eine mit weißer Farbe markierten Pfad zum Le Grand Bord abgebogen. Am Ende der Markierungen standen wir (sehr wahrscheinlich) an einer steilen Felskante, für die man sicher schwindelfrei sein sollte. Die Wolken zogen so schnell nach oben und haben uns umhüllt, dass man die Aussicht nur erahnen konnte. Die Kinder haben wir jedenfalls nicht nach vorne gelassen. Wir selber haben auch besser Abstand gehalten, man hat ja eh nicht viel gesehen.

Eine Stunde Kurven zurück, Geld einsammeln, Picknickzeug mitnehmen, an der Boulangerie Baguette einsammeln und ab zum Strand. Am Strand haben wir ein Picknick gemacht und unser frühes Abendessen gehabt. Zum Nachtisch gab es Eis und zum Sonnenuntergang waren wir noch mit den Füßen im Indischen Ozean, die Kinder komplett.

Es gibt nur wenige Badestrände, aber wir haben mit Plage des Roches Noires einen sehr schönen Strand erwischt, mit kleinem Netz, welches hier vor allem vor Haien schützt. Das Wasser ist sehr klar und hat eine schöne Farbe gehabt. Zurück an der Unterkunft haben wir noch Wäsche gewaschen und dann war es schon wieder Schlafenszeit.

Mittwoch, 10. Mai 2023, Cilaos

Heute war Abreise nach Cilaos. Bevor wir uns in die Berge gemacht haben, sind wir nochmal an den schönen Strand von gestern Abend gefahren. Dieses Mal waren wir alle richtig baden und haben einen Strandvormittag eingelegt. Nach Cialos waren wir gute 1 1/2 Stunden unterwegs. Die Fahrt war abenteuerlich, hier und da ist die Straße so eng, dass nur ein Auto durchpasst und man möchte nicht das Auto sein, das rückwärts fahren muss. Stück für Stück haben wir uns durch die Berge geschlängelt und kamen am Nachnmittag in Cilaos an. Einen Supermarkt gibt es allerdings erst in Cilaos, wir wohnen etwas ausserhalb, dafür sehr ruhig und edyllisch.

Die Kinder waren erstmal nicht so begeistert von so vielen Bergen, keinem Spielplatz und kein Internet. Im Häuschen hat sich die Stimmung in Freude gewandelt. Es ist sehr rustikal, aber in der Wohnstube gibt es einen Billardtisch und einen Tischkicker und eine große Spielesammlung. Wir Erwachsenen haben uns über die Kaffemaschine und die Feuerstelle gefreut. Holz wäre noch gut, kalt ist es nämlich auch. Unten am Haus sind Hühner und man hat eine super Aussicht aus dem Anbau. Bis das Wasser warm wird, dauert es allerdings so lange, dass es schon lohnt, den Wasserkocher anzuschmeißen und das Wasser zu mischen.

Bis es Essen gab, haben die wilden Drei gespielt und sind durchs Haus geflitzt. Zum Sonnenuntergang war es noch sehr bewölkt, aber es hat aufgeklart und wir konnten einen tollen Sternenhimmel beobachten. Zum Schlafen mussten wir uns, zum ersten Mal auf der Reise, in eine Decke kuscheln.

Donnerstag, 11. Mai 2023, Cilaos

Die Uhr hat nichteinmal sieben angezeigt, als wir aufgestanden sind. Für das Frühstück hat uns etwas gefehlt, wo wir den Belag hätten drauflegen können, bzw. Milch, die wir in das Müsli hätten schütten können. Der erste Stopp war beim Bäcker in der Stadt. Besonders groß ist die Stadt nicht, aber es gab Baguette und einen Supermarkt, den wir nach der Wanderung noch aufgesucht haben.

Die Wanderung war als „schwer“ ausgewisen, aber nur knappe 3 km pro einfacher Strecke. Wir sind gegen 11 Uhr Richtung La Chapelle aufgebrochen. Es geht über Stock und vor allem Stein, aber auch mehrfach über einen Bach mit rutschigen Steinen und durch Matsch. Der Weg führt ständig rauf und runter, die 2,8 km ziehen sich. Wir haben auch niemanden sonst mit Kindern wandern sehen. Die Leute, die wir am Anfang der Tour gesehen haben waren im selben Tempo unterwegs, viel schneller wären wir ohne Kinder auch nicht gewesen. Als wir endlich am Flussbett angekommen sind, haben wir eine Pause eingelegt. Bis zum richtigen Eingang der Chapelle wären es nochmal 300 Meter gewesen, allerdings so schwierig zu Laufen, dass uns alle davon abgeraten haben, das mit den Kindern zu machen. Wir haben darauf gehört und sehen die Abkühlung im kalten Fluss als Ziel. Wir haben die Schuhe ausgezogen und uns eine gute Stunde ausgeruht. An den Rückweg wollten wir noch nicht wirklich denken, aber es war eigentlich Regen gemeldet und es zog zumindest etwas Wind auf und die Sonne verschwand langsam aus dem Tal. Nach den ersten Höhenmetern hat Steffen festgestellt, dass seine Leihschuhe (von den Freunden) beide die komplette Sohle verloren haben. Zuvor haben wir uns noch über den „Trottel“ gewundert, der seine Sohle einfach auf dem Weg am Fluss liegen lässt. Je weiter wir gelaufen sind, desto mehr Schuh ging verloren. Glücklicherweise konnte ich die Kinder gut bei Laune halten, wir haben uns Überraschungen überlegt, uns ausgemalt was wir alles essen werden, wenn wir angekommen sind, und wie wir in der Berghütte frisch geduscht, eingemummelt in weiche Decken mit einem heißen Kakao vor dem Feuer sitzen und Stockbrot machen. Der Plan stand, der Schuh schwandt. Steffen lief irgendwann nur noch auf einer Papp-Einlegesohle. Kurz haben auch noch gedacht, wir hätten uns verlaufen, weil wir den Bach an einer anderen Stelle überquert haben, und der Weg nicht mehr erkennbar war. Leute haben wir auf dem Rückweg auch keine mehr getroffen. Zumindest ging es ständig bergauf und dauernd über den Fluss. Rio hat heute auch wunderbar mitgemacht und war nicht quengelig, er war nur schwer und zieht einem gerne an den Haaren. Die letzten Meter sind die Schuhe komplett zerfallen, Steffen hat es mit Rio noch ans Auto geschafft. Aber auch die Kinder waren auf dem Rückweg fast 30 Minuten schneller.

Der Supermarkt hatte leider kein Feuerholz, somit wird es leider auch kein Stockbrot geben, das holen wir bei der nächsten Gelegenheit nach. Kakaopulver gab es und 6x Milch auch.

Daheim haben wir festgestellt, dass wir einen Kakao erwischt haben, der mehr aus Zucker besteht und kaum Kakaoanteil hat (also ich wollte einen mit 70% Kakaoanteil kaufen, aber bei 8 Euro haben wir es uns anders überlegt und leider zur „falschen“ Packung gegriffen. Die Kinder stört es nicht, schließlich ist die Pampe braun und süß. Wir saßen geduscht und eingekuschelt auf der Couch und haben nach Hause telefoniert, mein Opa feiert heute bei meinen Eltern seinen 80. Geburtstag.

Die Kinder durften ihre versprochenen Extras essen, die Alternative zum Stockbrot waren Nudeln und zum Nachtisch Joghurt mit Obstmus (was nochmal so viel Zucker enthält wie der Nicht-Kakao).

Die geplante Wanderung für morgen werden wir kürzer halten, und wenn es möglich ist, gehen wir hier in Cilaos in die Therme.

Freitag, 12. Mai 2023, Cilaos

Die Therme ist anders, als wir das kennen. Man muss alles einzeln und nach Minuten zahlen. 20 Minuten Sauna kosten 20 Euro pro Person. Stattdessen haben wir den Wanderweg direkt hinter der Therme genommen und sind zum Bassin Bleu gelaufen. Der Weg war eigentlich einfach, aber es gab zwei Stellen, wo es wirklich sehr steil ins Nirvana ging. Wir waren schon am Fluss und sind über das Lava-Flussbett gelaufen, aber die letzten 3 Meter runter zum Bassin Bleu konnten wir mit den Kindern nicht klettern. Oberhalb des Bassins konnte man die Füße auch abkühlen. Wir haben unser kleines Picknick ausgebreitet. Am Nachmittag haben wir Crêpes in Cilaos gegessen und sind etwas durch die Stadt und am See entlang gebummelt.

Meru hat sich nicht so fit gefühlt, der ist gleich ins Bett gegangen. Rio hat mit Mali Verschiedenstes in der Küche gespielt und wir haben die nächsten Ziele geplant.

Unter uns sind Partygäste eingezogen. Die ruhige Berghüttenatmosphäre war dahin.

Samstag, 13. Mai 2023, von Cilaos nach Saint-Joseph

Sehr früh, noch zur Morgenröte, sind wir von Rio geweckt worden. Wir haben gemütlich gefrühstückt und gepackt. Es waren deutlich mehr Leute auf der Straße unterwegs. Über eine Stunde haben wir uns die sehenswerte Straße in Richtung Tal geschlängelt. Ab und zu mussten wir anhalten, weil nur ein Auto auf der Straße fahren kann, ansonsten muss man vor der Kurve hupen. Es lagen einige Attraktionen auf dem Weg.

Zunächst haben wir den Wochenendeinkauf erledigt und waren mit den Kindern noch auf einem Spielplatz vor dem Einkaufszentrum. Als wir vom Parkplatz wollten, standen wir erstmal ewig im Stau, haben dann den falschen Abzweig genommen und uns nochmal von einer anderen Seite in den Stau gestellt.

An den „Cascade Grand-Galet“ sind wir ausgestiegen und haben die 250 Meter vom P zum Wasserfall ohne Kraxe zurückgelegt. Blöderweise mussten wir die letzten Meter, wie so oft hier auf Réunion, über rutschige Wurzeln, riesige Felsen und auf einem schmalen Vorsprung herunterklettern. Es war zumindest ein Seil am Felsen befestigt. Den Wasserfall konnten wir zwar von dort nicht komplett sehen, aber das Wasser vor uns war glasklar und dunkelblau (und recht kalt). Nachdem wir einen etwas besseren Weg zurück zur Straße geklettert sind, konnte ich die Kinder noch überreden, wenigstens hinter die nächste Kurve zu schauen. Siehe da! Die Straße führt direkt am Wasserfall vorbei und man hat eine spitzen Aussicht. Nur wer unbedingt am Wasserfall baden möchte, muss klettern, sagt die Dame neben uns. Wir haben den Anblick noch eine Weile genossen und sind im Anschluss nach La Marine Langevin gefahren. Hier gab es verschiedene Aussichtspunkte. Besonders schön war es, auf den Lavafelsesn zu sitzen und zuzuschauen, wie die Wellen in das Becken rollen, vor dem man sich im sicheren Abstand gut positionieren kann. Wir sind auf dem Rundweg an der Küste entlang gelaufen und haben alle paar Meter einen anderen tollen Blickwinkel gehabt.

Am Cap Jaune wollten wir auch noch spazieren gehen, allerdings war die Straße privat und es führte kein Weg mit dem Auto dorthin. Inzwischen war es auch schon Abend, die Mosquitos kamen hungrig heraus und unsere Unterkunft lag ganz in der Nähe. Nachem wir schon Rückwärts aus der Gasse herausgefahren sind und in allen Mini-Gassen waren, hat sich herausgestellt, dass die Unterkunft genau an der privaten Straße liegt. Wegen der Mücken sind wir aber bis zum Sonnenuntergang drinnen geblieben und haben das Abendssen gekocht.

Sonntag, 14. Mai 2023, Sightseeing mit dem Auto

Nachdem die Bilder für den Muttertag fertig gestellt waren, konnten wir losfahren. Es war für unsere Verhältnisse trotzdem sehr früh, unsere Nachbarn waren nicht gerade leise. Weder bei der Heimkehr gestern Abend, noch beim Aufstehen, Frühstücken oder der Abreise.

Nach wenigen Minuten waren wir schon am Cap Méchant, einer schönen Steilküste mit Löchern in den Felsen und einer natürlichen Brücke. Man konnte an der Küste entlanglaufen und hatte auf der einen Seite das schöne Blau mit den schwarzen Felsen und auf der anderen Seite Rasen mit Lavasteinen und Mangroven.

Auf dem Weg zum Auto kam eine alte Dame auf uns zu und wollte uns entweder den katholischen Glauben näher bringen oder verfluchen. Gut, dass wir etwas schneller zu Fuß waren, denn sie ist uns hinterher gelaufen und hat beharrlich auf uns eingeredet.

An der Küste entlang hatten wir andauernd eine tolle Aussicht auf die schwarzen Steilhänge und Wellen. An der nächsten Tanke wollten wir zum Insel-Einheitspreis von 1,73 € pro Liter Diesel tanken. Uns ist zum Glück noch vor der Tankfüllung aufgefallen, dass das Portmonnaie nicht im Auto ist. Mist! Schon wieder. Wir sind nochmal umgekehrt und haben eine Parallelstraße genommen, da wir das Cap aussparen konnten. Das Tanken war zum Glück noch nicht so dringend, beim 2. Mal war die Tankstelle nämlich voll. Es waren viele Motorradfahrer unterwegs, Reisebusse und Familien, die überall gepicknickt haben.

Besonders viele Familien waren an den Anse des cascades. Hier war Musik aufgebaut und einige sind mit großen Zelten/Pavilions angereist. Unser Picknick haben wir am Auto veranstaltet, weil der Parkplatz in der Nähe des Parks voll war. Nachdem wir an den Cascaden vorbei gelaufen sind, verlief der Weg in Richtung Meer. Wunderschön, als wäre das angelegt worden, wir konnten auch große gelbe Vögel beobachten. Es gab einen Stand wo man verschiedenste Produkte mit Vanillie kaufen konnte. Die Vanille-Farm, die wir hätten besuchen können, war heute geschlossen. Das war jedenfalls ein Trostpflaster. Es gab jedenfalls Rum, Kuchen und … – ähhh das Geld lag im Auto. Fast am Auto angekommen, hat Mali sich an den scharfkantigen Lavasteinen verletzt. Kein Geld, kein Kuchen.

Weiter ging es auf der Route-Lava. An verschiedenen Stellen konnte man sehen, wo die Lava bis ins Meer geflossen ist. Die Landschaft sieht einmalig aus. An jedem erkalteten Lavastrom steht ein Schild, von wann der Strom ist. Hinter den Lavabergen konnte man schon dunkle Wolken sehen, für heute ist auch Regen gemeldet gewesen. Es sah für uns sehr mystisch aus, wie sich die schwarzen Hänge vom weißen Nebel und den grauen Regenwolken abhoben.

Eine Kirche die in den 1970ern von einem Lavastrom erfasst wurde, aber nicht abgebrannt ist, war der nächste Stopp. „Notre Dame des Laves“. Es fing etwas an zu nieseln und wir sind noch ein wenig weiter gefahren bis nach Saint-Benoît. Auf dem Rückweg sind wir zum Teil andere Straßen gefahren und haben zufällig noch eine andere Kirche besichtigt. Besser gesagt, vor der Kirche, die wir von aussen angeschaut haben, stand ein Eiswagen und wir haben Eis gegessen. Auf der Heimfahrt hat es richtig geregnet und uns sind einige Wasserfälle aufgefallen. Wir kamen mehrmals über Brücken, worunter ein riesiges Flussbett lag, aber wenn überhaupt flossen dort kleine Bäche.

Hier könnte man theoretisch Stockbrot zubereiten, was ursprünglich der Plan war. Es waren aber noch Kartoffeln übrig und Mischgemüse hatten wir auch noch. Bis die Hefe gegangen wäre und das Feuer angezündet, hätte es niemand von uns ausgehalten. Alle wurden von den Resten satt und wir haben uns das große Kochen gespart.

Rio ist hier sehr aktiv durch das Zimmer gestreunert und hat uns zum Spielen animiert. Wir sind Rollkoffer-Pferd geritten, haben Orangensaft gepresst und seine Luft-Suppe gegessen. Wir wurden alle von ihm gefüttert, ich habe sogar ein Tuch zum Mund abputzen gereicht bekommen.

Ausserdem ist Rio von alleine ins Bad gelaufen und ist auf’s Klo geklettert. Es hat alles funktioniert, von den Geschwistern gab es großen Applaus für die Leistung und Abspülen durfte er auch noch. Artig hat er sich, wie die Großen, die Hände gewaschen :-).

Montag, 15. Mai 2023, Saint Leu

Mit der Morgenröte ging es aus dem Bett, mit den Mosquitos an den Frühstückstisch und mit der Sonne nochmal an die Steilküste zum Wellen gucken.

Die Wellen waren heute stärker und man musste etwas mehr Abstand zum Korallenbecken halten. Ich hatte einen super Blick in das Becken und konnte neben den farbigen Korallen auch kleine Fische entdecken.

Im Anschluss sind wir nach Saint-Gilles in den Jardin Eden gefahren. Wir sind gar nicht wegen der Pflanzen in den botanischen Garten, sondern weil man mit Glück auch Chamäleons finden kann. Die Chamäleons leben in freier Wildbahn und können sich natürlich auch ausserhalb des Gartens aufhalten.

Während wir die ersten Minuten versucht haben Chamäleons zu finden, haben wir sehr schöne grün-blau-rote Salamander entdeckt. Mit der Zeit haben wir uns gefragt, wie hoch in den Ästen wir suchen müssen und welche Bäume oder Pflanzen sie wohl präferieren.

In ca. fünf Meter Höhe auf einem Bambusast haben wir ein recht großes grünes Chamäleon erspäht. Nachdem wir durch den recht kleinen Garten gelaufen sind, sind wir nochmal zurück zu dem Bambusbaum, konnten das grüne Chamäleon aber nicht mehr entdecken, dafür war aber ein kleineres rot-braunes Chamäleon ca 1,5 Menter von mir entfernt auf einem kleinen Ast. Das Zweite konnten wir viel besser beobachten, es war nur leider nicht so schön bunt, aber dafür ganz nah.

Kurz vor der Unterkunft, heute mal eine Nacht im Hotel, gab es vom Eiswagen ein Softeis mit Meeresblick.

Wir haben ausnahmsweise eine Nacht im Hotel, es war nichts anderes zu finden, was den Preisrahmen nicht völlig sprengt und noch irgendwie gut erreichbar ist.

Das Städtchen liegt am Meer und hat ein paar kleine Strandabschnitte, beim Joggen habe ich einen kleinen Park gefunden mit Wasserspielplatz. Nach 15 Uhr war die Rezeption geöffnet und wir konnten endlich das Zimmer beziehen. Die Lage des Hotels ist zwar super, aber das Preis-Leistungsverhähltnis passt nicht. Wir haben ein Zimmer für vier Erwachsene gebucht, es ist aber so gedacht, dass zwei Personen auf der Couch schlafen. Die Kinder finden es gut, aber als Gruppe von Erwachsenen wäre ich sehr enttäuscht, wenn ich fast 200 Euro für eine Nacht auf einer Couch zahlen müsste. Ja, 200! Und das war günstig. Wir haben ein behindertengerechtes Zimmer bekommen, das war immerhin etwas größer. Die Kinder sind zum Spielezimmer und haben eineinhalb Stunden Betreuung gehabt und ich konnte derweil Laufen gehen. Am Abend sind wir noch zum Auspowern in den Pool und dann ins Bett bzw. auf die Couch.

Dienstag, 16. Mai 2023, Saint-Leu

Auf die Minute genau haben wir ausgecheckt, den Parkplatz durften wir bis 14 Uhr nutzen. Wir sind etwas durch den Ort spaziert und haben nach Mitbringseln für unsere Gastgeber gesucht, aber irgendwie nichts gefunden. Am Park konnten die Kinder eine Weile am Wasser spielen. Einige Leute wohnen in den Hängematten und Zelten, die im Park stehen.

Bevor wir zurück zu Fréderique und Lilian gefahren sind, haben wir nochmal eine Wanderung bei Maïdo auf dem Plan gehabt. Die Aussicht war dieses Mal wolken- und nebellos. Jetzt konnten wir auch sehen, dass man bis zum Meer schauen kann, und an welcher Klippe wir das letzte Mal im dichten Nebel standen. Die Strecke, die wir eigentlich wandern wollten, war gesperrt, stattdessen haben wir den einen einfachen Weg genommen, von dem wir die ganze Zeit aufs Meer schauen konnten.

Unser Wiedersehen am Abend war herzlich. Die Kinder sind gleich zur Spielzeugkiste und waren bis zum Schlafengehen beschäftigt.

Mittwoch, 17. Mai 2023, Saint-Leu

Der Unterwasser-Malkurs begann um 10 Uhr und wir hatten eine längere Anfahrt bis zu dem Strand. Ausgerechnet heute sah es nach Regen aus. Die Großen haben lange gebraucht, bis sie im Wasser waren, es war ihnen etwas kalt. Nach den ersten Minuten hatten sie aber Spaß und sind aufgerecht durch die Gegend geschnorchelt. Man musste etwas helfen, da die Strömung die Knirpse recht schnell vom Mal-„Tisch“ abgetrieben hat.

Netterweise hat Lilian uns seine Schnorchelausrüstung mitgegeben, und wir konnten auch nacheinander schnorcheln. Es hat sich rentiert! Nur zwei Meter vom Strand konnte man schon bunte Fische und Korallen sehen. Es hat Spaß gemacht und ich wäre auch länger im Wasser geblieben, allerdings war es durch den Wind recht kalt. Mali war nach einer Stunde fertig mit ihrem Bild und fror auch. Meru kam kurzdarauf auch aus dem Wasser. Beim Sandschaufeln haben sich die Kinder aufgewärmt und wir sind bei dunklen Regenwolken nochmal schnell gemeinsam schnorcheln gegangen. Im Auto haben wir uns aufgewärmt und sind dann zum Einkaufszentrum, um Curryzutaten zu besorgen. Es hat nochmal geschüttet und es hörte auf, als wir daheim ankamen. Lilian hat mit einem Freund Musik gespielt. Für uns war es schön bei Livemusik und super Aussicht zu kochen. Die Kinder haben später auch Musik gemacht, es gab vom Klavier über die Panflöte bis hin zu seltsamen Saiteninstrumenten alles Mögliche.


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