Indonesien – Lombok und Gili T (2026)

Mittwoch, 22.07.2026, Lombok

Fahrt von Gili Trawangan nach Lombok

Nachdem wir unsere Sachen gepackt hatten, wurde unser Gepäck mit E-Scooter zum Hafen gebracht. Meru und ich sind die 2km zu Fuß gegangen, wir hätten uns theoretisch auch auf einen Scooter quetschen können. Gefrühstückt haben wir in einem sehr leckeren Kaffee mit Aussicht auf den Hafen. Das Gepäck konnten wir einfach mit ins Kaffee nehmen. Im Schuhregal des Kaffees standen die gleichen braunen Birkenstocks, die wir verloren haben, sie sahen auch genauso benutzt aus, aber es waren leider nicht unsere. Nach einer Açai Bowl mit selbstgemachten Müsli-Crunch und Obst, haben wir uns noch ein Avocado-Brot mit pochiertem Ei geteilt.

Es kam tatsächlich eine Nachricht vom Fähranbieter eingetrudelt mit dem Treffpunkt. Gefunden! Es hat alles einwandfrei funktioniert. Zurück auf Lombok, hat unser Fahrer einen Freund für uns organisiert, der uns Richtung Senggigi gefahren hat. Unsere Unterkunft liegt am Berghang mit Blick aufs Meer. Auf den Fotos sah die Villa richtig nobel aus. Eine Unterkunft in Strandnähe war so spontan nicht zu finden (zumindest nicht, was unsere Budgetvorstellungen betrifft). Die Villa ist auch relativ teuer, aber noch im Rahmen, hier können wir endlich mal alle in einem Gebäude schlafen 😊. Die Villas liegen sehr schön – weit ab von allem – …auch vom Supermarkt :-/, aber mit super Blick aufs Meer (und natürlich die Moschee). Der Geruch im Gebäude war etwas muffig. Die besten Jahre sind schon länger her – milde ausgedrückt. Alt wäre ja gar nicht schlimm, aber hier ist es richtig dreckig UND stinkig. Die Wände und der Boden kleben (ich will nicht wissen, wovon), die schöne Terrasse hat mehrere Blutflecken überm Boden verteilt und die zweite Terrasse (mit privatem Pool, ja ich weiß, das klingt gerade sehr übertrieben, wenn man eine Villa mietet mit Pool) hat mehrere lose Bretter, die wiederum auch mit klebrigen Substanzen beschmiert sind. Von der Couch und den Vorhängen oder Küchenschränken möchte ich gar nicht berichten. Da will man sofort wieder zurück in das Zelt (was abgesehen vom Besuch in der Nacht) klein, fein und vor allem sauber war. Die Kinder stört das klebrige Zeug nicht – die haben ja selber ständig klebrige Finger – aber uns war eigentlich gar nicht so recht, dass sie in den Pool springen. Das Wasser ist bestimmt nicht das Einzige, was gewissenhaft kontrolliert und gereinigt wird. Im Treppenhaus wellt sich der Putz vor Feuchtigkeit und hier und da finden sich Schimmelflecken an der Decke und den Wänden. Wir können wirklich mit viel leben, Ameisen, Geckos, und Käfern, schaukeligen Booten mit etwas salzig-feuchten Teppichen auf denen wir schlafen… aber Schimmel-Muff und klebriges Haus, da ist der Spaß vorbei. Es ist auch die erste Unterkunft ohne bereitgestelltes Trinkwasser.

Am Ende des Tages sind es nur drei Nächte und wir sind natürlich dankbar für all die tollen Erlebnisse, die netten Menschen die wir kennengelernt haben und die unfassbar schönen Momente. Wir werden die Zeit möglichst am Meer verbringen oder nochmal etwas hier im Süden bzw. Westen der Insel unternehmen.

Die Kinder waren natürlich im Pool – hoffentlich haben sie von dem Wasser nicht zu viel in die Nase/Mund bekommen- und haben Riesenspaß. Mit einem GRAB ging es zum 15 Minuten entfernten Supermarkt. Er hat uns sogar extra zu einem größeren Markt gefahren (da scheinen wohl alle Europäer einzukaufen). Als wir im Supermarkt standen, wussten wir auch warum. Es gab alles was man sich vorstellen kann – viele australische und europäische Produkte, dazwischen tropisches Obst. Ein Mini-Stück Gouda kostet allerdings auch 6 Euro. Wir haben einen Großeinkauf gemacht. Es gibt echte Haferflocken, Müsli, griechischen Joghurt, Obst und Sprudelwasser 😊. Wir sind leicht eskaliert könnte man sagen. Mit einem viel zu großen Einkauf sind wir an der Straße entlang zu einem italienischen Restaurant gelaufen (wir haben bislang fast nur indonesisch/asiatisch gegessen). Es gab Ravioli gefüllt mit Ricotta und Spinat in Salbei-Butter geschwenkt mit Parmesan… Das Essen war sehr gut und nach dem Essen konnten wir auch schon kleine Späße über unsere noble Traumvilla machen, die wir gegen das kleine Zelt – mit Lautsprechern und Hähnen- tauschen würden. Manchmal ist weniger mehr.  Im Dunkeln sieht man die ganzen Flecken wenigstens nicht 😉.

Donnerstag, 23.07.2026, Lombok und Gili Trawangan

Zurück nach Gili Trawangan

Am nächsten Morgen juckte und kratzte es überall. Der muffige Geruch war trotz Lüftens immer noch deutlich zu riechen. Wir haben uns vorgenommen, schnell einen Kaffee zu trinken und dann nichts wir raus. Ein Wasserkocher war leider nicht zu finden, dafür habe ich aber im Schrank für die Tassen noch so einige andere Tierchen entdeckt. Die Kinder waren schon strandbereit angezogen, aber niemand wollte noch eine Nacht in dem Haus verbringen. Die Dame an der Rezeption sprach leider kein Wort Englisch und überhaupt hat sie nicht viel gesprochen oder Anstalten gemacht, eine Lösung zu finden. „Der Besitzer müsste sich mal um eine Renovierung kümmern…“ waren Ihre Worte. Mit Übersetzung und Handy hin und her reichen hat es geklappt. Ich kürze jetzt mal ab. Letztlich durften wir die beiden nächsten Nächte stornieren. Ohne was für die kommende Nacht in Aussicht zu haben, haben wir das sofort gemacht, sind in Windeseile packen gegangen und haben nebenbei nach freien und bezahlbaren Unterkünften gesucht. Ich frage mich, wer in der Welt nach Indonesiern reist und pro Nacht 600 Euro zahlen würde. Ich habe auf Gili Travangan etwas gefunden, ohne lange zu überlegen, haben wir zwischen Kühlschrank ausräumen, Frühstück zubereiten (können ja nicht alles aus dem Kühlschrank mitnehmen) und Kinder vertrösten, noch die Fahrt nach Bangsal organisiert und eine Fähre gebucht. Nur 20 Minuten später standen wir mit gepackten Rucksäcken an der Straße und haben auf das Auto gewartet. Steffen hat uns damit überrascht, dass Syam uns abgeholt hat :-). Die Zeit war recht knapp kalkuliert, letztlich hatte das Boot aber auch Verspätung, weil heute etwas mehr Wellengang ist. Am Hafen haben die verschiedenen Boots- und Fähranbieter „ihre“ Treffpunkte. Wir mussten nur zu einem Café laufen, dort saß die Frau zum Einchecken. Nach dem Einchecken hatten wir noch Zeit, etwas zu trinken. Sehr unkompliziert und mit etwas Vertrauen, dass das schon klappen wird waren wir 2 Stunden später wieder auf Gili T. Auf den letzten Metern zwischen Gili Meno und Gili T haben wir das mit dem Wellengang auch gut gespürt. Besonders beim Anlegen wurde es etwas schwierig, aber wir sind ja mittlerweile Profis. Die Kinder sind ohne Jammern, brav mit Rucksack auf dem Rücken, die Straße entlanggelaufen, bis wir die Unterkunft erreicht hatten. Wir wohnen eher im Local-Bereich, das Glamping war auch im Einheimischen-Viertel, das bedeutet, es ist weiter weg von den Partys 😉. Die Unterkunft ist super! Wir haben einen Ausblick auf die Straße und ein verlassenes Grundstück und einen kleinen Obststand. Viel vom Tag war nicht mehr übrig, aber für einen kleinen Ausflug an den Strand, um kurz die Füße ins Wasser zu halten und eine Sandburg zu bauen, hat es gerade noch gereicht.

Für das Abendessen hatte Staffen was ausgesucht, das lag in der Parallelstraße unserer Unterkunft. Alle drei Kinder waren sofort begeistert vom Ambiente und dem Service sowie der Freundlichkeit. Es gab Mückenspray und Fächer (auch wenn es sich heute gar nicht so warm anfühlt), außerdem eine sehr freundliche Erklärung zu den Speisen und Angeboten des Tages. Mali und ich hatten einen Mocktail bestellt, der in einem Hai-Becher serviert wird. Jedes Mal, wenn jemand den Hai-Becher serviert bekommt, wir von allen Bediensteten ein Spruch laut aufgesagt und einen Gong geschlagen😊 …wir mussten noch eine Runde Hai-Getränk bestellen (es hat auch gut geschmeckt). Das Essen war auch so gut, dass ich für Rio noch eine eigene Portion bestellen musste. Es gab Tacos mit echtem Käse (der fehlt uns langsam ein wenig). Mit der entspannten Musik hatte man richtiges Urlaubsfeeling. Nach dem Essen mussten wir nur um die Ecke laufen und waren schon an unserer Unterkunft. Wir waren gerade beim Duschen, als der Strom ausfiel ☹“ kalt“. Gestern haben wir uns noch vom schönen Strand und dem glasklaren Wasser mit den Schildkröten verabschiedet, heute sind wir schon wieder zurück – und alle finden es gut.

Freitag, 24.07.2026, Gili Trawangan

Am Morgen sind wir voller Vorfreude auf ein Avocado-Brot mit poschierten Eiern zum Hafen gelaufen. Avocados sind auf der Insel aktuell ausverkauft. Die Alternative waren Acaibowls, auch gut. Neben uns saß eine Familie aus Paris, mit der wir ins Gespräch kamen. Die Familie ist mit 4 Kindern unterwegs und reist weiter nach Vietnam. Sie haben vom selben Problem berichtet, dass man hier in Indonesien immer nur zwei Betten pro Zimmer hat und somit immer doppelt so viel zahlt und auch noch getrennt schläft (man muss für die Zahnpaste oder Haarbürste quer durch die Resorts/Unterkünfte rennen und ist ständig auf der Suche).

Danach ging es direkt zum Schnorchelverleih und an den Strand. Bis 17 Uhr hatten wir Strandtag 😊. Nach und nach kam die Ebbe und man musste sehr lange über Felsen und Steine klettern, bis man im halbwegs tiefen Wasser war. Das Klettern hat sich aber absolut rentiert! Wir haben wunderschöne Korallen entdeckt, sogar violette waren dabei, schwarz-weiße Wasserschlangen, fünf Schildkröten auf einmal, einen Clownfisch und viele, viele weitere Fische, teilweise sehr große. Mit Rio war ich nochmal an einem Abschnitt mit Sandbank, dort konnte er super in den Wellen spielen und hat Bodyboarding geübt.

Für das Abendessen hatten wir gestern schon im Tiki Grove reserviert. Wir hatten spontan die Idee, für Meru eine Überraschungs-Geburtstagsparty zu feiern. Es gab schon über den Tag verteilt kleine Aufmerksamkeiten, wie den schönsten Kokosnuss-Sandkuchen mit schöner Verzierung und Schoko-Crêpes. Im Grove gab es eine kleine Polonaise mit Gesang, Wunderkerzen und Musik, eine Hawaii-Blumenkette und eine kleine Schoko-Tart zum Nachtisch. Die Überraschung ist gelungen. An der Blumenkette haben noch einige Einheimische das Geburtstagskind erkannt und gratuliert. Weil wir so voll gefuttert waren, hatten wir noch Lust, ein paar Schritte im Insel-Nachtleben zu machen. Weit kamen wir nicht, es gab noch Tiramisu (obwohl wir satt waren). Steffen ist dann mit den müden Kindern heim, und Meru und ich sind den Strand ca. 3,5 km abgelaufen. Am Hafen spielte sich das Nachtleben ab. Einige Restaurants haben live Musik, es gab aber auch Malkurse und Schmuck- DIY -Angebote, man konnte zusehen, wie die Lampen der Nacht-Taucher im Wasser geleuchtet haben und wir sind über den Nachtmarkt gelaufen. Der Nachtmarkt war eher der Nap der Insel. Abgesehen davon, dass man von den Händlern die Speisekarte schon fast ins Gesicht gedrückt bekommen hat, wurde einem schon fast ein Teller zubereitet. Es lagen teilweise wunderschöne Papageienfische in der Auslage, aber auch noch lebendige Krabben. Wir sind – so schnell wir konnten – in Richtung Ausgang gelaufen, aber mindestens drei Händler haben uns noch aufgehalten, weil sie uns den Weg so abgeschnitten haben, dass man an den Auslagen vorbeigehen musste. Meru hätte fast angefangen zu weinen, zum Glück haben aber zwei nette Lokals „Happy Birthday“ gerufen und ihn damit etwas abgelenkt. Auf dem Rückweg sind wir ein längeres Stück am Strand entlanggelaufen. Es ist ganz schön windig und die Boote schaukeln mächtig hin und her. Unsere Unterkunft liegt zum Glück an einer etwas befestigten Straße, sodass auch etwas Licht von den Häusern auf den Weg fällt. Eben wurde noch gepackt, da es morgen früh zum Flughafen geht. Hoffentlich ist das Wetter nicht weiter so ausdrucksstark, denn dann könnte es zeitlich eng werden mit der Fähre.

P.S. Es gab heute die schärfsten Chillies, die wir seit langer Zeit hatten, wenn nicht sogar die schärfsten. Meru und Steffen sind einiges gewohnt, aber heute mussten sie nach Sour-Cream fragen 😊. Das Gepäck wird morgen mit der Kutsche abgeholt, damit haben wir das hier dann doch noch ausprobiert (zumindest die Kinder).


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