Freitag, 17.07.2026, Sumbawa
Anreise nach West Nusa Tenggara
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (exakt) waren wir unterwegs. Es war eine sehr, sehr, sehr lange Anreise. Wir haben immerhin sehr viel von Lombok und Tenggara gesehen. Es ging zunächst durch die Berge, viele Dörfer und Städtchen. Nach dem kurvigen Teil in den Berge, mussten wir für den Kleinen anhalten, der hat die Kurven nicht so gut vertragen. Wir anderen hatten eher Hunger und haben uns mit ein paar Kleinigkeiten im Indomart eingedeckt. Der Fahrer hat übrigens, sehr lieb, an die Kinder gedacht und 2 große Kisten mit verschiedenen Keksen eingepackt. Nach der Pause ging es allen besser und wir kamen endlich an der Fähre an. Auf der Fähre von Lombok Nach West Nusa Tenggara haben wir einen Platz mit Tisch und Sitzbank ergattert. Es gab einige Verkäufer, die vor allem Reis, Chips und Ananas angeboten haben, aber wir waren ja gut versorgt. Der Fahrer kam immer mal wieder vorbei und hat gefragt, ob es Rio wieder gut geht. Die Überfahrt ist eigentlich nicht weit, allerdings braucht man der Fähre 2 Stunden. Auf West Nusa Tenggara sah es landschaftlich etwas anders aus, zu Beginn vor allem trockener. Die Dörfer liegen in größeren Abständen zueinander, auf den Straßen ist viel weniger los und alles sieht nochmal etwas einfacher aus. Es wird viel angebaut, besonders Mais und rote Zwiebeln. Die Landschaft sah sehr hübsch aus. Wir hatten einige Stunden Zeit, sie zu genießen. Nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt, haben wir eine Pause eingelegt und etwas gegessen (das erste richtige Essen für heute). Rio ist der erste aus der Familie, der in einer Moschee war – hier gab es nämlich ein WC 😉. Bemerkenswert war, dass wir Syam (unserem Fahrer) gesagt haben, wir brauchen demnächst ein WC, oder Supermarkt, Wäscherei oder ATM – ganz egal was- er hat innerhalb von wenigen Minuten immer das Passende gefunden. Überhaupt war er sehr entspannt und hat das Gesinge der Kinder ausgehalten, das Hörbuch, was die Kinder auf der Fahrt hören durften, unsere Musik und unsere Fragerei 😊. Exakt mit dem Sonnenuntergang sind wir an der Unterkunft angekommen. Und wieder hatten wir einen schönen Sonnenuntergang. Vor uns im Wasser hat Mali sogar eine Wasserschlange entdeckt. …Endlich glaubt mir mal jemand, dass es hier Schlangen gibt. Die Zimmer sind nicht besonders berauschend, es stank nach kaltem Zigarettenrauch, die Bettdecken hatten keinen Bezug und waren mit Duftspray eingenebelt und unterm Bett lagen x Zigarettenstummel und Schmutz von den letzten Monaten, wenn nicht mehr. Eine Ameisenstraße mitten durchs Zimmer hatten wir auch noch. Diese Unterkunft war allerdings auch nur die 2. Wahl, das eigentliche Hotel war schon ausgebucht – leider.
Vor dem Schlafen gehen haben wir an der Unterkunft noch zu Abend essen wollen. Um es einfach zu halten, haben wir 2x Pizza Margherita bestellt. Der Boden wurde in der Pfanne gebacken und ähnelte eher einem Pfannkuchenteig, besonders weil er sehr süß war. Die Pizza war mit Gurke belegt und hatte eine weiße Zitronen-Mayonnaise-Sauce darauf. Mit vereinten Kräften haben wir eine der Pizzen gegessen und es war uns echt unangenehm die zweite nicht anzurühren, aber es hat wirklich niemand runterbekommen, nicht einmal die bettelnden Katzen haben das gegessen. Nicht wirklich satt sind wir ins Bett und haben versucht, ein wenig Schlaf zu bekommen.
Lange haben wir uns dort eh nicht aufgehalten. Nachts um 4 Uhr ging es endlich los. Natürlich sehr müde und noch gerädert von dem Fahr-Tag, haben wir uns auf den Weg zum Hafen gemacht.
Samstag, 18.07.2026, Saleh Bay
Whale Sharks und Rückfahrt bis Gili Air
Wir waren schon früh um 4 Uhr aufgeregt, obwohl wir kaum geschlafen hatten. Es war schon ein cooles Gefühl, so früh am Hafen zu stehen, wo noch ein paar andere müde Leute darauf warteten, dass es losgeht. Wir hatten ein Holzboot mit einem Oberdeck, worauf Teppiche ausgelegt waren. Auch unter Deck gab es Schlafplätze mit Kissen und Decken. Wir haben schon von Syam den Tipp bekommen, uns oben hinzulegen. Es war unbeschreiblich schön! Wir lagen gemütlich auf dem Dach eines Holzbootes, dass mit uns unterm Sternenhimmel Richtung Sonnenaufgang fuhr. Rio und ich fanden es so schön, dass wir die 1 ½ Stunden in den Sternenhimmel geschaut haben. Wir haben drei oder vier Sternschnuppen gesehen. Kalt war es eigentlich nicht, aber der Fahrtwind und die Dunkelheit haben einem das Gefühl gegeben, dass man sich besser etwas einkuschelt 😊. Die anderen Gäste sind gar nicht auf die Idee gekommen nach oben zu kommen, nur 3 Leute von der Crew saßen bei uns. Nach und nach wurde das Sternenlicht schwächer und die Sonne ging langsam auf. Alleine dieser Morgen war ein traumhaftes Erlebnis! Es gab warmen Tee (der war sehr lecker) und dann haben wir uns schon den Fischerbooten genähert, die am frühen Morgen ihre Netze reinholen. Zu dem Zeitpunkt kommen oft die Walhaie.
Zeitgleich mit uns sind noch weitere Boote gestartet, manche haben wir jetzt wiedergesehen, damit wussten wir, dass Haie gesichtet worden sind. Die Haie sahen schon vom Boot aus sehr groß aus. Es waren schon ein paar Leute im Wasser. Das haben wir uns erstmal einen Moment angeschaut. Mich hat es zumindest gedanklich etwas gefröstelt, so früh am Morgen im offenen Meer in das Wasser zu springen. Ich war als erste aus der Familie im Wasser – und es war angenehm warm! Wenn ich das sage, dann heißt das was. Ich wollte nur mal testen ob die Brille richtig eingestellt ist und schon habe ich direkt unter mir einen riesigen Walhai gesehen. Riesig! Ich hatte schon ganz schön Respekt, aber die Tiere sind ganz ruhig ihre Runden geschwommen und immer wieder an der Rückseite unseres Bootes vorbeigekommen. Es war ein sehr seltsames Gefühl zwischen den Booten und Haien zu schwimmen. Die Kinder haben sich auch schnell an das Wasser gewöhnt und sind dann den Haien gefolgt. Wir hatten eine Schwimmweste als Insel dabei, Rio lag darauf und hat ab und zu unter Wasser geschaut. Iideal wäre eine Taucherbrille mit integriertem Schnorchel gewesen, leider hatten wir sowas nicht dabei. Mit der Chlorbrille und ohne Schnorchel konnte er nicht ganz so gut gucken. Die beiden großen haben die Insel ab und zu zum Pause machen genutzt, sind dann aber wieder selber losgeschwommen. Rio wurde – nachdem er genug hatte – auf dem Boot von ein paar Leuten der Crew bewacht, hat ein Nutella-Toast und Wasser bekommen und sich das Ganze vom Boot aus angeschaut. Man konnte auch vom Boot sehr gut sehen. Im Wasser zu sein ist aber nochmal ein anderes Gefühl und man ist wirklich sehr nah dran. Uns allen ist es passiert, dass wir dem einen Tier gefolgt sind und plötzlich kam von hinten der zweite Hai direkt auf uns zu. Die Haie sind auch an die Oberfläche gekommen, sodass man schon ausweichen musste.
Es gab pro Boot einen professionellen Unter-Wasser Fotografen, dem sollte ich dann folgen, um Aufnahmen zu machen. Eigentlich wollte ich das mit den Kindern zusammen machen, aber die waren gerade selber mit Gucken beschäftigt. Der Fotograf hat mich immer an eine bestimmte Stelle gelotst, aber da war man genau vor den Haien und ich wusste ja, dass sie auf mich zuschwimmen, das war mir nicht ganz so geheuer. Hinter dem Hai abtauchen oder nebendran – das schon eher, aber da hat er mich schon wieder nach vorne geholt. Mal sehen, ob da ein Bild zustande kam, wo ich „gelassen“ vor dem Hai her posiere :-). Bei der Aktion ist auch einer der beiden Haie gegen mich geschwommen. Ich habe mich zu spät umgedreht – und nur den riesigen Kopf gesehen. Das meiste von mir habe ich auf die Seite bekommen, nur am Bein hat er mich geschubst, da ich noch mit ausweichen beschäftigt war, während er schon an die Oberfläche kam. Man kann auch schwer abschätzen, wie weit die Tiere entfernt sind. Zu dem Zeitpunkt war er offensichtlich so nah, wie es auch aussah.
… Wer kann schon behaupten, dass er von einem ca. 11 Meter langen Hai angeschubst wurde? 😉. Nach den Fotos habe ich mir die Haie noch ein paar Minuten angeschaut und dann bin ich zu Rio und Mali, die schon auf dem Boot waren. Syam meinte, ich soll unbedingt nochmal ins Wasser und mit Steffen zusammen ein paar Bilder machen. Kurz nachdem ich mich abgetrocknet hatte und mir eigentlich noch so einen leckeren Tee nehmen wollte, habe ich die Flossen und die Brille doch nochmal angezogen – man macht sowas schließlich nur einmal im Leben- und bin nochmal ins Wasser. Danach habe ich mir die Haie noch vom Boot aus angeschaut – mit Schoki-Brot und Tee! Wie wunderschön! Besser kann ich das nicht beschreiben. Die Kinder konnten sich die Haie nochmal aus dem Glasboot aus anschauen – wobei das nicht ganz so spektakulär war, wie das Schnorcheln im Wasser. Es war für alle richtig gut gesorgt. Wir hatten sehr viel Zeit, bis die Haie genug von uns hatten. Jetzt, da alle wach waren, kam man auch mit anderen Leuten auf dem Boot ins Gespräch. Einige hatten schon Walhaie gesehen, haben aber alle gesagt, dass diese Tour deutlich besser gewesen sei. Überglücklich sind wir (wieder fast 2 Stunden) zurück zum Hafen gefahren. Im Anschluss haben wir an der Unterkunft geduscht und sind dann wieder ins Auto gestiegen. Die ganze Tour wieder zurück! Hätten wir das vorher besser einschätzen können, wären wir besser noch 1-2 Tage auf der Insel geblieben. Wir sind gefühlt eine Ewigkeit gefahren. Das Frühstück der Unterkunft (Nasi Goreng) haben wir uns für die Fahrt einpacken lassen – das hat einigermaßen geschmeckt. Der Hunger war aber auch riesig. Syam hat sich geärgert, dass sie vergessen haben, Löffel dazuzulegen und ist schnell Löffel besorgen gewesen – auch das hat er innerhalb von 2 Minuten geschafft – und hat dann versehentlich beim Auspacken seine eigene Schachtel verkehrtherum gehalten – ist alles auf dem Boden gelandet – und hier zählt die 3-Sekundenregel nicht. Die wilden Katzen haben sich sicher gefreut. Nach vielen Stunden haben wir die Fähre erreicht. Leider war diese Fähre nicht so dolle. Nachdem wir endlich losgefahren sind, kam eine Frau, die die Lautsprecher eingestöpselt hat und anfing zu „singen“ sehr laut! Nach vielen Liedern wurde das Mikrofon dann für alle freigegeben, die gerne singen möchten. Du liebe Zeit, es gab einige die darauf Lust hatten. Wir saßen mit einigen Fährfahr-Profis oben ganz vorne beim Kapitän auf dem Boden. Bis das Gejaule vorbei war. Man hatte kaum das Gefühl, dass es überhaupt vorwärts ging. Als wir ankamen, war es schon dunkel. Nun nur noch 3 Stunden Autofahrt. Die Kinder sind auf/an mir lehnend eingeschlafen, sodass ich mich nicht wirklich bewegen konnte. Die 3 Stunden waren lang. Es war fast Mitternacht als wir wieder m Hafen ankamen. Syam hat uns noch jemanden organisiert, der uns noch nach Gili Air bringt, wo wir unsere nächste Unterkunft hatten. Mitten in der Nacht, mit 3 sehr müden Kindern ging es nochmal 15 Minuten per Speedboot auf die kleine Insel. Vom Hafen aus waren es nur noch 200 Meter zu Fuß. Endlich angekommen 😊. Wo ist nur der Mensch, der uns empfangen wollte? Wir haben 3x angerufen, das Handy hat auch irgendwo in der Nähe gebimmelt, allerdings war niemand zu sehen. Es hat zum Glück nicht zu lange gedauert, bis ein junger Mann kam, der uns die Zimmer aufgeschlossen und uns einen angenehmen Aufenthalt gewünscht hat – und er hat noch ein wenig gedrängelt, dass wir unser Frühstück per App unbedingt vorbestellen sollen. Nachdem die Kinder auf dem Zimmer waren und wir geduscht hatten, sind wir noch zu einem Supermarkt gelaufen, und haben Müsli und Milch gekauft. Ein kleiner Mitternachtssnack, bevor wir eingeschlummert sind. Beim Schlafen hatte man immer noch das Gefühl, auf dem schaukelnden Boot zu sein.


