Donnerstag, 18.05.2023, Johannesburg
Der Tag begann noch auf La Réunion mit einem sehr gemütlichen Frühstück aus den Resten unserer Lebensmittel. Unsere Freunde haben Musik gemacht und uns hat es gefallen. Irgendwie haben wir viel erzählt, zwischendurch gepackt, geräumt und Musik gemacht. Bei einem Check auf dem Navi wurden wir hektisch. Eigentlich wäre genug Zeit gewesen, noch eine Sehenswürdigkeit anzuschauen und sich gemütlich zu verabschieden, allerdings war die Straße zum Flughafen gesperrt. Der Umweg durch die Berge würde mehr als doppelt solange dauern. Der Abschied fiel wiedermal schwer, es war so schön und unsere Gastgeber waren so nett und herzlich und sind auch den Kindern schnell ans Herz gewachsen.
Die Autofahrt zum Flughafen zog sich durch die Berge, aber wir haben noch einen Teil der Insel gesehen, den wir vorher nicht angeschaut haben. Kurz vor dem Flughafen war dann Stau und wir standen eine Weile. Das Auto mussten wir direkt am Flughafen abgeben, das ging problemlos und relativ schnell. Am Flughafen war sehr viel los, wir haben unseren Augen kaum getraut. Wo kommen denn bitte so viele Menschen her?
An unserem Schalter war es zum Glück nicht so arg voll, aber wir haben eine Dame am Check-In erwischt, die kaum Englisch konnte und entweder neu im Job war, oder einfach keine Ahnung hatte. Wir mussten aus der grünen Tasche 6kg umräumen, dann durften wir das Oversize-Gepäck „zum roten Licht“ bringen. Wir sind etwas herumgeirrt, standen in verschiedenen Schlangen, um am Ende wieder dorthin zu laufen wo wir schon waren, natürlich haben wir uns nicht bei der gleichen Dame angestellt. Wir wurden das Gepäck los, das Handgepäck wurde aber auch noch genauestens kontrolliert. Alles lag zerstreut auf dem Tisch und wir hatten keine Zeit mehr es ordentlich einzuräumen, da wir schon am Gate sein sollten. Im Flugzeug ist es arg unpraktisch, wenn die Kinder etwas benötigen und man nicht drankommt, geschweige denn weiß, wo man jetzt die Windeln in der Eile hingesteckt hat. Wir sind etwas entnervt ans Gate geeilt und durften dann doch eine Weile warten, weil der Flugkapitän noch nicht da war.
Irgendwann flogen wir und irgendwann, sehr spät sind wir auch gut in Johannesburg gelandet. Die Einreise ging schnell und das Gepäck war auch flott da, sodass wir mit dem Turm von Gepäckwagen zum Ausgang konnten. Wir mussten zum Busterminal hinter einem Hotel, wo wir mit dem Shuttlebus gleich zum Hotel gefahren sind.
Das gebuchte Familienzimmer war aus welchen Gründen auch immer nicht verfügbar und wir durften in zwei verschiedenen Zimmern schlafen. Nachts um 1 Uhr ist das auch egal. Wir haben noch schnell eine Glühbirne im Zimmer platzen lassen, hatten überall Glas und dann konnten wir auch schon schlafen.


Freitag, 19.05.2023, Pure Nature Lodge bei Paterson
Früh um 6:00 Uhr ging der Wecker. Zumindest haben wir alle 4 Stunden geschlafen, allerdings war es ganz schön kalt. Mit dem Bus ging es wieder zum Flughafen, um nach Port Elizabeth zu gelangen. Der Flughafen in Johannesburg ist gut beschildert und man findet sich gut zurecht. Der Flughafen in Port Elizabeth ist sehr klein, eine SIM Karte haben wir hier nicht gefunden (das war eigentlich der Plan). Das Auto konnten wir fast vor der Tür übernehmen und haben ein sehr geräumiges und neues Auto.
Linksverkehr sind wir schon gewohnt, die einheimischen Vorfahrtsregeln (wer zu erst an der Kreuzung ist, darf fahren) sind neu, aber man kann damit umgehen. Die Fahrt nach Paterson war einfach, die Straße ist gut ausgebaut.
Wir hatten uns Kartenmaterial heruntergeladen, falls wir mal kein Internet haben. Das war heute ganz hilfreich.
Wir haben uns auf unser erstes Ziel richtig lange und dolle gefreut. Olaf hat uns schon gleich nach der Buchungsanfrage eine sehr liebe Mail geschrieben, die Wegbeschreibung zur Lodge von ihm hatten wir zusätzlich.
Gefunden! Nach der gut ausgebauten Straße, geht es auf Privatgelände durch mehrere Tore, die man öffnen und schließen muss. Es hat die letzten Tage geregnet und der Boden war sehr weich, hier und da holprig und naja… Wir sind steckengeblieben! Da standen wir, mitten auf dem Weg, es gab kein zurück und auch kein Vorankommen aus eigener Kraft. Handyempfang war leider auch keiner. Steffen ist ein paar Meter gelaufen, um zu telefonieren und konnte zum Gück Olaf erreichen, der wiederum jemanden organisiert hat, der uns helfen würde. Inzwischen kam uns ein kleines Auto entgegen mit zwei Gästen der Lodge, zu der wir gerade wollten. Neben den Giraffen, waren wir jetzt das Spektakel. Die Beiden wollten eigentlich zum Einkaufen, konnten aber nicht an uns vorbeifahren und waren mit uns gefangen. Die beiden waren sehr lieb und haben angeboten, die Kinder schon zur Lodge zu bringen, aber da kam schon unsere Rettung. Nach dem 2. Versuch waren wir befreit, das schöne neue Auto sieht jetzt auch viel mehr nach Pure Nature aus ;).
Eigentlich wollten wir auch einkaufen, allerdings ist uns der Weg heute zu matschig. Die Zwei haben uns Milch und Schokolade mitgebracht, schon wieder sehr liebe Leute kennengelernt. Die letzten Meter zur Farm haben wir auch geschafft. Gastgeberin Marie hat uns noch die letzten Meter zur Lodge dirigiert „Mit Schwung um die Kurve“ dann waren wir auch schon da.


Unsere Familienlodge
Die Hütte ist riesengroß und super ausgestattet. Wir haben eine Biltzeinweisung erhalten, wichtig: Nichts Essbares und den Mülleimer nicht draußen lassen, sonst kommen die wilden Affen.
Die Kinder haben ein Schlaf- und Spielzimmer für sich. Es gibt jede Menge Spielzeug und die Drei waren beschäftigt, während wir uns eingerichtet haben. Das Bad ist groß und kindgerecht, mit Kinderwaschbecken und Wickeltisch, Badewanne… Es gibt eine Outdoorküche, viele Sitzgelegenheiten auf der Veranda mit Bilck auf den Addo NP und das Grundstück der Pure Nature Lodge. Im zweiten Zimmer schlafen wir. Traumhafter Ausbilck! Mehr Natur kann man wirklich nicht haben. Über einen Trampelpfad kommt man zum Garten 1 und Garten 2 vom Haupthaus. Schon hier begegenen einem einige Tiere. Die Kinder waren hin und weg von den Tieren und dem Spielplatz am Haupthaus. Olaf kam irgendwann auch heim, der musste seinen Sohn vom Internat abholen und hatte eine längere Fahrt hinter sich.


Es gab Tee und selbstgemachten Zitronenkuchen für uns, damit wir es noch bis zum Abendessen aushalten. Rio wurde kurz vor dem Essen sehr müde und musste schon mal etwas schlafen. Die Kinder sind am Haupthaus geblieben und haben sich hoffentlich lieb benommen. Später habe ich erfahren, dass Meru die gesamte Mannschaft ausführlichst über schwarze Löcher unterrichtet hat (so kennen wir ihn ;-)).
Um 19 Uhr haben wir Rio aus dem Bett genommen und wollten mit ihm rüber zum Essen laufen. Wir haben allerdings schon vorher ständig Tiergeräusche gehört. Erstmal bin ich mutig los, es war stockfinster und das Geräusch war definitiv von einem größeren Tier, einem unbekannten Tier. Rückzug, Rückzug, schnell! Handyempfang hatten wir bei uns nicht und auch keine SIM Karte, etwas blöd. Steffen ist nach einigen Minuten alleine zum Haupthaus und hat mich mit Rio zehn Minuten später abgeholt.
Das Geräusch wäre von einem Kudu, jedenfalls gibt es keine gefährlichen Tiere auf der Farm und man kann gefahrlos essen gehen.
Ich war trotzdem froh, als ich ankam. Bei Tageslicht kam ich noch nicht auf die Idee, nach Tieren zu fragen. Apropops Licht, hier in Südafrika wird in einem rolierenden System 3x am Tag der Strom für 2-3 Stunden abgestellt. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Das Essen war sehr lecker. Olaf kocht super und kreativ. Fast alles kommt vom eigenen Hof und ist selbst gemacht. Wir saßen mit den beiden anderen lieben Gästinnen und Familie Heidtke an einem Tisch und haben uns unterhalten.
Unser SIM-Karten-Problem hat sich von alleine gelöst. Olaf hat eine Auswahl an Anbietern hervorgezaubert und hatte auch noch einige andere Tipps für uns.
Morgen soll das Wetter super sein und wir haben uns, wie die beiden Mädels (Mutter und Tochter), für einen Ausflug in den Addo NP entschieden.
Super hilfsbereit haben wir einen Hop-On Guide für den Park organisiert bekommen, den wir, nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, an der Rezeption einsammeln.
Genug von heute!



Samstag, 20.05.2023, Pure Nature Lodge bei Paterson
Im Winter ist Südafrika echt kalt, in der Nacht waren es nur 8 Grad und wir haben morgens gleich den Gasofen angeschmissen. Das Frühstück bekommt man zur Hütte gebracht, ein Mega cooler Service. Es hat an nichts gefehlt, es gab Obst, selbst gemachten Joghurt, Müslis, Eier, Brot und Brötchen, UND eine unfassbar schöne Aussicht! Ob wir uns die restlichen Brotscheiben für den Mittag schmieren sollen? Neee, wir haben doch gut gefrühstückt.
Um zehn Uhr waren wir am Addo Park verabredet. Die Fahrt vom Grundstück ging heute etwas besser, da der Boden etwas abgetrocknet ist und wir jetzt wissen, wo wir Schwung nehmen müssen.
Unser Guide Ace (wahrscheinlich schreibe ich das falsch, aber er wird so gesprochen) hat uns gleich gefunden. Ace ist Tracker (kann Spuren lesen), hat mal im Krüger NP gearbeitet und auch länger im Addo.
Danke an Olaf, der uns das organisiert hat und danke an Ace für die vielen Tiererlebnisse, die wir alleine nicht so zahlreich gehabt hätten.
Ace hat uns dirigiert und wir haben andauernd Tiere gesehen. Es ist gar nicht in Worten zu beschreiben wie ehrfürchtig man ist, wenn ein Elefant neben einem steht, oder vor einem die Straße überquert. Es gab Zebras, Strauße, Mangus, Erdmännchen, Warzenschweine und jede Menge Antilopenarten, Schakale und wahrscheinlich habe ich noch ein paar Tiere unterschlagen. Es waren viele tolle Eindrücke. Elefanten haben wir mehrmals gesehen, Ace wollte uns aber wenigstens einen Elefanten so präsentieren, dass er vor uns über die Straße geht. Wir waren sehr lange unterwegs und kurz vor dem Verlassen des Parks hat es doch noch geklappt. Zwischendurch haben wir an die restlichen Brotscheiben gedacht, die wir unterwegs doch gerne gegessen hätten.
Falls jemand mal auf die Idee kommt in den Addo NP zu fahren, der ist wirklich schön!, dann nehmt euch einen Hop On Guide, Olaf kann Euch da helfen 😉 (man kann sie auch bei Facebook finden), es rentiert sich absolut. Nicht nur weil man die Tiere findet, man lernt auch viel über die Tiere, den Park, das Spurenlesen und Land und Leute!
Den Guide, den die beiden Mädels hatten, haben wir auch noch kennen gelernt (Simni, er wird 100% anders geschrieben, aber so wird er gerufen). Die zwei waren super glücklich, dass sie Simni dabei hatten und haben ebenfalls viele Tiere gesehen und hatten Spaß mit ihm. Im Übrigen fahren die Guides, wenn ihr wollt, auch das Auto für Euch durch den Park.























Kurz vor dem Abendessen waren wir erst zurück. Wir sind heute doppelt glücklich, dass wir die Unterkunft inklusive Essen gebucht haben. Wir hätten keine Lust und Zeit mehr gehabt, einkaufen zu gehen und dann noch zu kochen und abzuspülen.
Das Essen war wieder ein Gedicht, im Übrigen wurde für L (die Tochter) und mich extra vegetarisch gekocht.







Sonntag, 21.05.2023, Pure Nature Lodge bei Paterson
Nach den aufregenden und langen Tagen, haben wir heute einen Lodge-Tag eingelegt.
Wir konnten schon beim Frühstück Zebras sehen und vom Spielplatz aus die Giraffen.



Das heutige Highlight war die Tierfütterung. Über den Tag durften wir schon das Kalb und das Schaf mit der Flasche füttern und am Nachmittag haben wir den großen Rundgang mitgemacht und die meisten Tiere der Farm gefüttert. Meru und Mali hatten besonders viel Spaß, die Schweine zu füttern, auch Rio hat es bei den Schweinen gut gefallen. Meru fand auch das Eintreiben der Schafe und Ziegen super. Das Versorgen der Tiere ist eher Maries Gebiet, sie hat die Kinder angeleitet und sie alles machen lassen. Man merkt jedenfalls, dass ihr die Arbeit mit den Tieren viel Spaß macht.





Montag, 22.05.2023, Pure Nature Lodge bei Paterson
Der Morgen ist noch sehr kalt gewesen, aber ein paar Sonnenstrahlen schienen schon zum Frühstück auf die Veranda. Gleich nach dem Frühstück sind wir zu einem private Game Drive. Normalerweise kann man einen Gamedrive erst mit Kindern ab 6 Jahren machen, aber Olaf hat seine Connections und uns was organisiert. Ausserdem kam er noch schnell mit dicken Jacken vorbei, die wir gut gebrauchen konnten.
Die Straße zu dem Amakhala Game Reserve war holprig „the Safari-Road“. Wir fuhren am Zaun des Reserves entlang und haben schon bei der Hinfahrt Giraffen gesehen. Der Empfang war in einem Herrschaftlichen Haus mit einem kleinen Kamin vor den wir uns gedrängt haben, bevor es losging. Der Fahrer des offenen Jeeps heißt auch Mali. Es ist ein ganz anderes Gefühl in einem offenen Auto zu sitzen und kein Glas zwischen sich und den Tieren zu haben. Das riesengroße Gelände ist nur mit einem Allrad befahrbar, es hat geregnet und es war stellenweise sehr matschig. Zu Beginn sind wir Nashornspuren gefolgt, wir konnten sie allerdings nur aus sehr großer entfernung sehen. Im Anschluss sind wir sehr lange herumgefahren, ohne überhaupt Tiere zu sehen, abgesehen von Warzenschweinen. Jedes Mal wenn man dachte man hätte etwas entdeckt waren es nur Schweine. Nach einer knappen Stunde sind wir zu einer Lodge auf dem Gelände gefahren und hielten an. Wir wurden zu einem Wasserloch geführt, das hinter einem Zaun war. Dahinter waren drei Flusspferde baden. Das sah irgendwie doch eher nach einem Noblen Zoo aus. Die Hippos können durchaus herumlaufen, aber hinter uns liefen Leute herum die Zielschussübungen gemacht haben, sie haben nur pausiert während wir da waren. Merkwürdiger Ort und wir haben lieber nicht nachgefragt wozu sie üben. Es gibt auch heute noch viele Safaris für Leute die viel Geld bezahlen um Tiere zu erschießen.
Für uns ging es weiter und wir haben gehofft noch etwas „größeres“ aus der Nähe sehen zu können. Es folgten Zebras, die sehr weit weg waren, ein paar Antilopenarten und viele Warzenschweine. Ab und zu lag ein sehr strenger Geruch in der Luft und wir haben gefragt welches Tier das ist, leider roch der Fahrer nichts und hatte keine Antwort. Mit dem Blick auf die Uhr schwand unsere Hoffnung immer mehr etwas spektakuläres zu sehen. Dieser private Game Drive ist zwar nicht vom teuersten Anbieter, dennoch ist er ein vilefaches teurer als der Addo NP und wir hatten etwas mehr erwartet. Die Tiere sind allerdings wild und nach Regenwetter können sie sich gut verstecken.
Fast im letzten Moment wurde Mali doch fündig und hat einen Löwen ausgemacht. Der Löwe lag ca. zwanzig Meter von uns entfernt im hohen Gras unter einem Baum. Nach ca 5 Fotos hat er sich schlafen gelegt und ist leider im Gras gut versteckt gewesen. Ein paar Meter weiter saßen zwei Löwinnen im nicht hohen Gras und auch viel näher am Wegrand. Das war jetzt ganz schön nah, ca zehn Meter. Eine Löwin war im Jagdmodus, die andere lag aufmerksam im Gras und hat uns beobachtet. Meru war es nicht so geheuer, Rio dagegen wäre am liebsten streicheln gegangen. Wir waren alle begeistert und hätten auch gerne länger zugeschaut, denn die eine Löwin hat zur Schweinejagd angesetzt. Das Schwein konnte länger schnell rennen und hat sich retten können. Auf dem Rückweg zum Herrenhaus konnten wir noch die Giraffen recht nah sehen. Leoparden haben wir leider nicht gesehen und Büffel auch nicht, aber das Löwenerlebnis war super.


















Zurück am Haus gab es Mittagessen für uns. Es war schön gedeckt, es gab sogar für Rio ein komplettes Essen (was eigentlich nicht nötig gewesen wäre). Der Garten war wunderschön, allerdings ist das Haus sehr düster und die ursprüngliche Einrichtung erdrückt etwas. Geschmeckt hat es aber! Auf dem Rückweg konnten wir die Giraffen nochmals sehen.
Zurück an der Lodge stand noch Reiten auf dem Programm. Meru und Mali durften helfen die Pferde zu putzen, bevor es mit Helm und Sattel ins Grüne ging. Die Kinder sind in den Sonnenuntergang geritten, was ein extra-cooles Erlebnis war. Marie hat während des Ausritts ganz viel erzählt und erklärt, z.B. über die Löwen in der Gegend. Die Bewegung tat nach dem vielen Sitzen sehr gut. Die Großen sahen sehr glücklich aus, nach dem Reiten hat Mali mehrmals gesagt wie schön sie das Reiten fand. Bis wir zurück waren, war es schon dunkel.










Es gab gleich nach dem Ausritt Essen. Die Kinder haben stolz erzählt was wir heute alles gesehen und erlebt haben. Manchmal ist es so viel, dass man erstmal verarbeiten muss, um das ganze Glück in Worte zu packen. Die Kinderaugen strahlen, wir haben wilde Tier aus nächster Nähe gesehen und unglaublich nette Leute kennen gelernt. Unser letzter Abend bei den Heidtkes ging schnell zu Ende. Wir waren alle recht müde. Beim Essen haben wir alle von den Erlebnissen des Tages erzählt, ein gemütlicher Abend!
Jeden Abend, nach dem Essen, mussten wir die müden und teilweise schlafenden Kinder, zurück zur Lodge tragen. Dabei haben wir immer die zwei „starken Mädels“ als Unterstützung gehabt. Der Weg zur Lodge war mit Ihnen auch sicherer, „die können den Löwen ja aus dem Weg Boxen“, meinte Mali :-).
Es war schön ein paar Tage am Leben der Familie teilhaben zu dürfen. Sie geben ihr Bestes den Gästen einen schönen und unvergesslichen Aufenthalt zu bieten und die Farm über Wasser zu halten. Wir sind dankbar für die Einblicke in das Leben hier, den tollen Service, die vielen Tipps, das gute Essen und hoffen dass künftig viele Gäste vorbei kommen!




Dienstag, 23.05.2023, Oubosrand
Die Lodge ist für die kommenden Tage nicht gebucht, wir konnten ganz gemütlich frühstücken packen und hätten so lange bleiben können wie wir wollten. Die Kinder haben nochmal eine Weile bei den Tieren und auf dem Spielplatz verbracht. Am Mittag haben wir uns aber verabschiedet und sind zunächst nach Port Elisabeth in die Baywest Mall gefahren.
Es stand ein Lebensmitteleinkauf an und eventuell etwas wärmeres zum Anziehen. Das eine Outfit für kalte Tage ist nicht warm genug und müsste mal gewaschen werden.
In der Mall gibt es alles! Trotzdem stand ich vor der Kleidung und konnte mich nicht so richtig entscheiden. Mir wäre ein dicker Hoodie recht gewesen, aber irgendwie war nicht das Richtige dabei. Alle drei Kinder waren auf einem Betreuten Indoorspielplatz, während wir den Einkauf erledigt haben.
Die Autofahrt dauerte wieder länger als angekündigt, weil die Straße Blockweise gesperrt wurde. In der Dämmerung kamen wir endlich an. Es wurde richtig kalt und wir mussten uns mit dem Kochen beeilen, weil der Strom ab 21 Uhr abgestellt wurde.
Die Unterkunft liegt direkt am Meer und hat eine fantastische Aussicht aus dem Schlafzimmer und vom Balkon, sowohl in den Himmel als auch auf das Meer. Man hört die Wellen hereinrollen und auf die Felsen prallen. Die Aussicht ist ganz anders, aber auch schön!

Mittwoch 24. Mai. 2023, Oubosrand und Tsitsikamma NP
Kalt! Der Blick aus dem Fester ist einfach Wahnsinn.
Vormittags sind wir zum Tsitsikamma NP aufgebrochen. Am NP-Eingang kam dann die Überraschung. Es kostet für und 40 Euro eintritt. Puhhh, nur fürs Wandern ganz schön teuer! Auch jetzt im Nachhinein muss ich sagen, es war zwar schön, aber es war nur ein Spaziergang am und über das Wasser, der Preis ist arg hoch.
Der Weg zur Suspension Bridge ist gut ausgebaut. Theoretisch kann man auch weitere Wege wandern, allerdings wollen wir später evt. noch wonaders spazieren gehen. Am Big Tree haben wir noch einen Stop eingelegt. Ein kleiner Rundweg führt zum über 1000 Jahre alten Big Tree. Zum Umrunden hat Mali 21 Schritte gebraucht.
Zurück an unserer Unterkunft, haben wir gleich das Feuer für unser Stockbrot angezündet. Leider liegt der Grillplatz im Schatten und unter der Treppe, von der Terasse hätte man noch den Sonnenuntergang beobachten können. Der Strom war heute extrem lange abgestellt, den heißen Tee gab es erst, als es schon längst dunkel war. Das Stockbrot war aber sehr lecker (den Teig haben wir noch von Olaf mitbekommen :-)).
Als endlich der Strom angestellt wurde, gab es noch eine Dusche, weil wir alle nach Räuchermännchen rochen. Dann haben wir die Sterne und die Wellen vom Bett aus beobachtet.












Donnerstag, 25. Mai 2023, Plettenberg Bay
Checkout war schon um neun Uhr, pünktlich waren wir zwar nicht, aber es hat auch keiner etwas gesagt.
In Plettenberg waren wir schneller als gedacht und hatten noch Zeit, bevor wir die Unterkunft beziehen konnten. Es lagen mehrere Supermärkte auf dem Weg, wo wir uns die Zeit vertreiben haben. Es gab noch ein kleines 2. Frühstück im Warmen, dann ging es durch die Gassen, bevor wir das Appartment bezogen. Alles sehr aufgeräumt hier, es liegt kein Müll herum, die Häuser sind eingezäunt, manche sogar mit Strom.
Unser Häuschen ist klein, fein und nur 400 Meter vom Strand entfernt Zum Strand sind wir allerdings nur sehr kurz, da der angekündigte Regen wirklich kam. Bevor es anfing zu regnen, konnten wir den Robben beim Baden zuschauen. Ein unerwartetes Highlight.
Auch wenn wir es nicht weit hatten, wurden wir ordentlich nass. Es half nur warm duschen, eine Kuscheldecke und Kakao. Die nächste Unterkunft hat entweder einen Kamin oder eine große Feuerstelle. Unsere Abendbeschäftigung war gesichert.




Freitag, 26. Mai 2023, Plett
Der Regen hat nachts nachgelassen und die Sonne kam am Vormittag heraus. Meru hatte noch eine Verabredung mit seiner Klasse, um seinen Vortrag zu halten. Vorher sind wir nochmal an den Strand gegangen und haben den Robben zugeschaut.
Nach dem Vortrag sind wir zum Plett Puzzle Park. Der Eintritt ist relativ teuer und das Labyrinth hat uns zur Verzweiflung gebracht. Man erhält am Eingang zum Labyrinth einen farbigen Stab, den man in die Schlüsselkiste werfen muss, um den nächsten farbigen Stab zu erhalten. Insgesamt gibt es vier Kisten mit Farben, die jeweils an der äußeren Ecke des Labyrinths zu finden sind. Zusätzlich gibt es an jedem Eck ein Rätsel, welches man lösen muss.
Wir haben auf der Suche nach dem Weg zur ersten Farbe die drei anderen Farben gefunden, aber den richtigen Treppenaufgang zu blau konnten wir ewig nicht finden. Mit einem Tipp hat es dann zwar funktioniert, aber dann kamen wir nicht mehr so einfach zu den anderen Farben. Es hat irgendwann genervt, da man ständig sprichwörtlich Bretter vor dem Kopf hatte. Rio wurde nach 30 Minuten quengelig und es wurde frisch. Nach etwa 90 Minuten haben wir es heraus geschafft und die Rätsel konnten wir auch noch lösen.
Wir wollten uns mit einem Eis belohnen, aber die Eisdiele war leider geschlossen. Stattdessen sind wir nochmal zum Supermarkt und haben Erdbeer-, Blaubeer- und Himbeernachschub besorgt und vergorene Weintrauben in Flaschen abgefüllt.
Der Strom war während des Kochens zwei Mal weg, aber nach langer, langer Zeit wurden die Kartoffeln gar. Die Kinder haben noch gespielt, wir suchen Übernachtungen und überspielen Bilder von der Kamera in die Cloud.





Samstag, 27. Mai 2023, Plettenberg Bay
Die Sonne kam raus, perfekt für einen Mittag am Strand. Die Kinder haben einiges aus den Muscheln gebaut, die man hier kiloweise einsammeln kann. Am Nachmittag haben wir eine kleine Spazierfahrt gemacht und uns die Gegend etwas angeschaut. Es gibt hier überall Häuser zu kaufen, einige sind super schön und mit Blick aufs Meer. Die Leute grüßen alle und man unterhält sich auch oft kurz. Die Wassertemperaturen sind sehr frisch, wir haben ein paar Mutige gesehen, die trotz Temperaturen und Haien, die hier gerade Hochsaison haben, baden waren.
Am Abend sind wir zu einem Restaurant an der Straße, wo es Samstags live Musik geben soll. Am Nachmittag hatten wir noch überlegt, ob wir reservieren sollen, aber hier ist so wenig los, dass wir darauf verzichtet haben. Unsere Pläne ändern sich häufig so spontan, aber wir haben uns tatsächlich aufgerafft.
„Was ziehst du an?“ – „Das was ich seit einem halben Jahr trage“. „Okay, dann gehe ich auch in meiner Leggins mit Joggingpulli“. Zum Essen gehen wäre es schon schön, wenn man nicht in der „praktischen Allround-Wanderkleidung“gehen müsste.
„Did you make a reservation?“- „No!“ – „Okay we only have one table free“. Wir wurden an einen Tisch geführt und hatten Glück, gleich nach uns die Leute mussten warten. Es war erstaunlich viel los und es wurde tatsächlich bis auf den letzten Platz voll. Die Musik war super und das Wichtigste, das Essen auch. Wir hatten einen sehr schönen letzten Abend in Plett.

Sonntag, 28. Mai 2023, Stilbaai
Morgens sind wir nochmal an den Strand, heute waren extra viele Robben zu sehen. Nachdem der Foto weggepackt war, haben wir auch Delfine gesehen. Ein besserer Abschied geht gar nicht. Im Gästehaus durften wir länger bleiben, da es nicht belegt war, wir haben noch schnell die Strandtücher zurückgebracht und dann ging die Fahrt nach Stilbaai los. Eigentlich wollten wir unterwegs ein Päuschen machen und an einem Farmstall-Roadhouse was essen bzw. die Kinder toben lassen. Rio hat allerdings so gut geschlafen, dass wir durchgefahren sind. Auf der Fahrt haben wir unzählige Farmen gesehen, meist mit Rindern oder Schafen.
Am Nachmittag kamen wir genau zum Load Shedding an und sind noch schnell etwas spazieren gewesen, bevor die Sonne unterging. Man kann durch die Dünen und das Gestrüpp zum Strand laufen, allerdings wollte ich lieber nicht im Dunkeln diesen Weg zurück laufen. Somit sind wir nicht an den Strand, sondern gleich umgekehrt.
Die Unterkunft ist etwas in die Jahre gekommen. Die Einrichtung erinnert an alte Zeiten, die Möbel sind im Shabbychic-Style, die Fenster waren in den Hausflur gesetzt und der Boden war nur Beton. Irgendwie war es sehr kalt. Zum Glück gab es Wärmflaschen und die Betten waren bequem. Für die Kinder gab es aber eine große Spielekiste.





Montag, 29. Mai 2023, Swellendam
Wir sind in Eiseskälte aufgestanden, draußen war es fast wärmer als drinnen. Schnell haben wir uns auf die Socken gemacht. Der erste kurze Stopp galt dem Feuerholz für den Kamin, Grill und Hot Tub.
Auf der Fahrt wurden wir von der Polizei angehalten. War nur eine Führerscheinkontrolle. Das ist wahrscheinlich der spannendste Moment des Tages gewesen. Einige Strauße haben wir an der Straße entlang gesehen, abwechselnd mit Schafen und Rindern.
Das Zeltcamp konnten wir erst ab 14 Uhr betreten, darum haben wir uns die Zeit noch an einem Einkaufszentrum vertrieben. Es war allerdings gerade load shedding und fast alles war dunkel, wärmer wurde es auch nicht. In einem Fast Food Restaurant gab es einen kleinen Spielplatz, wo die Kinder toben konnten, draußen wurde es zu ungemütlich.
Pünktlich, als wir am Camp ankamen, fing es an zu nieseln. Der Spielplatz sah zwar nach Spaß aus, aber es war leider zu kalt. Unser Luxuszelt war mit einem coolen Hochbett ausgestattet, sowie Bauklötzen und einem Kamin. Wir haben gleich einen Stockbrotteig angesetzt.
Den Teig konnten wir letztlich nur drinnen im Kamin machen. Es hat gestürmt, geschüttet und gewittert. Also bestes Wetter zum Campen. Irgendwie ist etwas viel Zucker in den Teig geraten, wir haben noch ein paar Rosinen hineingemischt und es den Kindern als Stockkuchen verkauft.
Den Hot Tub konnten wir leider nicht ausprobieren, es hat bis 2 Uhr gewittert und uns war viel zu kalt. Vor dem Kamin war es schön, eine Katze hat sich auch noch zu uns gekuschelt (10x vor den Reißverschluss des Zeltes setzen hat nichts gebracht, sie konnte unter dem Reißverschluss wieder rein).





Dienstag, 30. Mai 2023, Swellendam
Rio war zum Sonnenaufgang wach und ich hatte Fieber, Schüttelfrost und null Lust aufzustehen. Wir haben spontan eine Nacht verlängert, damit wir das Camp überhaupt etwas nutzen können.
Rio ist ständig ausgebüchst und hat ständig die Kieselsteine durch ein Gitter geworfen. Plötzlich rief er mich ganz aufgeregt, da stand direkt neben ihm ein weißes Pferd. Das Pferd hat sich den ganzen Tag in der Näher unserer Veranda aufgehalten.
Die Sonne kam heute raus und die Kinder konnten auf den Spielplatz. Wir waren die einzigen Gäste, etwas einsam auf einem leeren Campingplatz. Steffen war mit den Kindern auf einer Art Schnitzeljagd, während ich mich etwas ausgeruht habe.
Den Hot Tub haben wir heute nutzen können. Es hat ungefähr zwei Stunden gedauert, bis das Wasser warm war. Die Farbe ist gewöhnungsbedürftig, es ist nämlich braunes Flusswasser, aber die Kinder hat es nicht gestört. Rio hatte riesigen Spaß am Umrühren; um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen gibt es eine Art Paddel bzw. wir haben es Kochlöffel genannt. Irgendwann wurde es so heiß, dass wir raus mussten.
Zum Sonnenuntergang wurde es wieder windiger und es hat ab und zu genieselt. Wir wollten den Kamin anmachen und uns Tee kochen. Blöderweise war das Feuerzeug verschwunden und wir konnten auch keines auf die Schnelle besorgen. Wenn man über dem Feuer vom Hot Tub Marshmellows rösten kann, dann kann man auch einen Kaminanzünder nehmen und ihn schnell vom Tub zum Kamin bringen. Es hat gedauert, aber das Feuer ging an. Mit einem Papier am Kaminfeuer entzündet haben wir wiederum den Herd anbekommen. Camping ohne Strom kann man sich ja noch vorstellen, aber jeden Tag ständig keinen Strom zu haben, das ist nochmal eine andere Nummer.
Wir hatten eigentlich vor, nochmal alle zusammen in den Tub zu gehen, der war aber so heiß, dass es nochmal zwei Stunden gedauert hat, bis man einigermaßen hinein konnte. Wir waren dann nur zu zweit im Tub, auch nicht schlecht.





Mittwoch, 31. Mai 2023, Simons Town
Es war wieder kein Strom da, mir ging es etwas besser, aber es war sehr kalt. Es steht eine längere Fahrt bevor, es geht Richtung Kap der Guten Hoffnung.
Unterwegs haben wir in einem Farm Stall pausiert, eingekauft und sehr leckeren Apfelkuchen gehabt.
Die Straße führte an abwechslungsreichen Gegenden vorbei. Ein Abschnitt führte direkt neben dem Strand vorbei. Hier muss ein Räumfahrzeug jeden Tag den Sand beiseite schieben. Es hat gewindet, geregnet und die Wellen sind fast neben das Auto gepeitscht. Kurz danach fing ein Town Ship an, oder zwei oder drei. Wo es genau anfing und endete kann ich gar nicht sagen. So einen unglaublichen Kontrast zwischen Wohlstand und Armut kann man sich als Europäer nur schwer vorstellen.
Wir haben zuvor auch schon einige Town Ships gesehen, aber dieses hier ist riesig und man kann sich das Ausmaß nicht vorstellen.
Es laufen überall Leute auf der Straße/Autobahn und wollen per Anhalter mitgenommen werden. Am liebsten würde man die Leute einsteigen lassen, aber es wird überall abgeraten und die Autovermietung hat es sogar verboten. Ab und zu hatte man einen Blick auf „bessere“ Häuser, aber es gibt unzählige Wellblechkostruktionen, ganz sicher ohne Strom, Wasser oder sonstigen „Luxus“. Keine Sorge, ich eröffne hier keine Lehrstunde über Südafrikas Probleme, ich bescheibe nur knapp was wir sehen oder fühlen. In diesem Fall ist man (trotz Wissens) fassungslos, machtlos und betroffen.
Wenig später kommt man durch Muizenberg, hier hatten wir zuerst eine Unterkunft angefragt, aber das war uns zu teuer. Zum Glück! Als wir durchgefahren sind, hat uns nämlich wenig gefallen. Später haben wir gelesen, dass Muizenberg ein Stadtteil ist, den man unbedingt meiden sollte, da er zu den gefährlichsten von Kapstadt gehört.
Bevor wir nach Simons Town zur Unterkunft sind, sind wir zum Boulders Beach gefahren. Hier kommt man an einen Parkplatz, wo man zunächst freundlich eingewiesen wird. Wir waren uns unsicher, ob wir unser Auto dort stehen lassen können. Es gab gleich um uns herum einge Verkaufsstände und typisches Touri-Zeug. Andere Autos haben wir kaum gesehen. Eine andere Wahl hatten wir aber kaum, wenn wir die Pinguine sehen wollen. Der Parkplatzeinweiser hat uns Boss genannt und meinte er arbeitet auf Spendenbasis, wir seien Boss. Okay, damit konnten wir was anfangen, es gab ein kleines Trinkgeld (umgerechnet einen Euro, das ist das was man auch an den Tankstellen gibt) und wurden sehr freundlich später zurück erwartet. Das hat schon mal gut geklappt.
Der Boardwalk führt an einen Strandabschnitt, wo eine Pinguinkolonie lebt. Zu Beginn hatten wir einen Pinguin im Grünen gesehen, aber der war mehr mit Putzen beschäftigt, als für uns Fotomodell zu spielen. Auf dem kurzen Walk sind uns aber auch andere interessante Tiere begegnet, wo wir erstmal nicht wussten was es überhaupt ist, abgesehen von niedlich. Später im Tourigeschäft haben wir nachgefragt. Wir haben Klippschliefer gesehen. Nach einer Kurve kamen wir an das Ende vom Boardwalk und da waren sie, Pinguine. Viele, viele Pinguine. Manche schwimmend, manche kamen gerade an Land, andere sind herumgetapst. Wir haben ein Nest mit flauschigen Babys gesehen, es war einfach wunderschön. Wahrscheinlich waren wir doppelt so lange Pinguine bestaunen, wie andere Besucher, aber sowas sieht man ja nicht alle Tage.
Unsere Unterkunft in Simons Town lag abseits an der Hauptstraße, wir sollten Hupen, wenn wir ankommen. Tatsächlich hat uns 30 Sekunden später jemand das Tor geöffnet. Wir wurden von dem Haus-Angestellten freundlich empfangen, er hat uns geholfen, das Gepäck die Stufen hochzuschleppen und uns das Haus gezeigt. Die Lage ist wieder mal absolute Klasse!. Der Garten ist üppig-exotisch bewachsen, das Haus ist in einen Berghang gebaut und hat mehrere Terassen, von denen man einen super Blick auf das Meer, die Bucht und den Berg hat. Traumhaft! Wir haben noch 5 Säcke Feuerholz, die wir dort im Kamin verbrennen konnten. Die Kinder waren genauso begeistert wie wir. Der Haus-Angestellte hat in einem Haus hinter dem Grünzeug gewohnt und konnte uns bei allem helfen (wie z.B. Warmwasser, das erstmal nicht kam). Als es dunkel war, konnten wir vom Bett aus die Lichter der Bucht anschauen und dabei einschlafen.




















Donnerstag, 01. Juni 2023, Kapstadt
Das Frühstück gab es bei Sonnenaufgang auf der Terasse. Nachdem wir gepackt hatten, stand zuerst das Kap der Guten Hoffnung auf dem Plan. Kurz vor dem Kap gibt es leider ein Tor, an dem man Eintritt zahlen muss. Für uns wären es 50 Euro gewesen. Auf den Bildern sah es zwar ganz nett aus, aber 50 Euro war es uns nicht wert und wir sind – ohne den berühmten Leuchtturm zu sehen und ohne einen Blick auf den Strand zu werfen – weiter gefahren.
Steffen hat die Scenic Route ausgesucht, die war wirklich sehr schön. Ein paar Kilometer später hat man auch einen tollen Blick auf das Meer, auf die Steilküste, die Berge und weiße Strände.
Wir sind fast den ganzen Weg nach Kapstadt am Wasser entlang gefahren und hatten wunderschöne Aussichten z.B. am Chapmans Peak. Das Wetter war sehr verhangen und wir konnten bei der Einfahrt nach Kapstadt gar nicht sehen, dass wir direkt am Fuße des Tafelbergs wohnen. Das Appartment ist in einem Hochhaus, welches zwar schon älter ist, die Wohnung ist aber sehr schön eingerichtet und hat alles was man braucht, inklusive Sicht auf den Lions Head, Tafelberg, den Hafen, die Stadt und das Meer! Das Haus ist rund und in allen Zimmern kann man auf die Skyline schauen.
Die Vermieterin war sehr nett und hat sehr viel erklärt. Uns wurde sogar erklärt, wie der Vorhang funktioniert und wie die Klospülung betätigt wird. Kaum zu glauben, aber da muss es wohl Gäste gegeben haben, die sich darüber erkundigen mussten. Egal, sie hatte auch viele gute Tipps und hat auch den Kindern sinnvolle Aufgaben übertragen. Meru ist für das Schließen der Fenster bei Verlassen der Wohnung zuständig, Mali für die Mülltrennung.
Das Wetter hat aufgeklart und wir freuen uns wie kleine Kinder an Weihnachten über den tollen Ausblick. Bevor wir einkaufen mussten, haben wir noch am Spielplatz angehalten und das Wetter genossen. Direkt am Spielplatz ist auch ein Cafe, leider gibt es heute länger keinen Strom als angekündigt, somit gibt es nichts Warmes zu trinken.
Das Einkaufszentrum ist nicht weit von der Unterkunft, und es gab alles, was wir gesucht haben.
Der Sonnenuntergang war schön, das Essen war… äh ja. Wir wollten Curry kochen, haben alle Zutaten gekauft und in der Wohnung festgestellt, dass wir keinen Reis haben. Mit Nudeln ging es auch. Highlight im wahrsten Sinne, hier im Haus gibt es dauerhaft Strom, weil es 17 Stockwerke gibt und ältere Menschen, die hier leben, die Treppen nicht nutzen könnten. Nach längeren Verhandlungen mit dem Versorger gibt es hier somit Strom. Wir haben es uns gemütlich gemacht und Musik gehört, die zu diesem Ausblick und Moment passt.
















Freitag, 02. Juni 2023, Kapstadt und Hermanus
Vor Sonnenaufgang sind wir aufgestanden. Die Farben waren unglaublich als es langsam hell wurde.
Die Autofahrt nach Hermanaus führte uns fast dahin zurück, wo wir gestern herkamen. Die Walewatching Saison fing gestern an und wir hoffen sehr, dass wir trotzdem schon Glück haben und einen Wal sehen können.
Der Hafen ist etwas versteckt, aber mit Google Maps gut zu finden. Am Empfang gab es Äpfel, Muffins, Kaffee und Tee. Die Kinder haben passende Schwimmwesten bekommen. Rio war not amused, aber er hat die Weste geduldet (meiste Zeit). Es gab eine Einführung an Land. Super interessant war der Wal-„Zahn“ der 2 Meter groß war und eher wie ein Teil von einer Palme mit Haaren aussah. Davon haben die Wale 300-400 nebeneinander, damit sie Plankton und Kryll ansaugen/fressen können.
Dann ging es endlich los. Unser „Erklärbär“ war super gut gelaunt und hat einen tollen Job gemacht. Er hat ganz viel erklärt und alle Fragen beantwortet. Es hat gar nicht lange gedauert da kam ein „woooow“ und schon hatten wir unseren ersten Wal.
Es fällt mir wieder schwer das Gefühl in Worte zu fassen, was man bei dem Erlebnis hat. Wir haben einfach geguckt und gestaunt. Lange bleiben die Tiere nicht an der Oberfläche, aber wir haben mehrere Wale gesehen und sogar zwei verschiedene Arten (Bryde’s und Southern Right Whale) und eine Mutter mit Kalb. Ich hätte gerne länger nach Walen geschaut, aber nach 6 Walen sind wir auf Delfinsuche gefahren, unterwegs haben wir einige Robben und Pinguine gesehen. Delfine haben wir auch entdeckt. Es war rundum ein super Erlebnis. Wir alle sind überglücklich, dass wir Wale gesehen haben, obwohl die Saison gerade erst startet. Eines der schönsten Tier-Erlebnisse von denen ich berichten kann!





Nach so einem wahnsinns Erlebnis fährt man nur wenige Meter mit dem Auto und fühlt sich gleich beschämt, weil man sich so ein schönes Erlebnis geleistet hat und die Leute auf der Straße bettelarm sind. Wir haben tatsächlich jemanden beim Klauen und Abhauen beobachtet. Direkt am Hafen schließt sich ein Township an, es gibt viele Bretterverschläge, die sicher nicht regendicht sind. Am Rande gibt es ein paar Dixis, auf die Menge der Menschen betrachtet viel zu wenige und fließendes Wasser gibt es sicher nicht. Gleich hieran schließen sich große, schöne Häuser mit hohen Mauern und Elektrozaun. Die Kontraste sind jedenfalls sehr groß und daraus resultieren viele Schwierigkeiten hier. Auch wenn die Stadt generell sehr schön ist und in eine wunderschönen Umgebung liegt, sind die Zäune bzw. Mauern doch noch sehr hoch. Einige Folgen der Apartheid sind noch deutlich spürbar. Kapstadt wird uns auf jeden Fall mit zwei Gesichtern in Erinnerung bleiben.












Samstag, 3. Juni 2023, Kapstadt – Neighbourgood Market
Am Vormittag sind wir zum Neighbourgood Market an der Old Biscuit Mill gefahren. Es gab viele kleine Stände und Lädchen zum Stöbern. Leider einiges, was man nicht mit auf einen Flug nehmen kann, es hat trotzdem Spaß gemacht zu bummeln. In der Markthalle gab es viele unterschiedliche Essensstände, für jeden Geschmack war etwas dabei. Wenn man am Wochenende in Kapstadt ist, sollte man auf jeden Fall auf den Markt hier gehen. Es hat zwischenzeitlich geregnet und es war generell unbeständig. Wir haben mit dem Gedanken gespielt, eine Hop-On Hop-Off Tour zu machen, aber einiges ist bei Regenwetter nicht so schön. Wir haben uns für einen Uber zur Waterfront entschlossen. Es gibt einiges zu sehen, von einer Bootstour durch die Kanäle, über sehr touristische Touriläden bis hin zur riesigen Shoppingmall ist alles vorhanden. Einem Chor haben wir länger zugehört, die Vibes würden bei Sonnenschein wahrscheinlich noch viel besser rüberkommen, aber es war auch so schön anzuhören. Mit den dunklen Regenwolken und den vielen Lichterketten sah es irgendwie etwas vorweihnachtlich aus, habe auch gleich Zimt-Chai getrunken.
Auch wenn wir anderes in Kapstadt vorhaben, als in einer Mall abzuhängen – als der Regen wieder einsetzte und auch der Spielplatz nicht mehr zu gebrauchen war, sind wir nach drinnen geflüchtet.
Meine Erkältung hat sich nochmal in anderer Weise gemeldet und die Ohren haben angefangen weh zu tun. Immerhin war die Apotheke gleich in der Mall. Direkt neben der Mall ist das Stadion und wir hatten morgens schon laut „Helele“ von Safri Duo an, das wollte ich wenigstes noch sehen. Wir sind schnell zum Stadion gedackelt, haben festgestellt, dass rundherum „Behausungen“ sind (eigentlich nur Tüten und Pappe, die so befestigt sind, dass man nicht hineinschauen kann), und das es eventuell nicht so klug ist, mit den Kindern dort entlang zu laufen. Man konnte leider nicht ins Stadion schauen, es war alles dicht. Es wird übrigens eher zum Rugby spielen, als für Fußball genutzt. Wir haben uns jedenfalls direkt an Ort und Stelle ein Uber gerufen, die sind sicher, und haben uns daheim absetzen lassen. Der Wind war so stark, dass die gute Einfachverglasung hier wie ein Fliegengitter wirkte. Okay, ich übertreibe. Mit einem Tee/Kakao haben wir es uns auf der Couch gemütlich gemacht und genossen, dass wir einen Fernseher haben, der war ausnahmsweise an.











Sonntag, 4. Juni 2023, Kapstadt – Bo-Kaap
Schietwedder wie es im Buche steht! Es ist so stürmisch, dass die Fensterscheiben wackeln und die Regentropfen schlagen so lauf gegen das Fenster, dass man sich schon lauter unterhalten muss. Planänderung!
Mit einem Hop-on Hop-off Bus zu fahren, würde wenig Spaß machen. Stadtdessen verbringen wir den Vormittag gemütlich, lassen Rio auf der Couch schlafen (er ist hochgekrabbelt hat sich in die Kissen geworfen und da lag er dann über einen Stunde), dafür hat er in der Nacht zuvor ganz schlecht geschlafen.
Das Wetter wurde nicht viel besser, es gab zwar Regenpausen, aber aus dem Nichts fing es wieder an, mal schneller mal langsamer zu regnen. Wir sind in das Bo-Kaap Viertel gefahren, wo es mehrere Straßen mit bunten Häusern gibt. Das Viertel war besonders bei diesem Wetter ein bunter Kleks in der Landschaft.
Dem Viertel fehlen etwas Straßenmusik und ein paar Cafes, es liefen einige Gestalten herum, bei denen wir lieber freundlich lächelnd schneller vorbei gelaufen sind. An der Hauptstraße wurden wir doch von einem Mann zu dicht bedrängt, der war zum Glück schnell abgelenkt von jemandem mit großer Kamera. Es fing sowieso gerade wieder an zu schütten. Wir sind noch, so weit wie möglich auf, den Signal Hill, aber das Wetter war zu schlecht für eine gute Aussicht.
An der Waterfront gäbe es noch den Hafen zu sehen, dort haben wir nochmal angehalten. Kaum waren wir fünf Minuten auf der Straße, fing es wieder an zu stürmen. Auf die letzten Meter wurden wir doch nass, haben es aber in ein Café geschafft, wo wir etwas Warmes getrunken haben. Meinen Ohren geht es noch nicht wirklich gut und bei dem Wetter sind Outdooraktivitäten irgendwie doof. Auf dem Rückweg zum Parkhaus kamen wir an einem Spielzeugladen vorbei, in dem die Kinder schnell verschwunden waren. Wir hatten eh nichts Besseres vor. Es gab sogar einen Spielplatz im Geschäft!
Daheim haben wir Reste gekocht und die Kinder haben ordentlich reingehauen. Es gab Gemüse mit weißen Bohnen, Reis und Avocado. Vorm Schlafengehen hatte Mali Papa-Zeit und ich habe mit Meru aus dem Fenster geschaut. Unser Viertel hat gerade Load-Shedding, nur die Straßenlaternen sind an – und wahrscheinlich der Strom für die Wachzäune, oder? Im Übrigen ist der Strom öfter viel länger als 2-3 Stunden weg. Ich würde durchdrehen! Die Krönung ist sicher in den Sommermonaten, wenn auch das Wasser knapp ist und reguliert wird.











Montag, 5. Juni 2023, Cape Town – Kirstenbosch
Es war noch dunkel, als Rio sich entschieden hat, aufzustehen. Kaum hatten wir fertig gefrühstückt, lag er dann kuschelnd auf der Couch und hätte eigentlich seinen Vormittagsschlaf gebraucht. Das Wetter ist heute zumindest nicht nass und wir haben noch einige Pläne.
Der Botanische Garten Kirstenbosch war unser erstes Ziel. Der Garten ist sehr groß und es gibt einiges zu entdecken. Wir sind ohne Plan drauf los spaziert und haben die verschiedenen Aussichten genossen. Einen bunten Vogel (Sunbird) haben wir entdeckt, es gab einen Canopy Walk mit Aussicht auf die Stadt und die Berge. Viele Besucher waren nicht im Garten, wahrscheinlich haben wir uns mit 3/4 der Besucher unterhalten.
An der V & A Waterfront waren wir zwar schon, aber noch nicht im Scratch Patch. Am Eingang kann man sich für eine Becher- bzw. Tütengröße entscheiden, welche die Kinder dann mit Edelsteinen befüllen können. Ein Traum für jedes Kind, Steine sammeln, die auch noch bunt sind und mit nach Hause dürfen! Da wir nun schon mal an der Waterfront waren, durften die Kinder auch nochmal auf den Spielplatz vor der Mall. Anfangs spielte noch ein Chor begleitet von Trommeln, alle Kinder hatten jemanden zum Spielen und sind herumgeflitzt, bis es dunkel wurde.
Daheim ging es in die Wanne, während wir gekocht haben. Es gab das „Tafelbergessen“ Avocado an Linsen mit Nudeln und Cheddar. Hat geschmeckt!
Unsere Postkarten sind wir irgendwie nicht losgeworden, die müssen wir morgen noch unbedingt einwerfen, das Porto ist schließlich schon drauf.





















Dienstag, 6. Juni 2023, Kapstadt
Es ist gutes Wetter gemeldet, das ist unsere letzte Chance, auf dem Tafelberg zu wandern.
Schon der Sonnenaufgang sah viel versprechend aus. Während des Frühstücks konnten wir beobachten, wie sich eine Autoschlange zum Tafelberg hochschlängelte. Von unserer Unterkunft könnte man fast an die Talstation laufen, aber wir haben uns für ein Uber entschieden. Für den doppelten Preis hätte man auch ein VIP Ticket für die Gondel kaufen können. Die Warteschlange war aber zum Glück gar nicht so lange. Wir haben die Tickets online gebucht und sind gleich danach losgefahren.
Während wir ca. 40 Minuten warten mussten, haben wir uns mit zwei Canadiern unterhalten, dabei verging die Zeit schnell.
Auch wenn man auf nur ca. 1060 Meter Höhe ist, ist es durch den starken Wind sehr frisch. Jacken hatten wir zum Glück dabei. Oben gibt es drei Wanderwege, allerdings ist selbst der längste Weg eher ein Spaziergang und dauert nur 45 Minuten, wenn man an jeder Ecke anhält, um Bilder zu machen.
Die Aussicht ist super, wenn man hochwandert wird man auf jeden Fall belohnt, sofern es sich nicht zuzieht. Der einzige machbare Wanderweg lag auf der Windseite, das wäre uns definitiv zu gefährlich gewesen, weil der Wind in starken Böen kam. Wir haben auch nur 2 Leute aus der Ferne beobachtet, die gelaufen sind. Nach dem Spaziergang sind wir direkt nach unten gefahren.
Ein paar Stunden mit Sonnenschein waren vom Tag noch übrig. Mit dem eigenen Auto ging es noch zum Camps Bay Beach. Ein paar Händler wollten uns ihre selbst gebastelten Waren anbieten, aber sie haben uns einigermaßen in Ruhe gelassen.
Der Strand ist sehr schön, es lag kein Müll herum, der Sand ist weiß und das Meer türkis, aktuell sehr kalt. Ein paar Mutige waren trotzdem baden. Am Nachmittag war es zumindest so warm, dass man im T-Shirt an den Strand konnte. Wir kamen mit einer Neuseeländerin ins Gespräch, die mit ihrem kleinen Sohn im Sand gespielt hat. Unsere Kinder haben sich gleich dazugesellt. Sie war die letzten sechs Monate in Kapstadt, zieht nun aber auch weiter.
Zum Sonnenuntergang waren wir an der Promenade Indisch essen. Nach dem Bezahlen gab es für die Kinder eine Schüssel mit Fenchelsamen, welche teilweise mit einer bunten Zuckerkruste überzogen waren, es schmeckte so lala, aber es war was Neues.
Schöner hätte der letzte Tag in Kapstadt kaum sein können. Daheim mussten wir packen, aufräumen und haben noch ein paar Kleidungsstücke zum Verschenken aussortiert/verteilt.
Morgen geht es zurück nach Dubai.
















Fazit
Eigenes Tempo/Selber fahren
Autofahren in Südafrika klappt wunderbar und die Hauptstraßen sind gut ausgebaut. Unserem Empfinden nach fahren die Leute hier rücksichtsvoller als in Deutschland und man kann ohne Bedenken mit einem Mietwagen das Land bereisen. Beim Tanken kann man sogar im Auto bleiben, man muss dem Service nur sagen für wie viel man tanken möchte, bzw. „please fill it up“ für Volltanken, gezahlt wird aus dem Fenster mit Karte. Man fährt ausserdem mit geputzten Scheiben weiter. Üblicherweise zahlt man 2 bis 5 Rand Trinkgeld, wenn der Tankwart zusätzlich zum Tanken z.B. noch die Scheibe putzt. Das eigene Auto bietet auch den Vorteil, alles im eigenen Tempo machen zu können und spontan zu bleiben. Der Nachteil in der Stadt ist, dass man das Auto nicht immer mit gutem Gefühl parken kann (aber eigentlich ist das auch kein richtiges Problem gewesen).
Zeit
Die meisten Leute fahren die Garden Route, wenn sie Südafrika besuchen. Das Land ist unfassbar groß und man muss sich Highlights aussuchen, viele davon liegen an der Küste, aber es ist bestimmt auch lohnenswert, eine Kombination mit Botswana und/oder Namibia zu wählen. Man braucht allerdings viel Zeit. Drei Wochen sind kaum genug, wenn man zusätzlich Surfen/Baden möchte, oder sich noch ein paar Tage mit Wein „beschäftigen“ möchte.
Bring mit!
Wenn man die Möglichkeit hat und daran denkt, kann man von zu Hause (noch gute Kleidung) mitbringen und sie z. B. bei einer Township Tour dem Tourguide geben. Die Sachen werden beispielsweise in Waisenhäusern verteilt und definitiv benötigt. Ansonsten unterstützt man die Bevölkerung aber auch, indem man Dienstleistungen wie eine Wäscherei oder einen privaten Guide in Anspruch nimmt. Hier gibt es natürlich noch viele andere Möglichkeiten.
Vorsicht, aber keine Angst
Man hört so einiges und wird vielleicht auch verunsichert durch Fragerei von anderen Leuten (die häufig nicht einmal an dem Ort waren). Natürlich gibt es auch gefährliche Gegenden, und man sollte nicht blind durch die Gegend rennen. Wenn man sich unsicher ist, kann man sich vorab über verschiedene Kanäle informieren, am besten fragt man jemanden, dem man traut. Wir haben überall gleich gesagt bekommen, was sicher ist und was nicht. In den Städten sollte man vor allem bei Dunkelheit bestimmte Straßen oder Stadtteile meiden. Wenn man feiern gehen möchte, soll man sich einen Uber rufen (zumindest hier). Wandern bei Nebel und Wind oder alleine sollte man nicht, aus verschiedenen Gründen. All das kann man lesen, aber es wird einem auch gesagt. Wenn man sich an sein Bauchgefühl verlässt und auf die Ratschläge hört, dann ist es auch in großen Städten sicher.


