Mittwoch, 7. Juni 2023, Von Südafrika nach Dubai
Rückweg und Flug
Nachdem wir gestern schon gepackt hatten und die Reisetasche so organisiert haben, dass alles, was wir in den nächsten beiden Tagen benötigen, griffbereit ist, konnten wir mehr oder weniger ausschlafen. Es gab aus Resten ein großes Frühstück, alles was wir noch übrig hatten, wie Tee, Reis, Süßkram habe ich in einer großen Tasche verstaut und der Vermieterin zum Verteilen gegeben. Zita hat sich sehr über unsere Gabentasche gefreut und sich herzlich bedankt, weil absolut alles gebraut wird.
Die Autorückgabe hat einwandfrei funktioniert und auch das Einchecken, inklusive Gepäckaufgabe waren stressfrei.
Der Flug ging fast 10 Stunden lang und es hat sich ausgezahlt, dass wir etwas mehr gezahlt haben, um mit Emirates zu fliegen. Der Flug war nicht ausgebucht, nach dem Start konnten sich alle Passagiere breit machen. Abwechselnd haben wir mit Rio Rundgänge gemacht, waren mit ihm auf dem WC und konnten ihn beschäftigen. Gute 2 Stunden hat er geschlafen, es war sogar möglich, einen Film zu schauen. Das Personal hat sich sehr gut gekümmert. Es gab für uns sogar zwischendurch einen großen Dessertteller, was eigentlich nur für die Businessclass gedacht war. Es war genug übrig, und zum 2. Essen bekam jeder noch einen kleinen Dessertteller, nicht irgendwas abgepacktes, sondern Pralinen mit Rosenblättern umhüllt, Pistazien, Nüssen und Schokolade. Trotz Platz, Leckereien und etwas Ruhezeit sind 10 Stunden sehr lang.
Die Einreise in Dubai ging problemlos und das Gepäck war auch schnell eingesammelt. Die Preise zwischen Taxi und Uber unterscheiden sich nicht sehr, aber wir haben einen großen Wagen bestellt und sind auch um 1 Uhr nachts mit Uber vom Flughafen weggekommen. Und was für ein Auto! Das Gepäck wurde für uns eingeladen, das Auto hatte eine orangene Lederaustattung, die Sitze waren wie in einer Limousine angeordnet und es gab farblich abgestimmte Kissen. Beim Losfahren wurde uns Wasser angeboten und wir wurden nach unserem Musikgeschmack gefragt.
Am Hotel Atlantis The Palm angekommen, wurde uns die Tür geöffnet, über den roten Teppich wurden wir an den Empfang begleitet, um unser Gepäck sollten wir uns nicht kümmern. Während wir eingescheckt haben, haben die Kinder müde, aber doch aus dem Häuschen, die Empfangshalle bestaunt. Wir mussten uns nur noch entscheiden, ob wir spontan das Frühstück für schlappe 125 Euro pro Tag dazubuchen möchten, oder nicht. Wir gehen davon aus, dass wir morgen wahrscheinlich 125 Euro in das Essen investieren müssen, aber für den gesamten Tag. Wir konnten auf unser Zimmer, mit Aussicht auf das Meer und den Poolbereich.
Kinder sind Wunder(bar), wie können diese kleinen Zwerge nachts um 2 Uhr und nach 10 Stunden Flug fit genug sein, um fröhlich auf den Betten herumzuspringen? Nachdem wir unser Zimmer bestaunt haben klopfte es, und uns wurde ein hübsches Holz-Babybett mit feinstem Leinenbezug gebracht. Der Bedienstete hat sich bei uns vorgestellt und steht uns jeder Zeit zu Diensten. Kurz darauf wurde unser Gepäck in unser Zimmer geräumt. Die Zahnbürsten waren endlich da und die Kinder konnten bettfertig gemacht werden. Während die Drei im Bad waren, habe ich eine Süßigkeit von einem Brett hinter der Speisekarte versteckt, damit keiner auf die Idee kommt, eine kleine Schokolade zu essen und uns dafür 12 Euro in Rechnung gestellt werden. Was ich nicht wusste, in so einem Hotel war ich noch nie, in dem Moment in dem ich das Päckchen angehoben habe, hat der Sensor gemeldet, dass der Platz leer ist. Die 12 Euro standen bei Auschecken doch auf der Rechnung. Zum Glück haben wir das bemerkt und konnten es austragen lassen. Den Ausblick und die Wärme haben wir noch kurz genossen, gegen 3 Uhr Ortszeit sind wir endlich in unser weiches, großes Bett gefallen.
Donnerstag, 8. Juni 2023, Atlantis The Palm
Es war schon längst hell, als wir aufgestanden sind. Ein Frühstück leisten wir uns hier im Hotel nicht, Dubai ist bekanntlich nicht günstig. Es gibt natürlich Supermärkte, aber die wären mit zeitaufwändigeren Metrofahrten verbunden, und wir möchten möglichst viel vom Hotelangebot nutzen. Wir hatten noch eine Banane von gestern übrig, die haben sich die Kinder „ge-drei-lt“. Alle waren damit einverstanden, dass wir erstmal in das Aquaventure gehen.
Der Luxus ist auch so spürbar, aber es ist ein unvorstellbarer Kontrast, wenn man gerade aus einem Land kommt, in dem der Strom mehrmals am Tag abgestellt wird, das Wasser reguliert wird und Leute, die auf der Straße leben, auf Essensspenden angewiesen sind. Uns werden einige Bilder noch länger begleiten, wie zum Beispiel von einem Mann, der nur ein T-Shirt und eine dreckige Bettdecke trug. Als wir an einer roten Ampel standen, bettelte er an den Autoscheiben, eine Bäcker-Frau hinter uns hat ihm einen Beutel mit Brötchen vom Vortag gegeben. Damit war er sehr glücklich und ist mit der Beute verschwunden. Ein anderer Mann saß neben einer Bushaltestelle in einer Badewanne, die mit einer Plastikplane überzogen war, nur der Kopf schaute aus einem Loch in der Plane heraus. Es gab viele Leute, die viel zu dünn gekleidet im Müll nach brauchbaren Dingen gesucht haben. Das Township bei Kapstadt hat ungefähr 1,5 Mio. Bewohner, es war mal für rund 90.000 Menschen gedacht. Eine Mittelschicht haben wir kaum gesehen.
Zurück nach Dubai. Der Wasserpark ist riesengroß und es fahren Golfcarts bzw. kleine Shuttlebusse zwischen dem Hotel und verschiedenen Stationen im Wasserpark umher. 600 Meter zu Fuß sind natürlich nicht weit, aber die Kinder wollten unbedingt mit einem Shuttle fahren. Es gab reichlich Liegen mit Sonnenschirm, wir haben unsere Basis an einem Kinder-Wasserpark errichtet.
Es waren schon in aller Frühe 35 Grad Celsius, wir alle hatten das Bedürfnis, gleich ins Wasser zu springen. Es gab einen Floating River, da konnten wir gemeinsam rein und haben uns zwei Runden im Wasser mit leichten Wellen und Strömungen treiben lassen. Rio fand die dicke Schwimmweste doof, aber er hat sie geduldet. Im Anschluss wollten wir uns den großen Fluss entlang treiben lassen. Leider dürfen kleine Kinder nicht mit, und auch Mali wurde erstmal herausgepfiffen. Meru ist mit mir eine Runde gefahren, während Steffen mit Rio auf dem Arm einen „Kinderreifen“ gesucht hat. Leider sind die Reifen, die einen geschlossenen Boden haben, nicht gekennzeichnet und es hat sie eine halbe Stunde gekostet, einen solchen Reifen zu finden. Man kann sich auf dem River tatsächlich verfahren, es gibt nämlich verschiedene Ausgänge und Fahrwege, was wir nicht wussten. Es hat gedauert, bis wir etwas gefunden haben, was uns bekannt vorkam. Wir sind an einer anderen Stelle ausgestiegen und haben versucht, Steffen und die Kleinen zu finden. Der Boden war zusätzlich unglaublich heiß, die Badeschuhe standen noch an der Einstiegsstelle, die wir vom Fluss aus nicht mehr gefunden haben. Meru und ich haben Mali, die freudig auf uns wartete, auf eine zweite Fahrt mitgenommen. Wir haben die Fahrt genossen, Rio und Steffen waren am Kinderpool. Wieder mussten wir irgendwo aussteigen und zu Fuß gehen, aber dieses Mal hatten wir uns den Namen des Restaurants gemerkt, welches vom Fluss ausgeschildert ist.
Jetzt zum Service: Ein Mitarbeiter hat gesehen, dass wir barfuß von Schatten zu Schatten rennen und uns gebeten anzuhalten. Er hat nach den Schuhgrößen gefragt und kam wenig später mit Badesocken für uns zurück (die bekommt man „kostenlos“). Im Anschluss war es für Rio Zeit zu schlafen, Steffen und die Kinder sind zu einem anderen Teil des Parks gegangen. Sie kamen über zwei Stunden nicht zurück. Zwischenzeitlich haben wir uns dann doch an einem Stand Wassermelone und Wasser gekauft. Geht aufs Zimmer! Wir Deppen haben natürlich eine Kreditkarte mitgenommen, was am Pool etwas unpraktisch ist. Andererseits dachten wir uns, dass man an unseren Emirates-Rucksack ansteller einer Louis-Gabana-Badetasche, schon sieht, dass da nichts zu holen sein wird.
Während Rio schlief, habe ich reiche Leute beobachtet. Zweijährige Kinder mit einem großen iPad in der Hand (am Pool!) habe ich mehrmals gesehen. Steffen und ich hatten keine Zeit, eine Rutsche auszuprobieren. Es muss ja immer einer für Rio da sein, aber wir waren noch gemeinsam im Meer, bevor wir vor Hunger fast aus den Badesocken gekippt sind. Der Supermarkt war zu weit, das „Lost Chambers Aquarium“ stand noch auf unserem Plan. Wir waren letztlich am Aquapark was essen. Der Kinderhochstuhl war mit Leder bezogen und hatte von irgendeinem Designer bunte Stickereien darauf.
Am Aquarium kamen wir auf dem Rückweg zum Hotel eh vorbei und sind direkt reingegangen. Das Aquarium gehört wie der Aquapark zum Hotel, somit konnten wir einfach reinspazieren.
Eigentlich waren wir auf dem Weg auf unser Zimmer, als wir zufällig an der Kids Zone vorbei kamen. Es war noch geöffnet und die Kinder wollten unbedingt spielen gehen. Wir haben in der Zeit einen sehr kleinen Supermarkt aufgesucht, in der Hoffnung Milch zu finden. Leider gab es keine Milch, dafür Not-Suppe. Das wird unser Frühstück morgen.
Im Starbucks gabs dann nach einigem Verhandeln die teuerste Milch unseres Lebens (4,50 EUR für einen Becher Size M). Wir haben uns noch mit anderen Reisenden festgequatscht und dann war es Zeit, die Kinder abzuholen. Wo war nochmal die Kids Zone? In dem Hotel kann man sich durchaus verlaufen, aber die riesige Feuerschale im Gang haben wir erkannt und waren pünktlich zur Abholzeit da. Alle waren müde, aber das Einschlafen hat einen Moment gedauert, wir haben noch die schönen Lichter und Feuerschalen des Pools aus dem Fenster beobachtet, den Tag haben wir bis zum Zufallen der Augen ausgenutzt. Steffen und ich haben das mit dem Zimmerservice noch ausprobiert und haben uns Teebeutel und Wasser bringen lassen, die teure Milch muss ja bis morgen aufgebraucht werden. Für das Frühstück haben wir noch genug übrig gelassen.
Freitag, 9. Juni 2023, Heimreise
Das Zimmer muss um 10 Uhr geräumt sein, aber wir können die Hoteleinrichtungen noch den Tag nutzen. Die Schwimmsachen haben wir direkt von der Wäscheleine wieder angezogen. Mit Not-Nudelsuppe im Bauch ging es direkt zum Pool. Wir konnten schon auschecken, unser Gepäck sollten wir auf dem Zimmer lassen, wenn wir Abreisen sollten wir unsere Zimmernummer nennen und dann wird das Gepäck vom Personal ins Taxi geräumt. So komfortabel an- und abzureisen ist unglaublich entspannt.
Die Zeit haben wir uns vorab schon eingeteilt. Meru und ich sind gleich drei Runden gerutscht, diesmal die größeren Rutschen, und dann war Steffen dran. Jeder hatte Spaß, nur Mali war etwas enttäuscht, dass sie noch zu klein ist, um auf die Haitunnel-Rutsche zu dürfen. Ich konnte sie etwas trösten, fast die ganze Rutsche ist dunkel, nur die letzten Meter sieht man mit Glück Fische, aber ein Hai ist nicht vorbei geschwommen. Als Entschädigung sind wir mit Mali nochmal auf dem großen Fluss gewesen. Steffen hat andere Rutschen ausprobiert, ich habe aber nichts verpasst, die wären mir zu extrem gewesen.
Wir konnten die Badezimmer vom Hotel noch nutzen und sind frisch und munter in unsere Flugkleidung gehüpft. Stressfrei ging es zum Flughafen und in den Flieger.
Der Flug nach Frankfurt war fast ausgebucht, wir mussten uns mit unseren vier Sitzplätzen zufrieden geben, dafür saßen wir in der Familienreihe. Es waren viele Familien in Dubai, somit auch viele Kinder an Bord. Für die Menge an Kindern war es recht ruhig. Es war sehr ungewohnt so viel Deutsch zu hören, die Kinder haben noch alles konsequent auf Englisch bestellt. Die letzte Stunde zog sich, wir sind noch in einer großen Schleife geflogen und haben in unsere alte Heimat nach Mainz-Bretzenheim gewunken. Bis unser Gepäck vollständig am Gepäckband angekommen war, hat es etwas gedauert, aber heute waren wir ja besonders ungeduldig, weil Oma und Opa hinter dem Zoll auf uns warten.
Das Wiedersehen war schön, die Kinder sind ohne uns durch die Zollschleuse geflitzt und haben sich in die Arme ihrer Großeltern geworfen. Aufgeteilt auf zwei Autos ging es nach Hause, wir wohnen nebeneinander somit konnten wir noch kurz gemeinsam einen Tee trinken.
Ankunft daheim
Unsere guten Freunde, die hier gewohnt haben, während wir gereist sind, haben blitzeblank sauber gemacht und uns einen Willkommenseinkauf hingestellt. Im Kühlschrank lag nochmal Ostern. Wir haben uns alle auf das Brot und den Käse gestürzt. Über die nächsten Tage müssen wir den Stapel an Post abarbeiten, aber für den kleinen Rest des Abends haben wir die Kinder mit ihrem Spielzeug spielen lassen. Kurz vor dem Schlafengehen mussten wir allerdings doch nochmal durchs Haus stiefeln und unsere Sommerbettwäsche suchen. Die dünnen Decken waren noch im Winterschlaf und wir Eichhörnchen haben vergessen wo. Die Kinder haben noch mit der Katze gekuschelt, bis sie ihr Bettzeug hatten.
Die erste Nacht zu Hause
Das eigene Bett ist das bequemste! Die Kinder waren relativ früh wach, die wollten erstmal ihre Freunde sehen und mit ihrem Spielzeug spielen. Zum Frühstück gab es Brot, dafür war dann doch noch Zeit, bevor es nach draußen ging.
Das Wetter ist sehr schön, perfekt, um ein wenig vom Dschungel im Garten zu beseitigen.
Sonntag, 18. Juni 2023 – Und wie ist es so zu Hause?
Die erste Woche war sehr anstrengend und vollgepackt. Natürlich möchte man die Familie und die Freunde wieder sehen, zwischendurch mussten wir das Auto wieder zulassen und unser geliebtes Mainzer Kennzeichen abgeben. Die Schule und Kita fingen wieder an, einiges muss organisiert werden und heute stand der große Ballettauftritt von Mali an, die hatte über die Woche 4x Training. Zwischendurch habe ich nach Arbeit Ausschau gehalten und mit den Kindern die Zimmer gezielt für den Dorf-Flohmarkt ausgemistet. Im Kindergarten hat sich nichts geändert. Es ist Personalnotstand und ständig Notbetrieb. Gleich in der ersten Woche ist die Abholzeit um 11:45 Uhr gewesen, gegen Ende der Woche wurde die Kita komplett geschlossen, weil der Noro-Virus eingezogen ist. Meru ist gut in der Schule angekommen, da alle Kinder aus den Pfingstferien kamen, war der Start gar nicht so schwierig.
Wir schätzen unser Leben hier. Wir haben eine tolle Familie, tolle Freunde und eine tolle Nachbarschaft. Kein Load Shedding, das Wasser aus dem Wasserhahn kann man bedenkenlos trinken, man kann sich auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher draußen bewegen, es ist Sommer und bis 22 Uhr hell und wir können kochen, worauf wir Lust haben.
Nach der Reise ist vor der Reise. Wie jeder, müssen wir jetzt wieder arbeiten, bzw. ich muss erstmal welche finden, aber jeder Cent, den wir aufgenommen haben und nun abarbeiten, war das Abenteuer wert! Wir sind unfassbar dankbar und glücklich, die Entscheidung getroffen zu haben und einfach losgezogen zu sein. So viele Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse haben jetzt Zeit sich zu setzen. Wir Travellinis machen weiter!


