Malaysia – Kuala Lumpur (2026)

Samstag, 25.07.2026, Kuala Lumpur

Anreise von Gili Trawangan über Lombok nach Kuala Lumpur

Seit dem 5 Uhr Gebet bin ich schon wach, aber der Wecker hat trotzdem zu früh geklingelt. Wir haben alles in den Rucksäcken verstaut und haben uns herzlich vom Housekeeper verabschiedet. Es ging mit einer Kutsche zum Hafen (das Gepäck wollte niemand so früh am Morgen durch die Gegend tragen). An der Fähre gab es noch Zimtrollen – viel zu süß – und dann ging es mit einem Speedboot in Richtung Lombok. Fast! Eine Frau hat ihr Gepäck am Hafen abgestellt und dachte, es gäbe Sherpas, die ihr den Kram aufs Boot hinterhertragen. Sie hat auch keine Anstalten gemacht selber aufzustehen und die 30 Meter selber zu laufen. Stattdessen hat sie gewartet, bis sich jemand von der Crew auf dem Weg gemacht hat. Es hätte mich nicht gewundert, wenn es ein riesiger pinker Glitzerkoffer gewesen wäre. Sie hat noch alle anderen auf dem Boot gefragt, wo wir unser Gepäck verstaut hätten. Ich hoffe, es war ihr etwas unangenehm, als sie gesehen hat, dass wir mit kleinen Rucksäcken unterwegs sind. Wahrscheinlich dachte sie, wenn sie dachte, dass wir nur einen Tagesausflug gemacht haben.

Die Wellen waren zum Glück nicht so hoch wie die letzten Tage, und wir konnten recht schnell fahren. Auf Gili Air haben wir auch sehr kurz angehalten – da wären eventuell Merus Schuhe gewesen, falls sie jetzt nicht mit der Fähre durch die Welt cruisen. Immerhin haben wir eine riesengroße Schildkröte gesehen, die kurz aus dem Wasser geschaut hat. In Bangsal am Hafen stand Syam mit einem Willkommensschild für seinen kleinen Freund Rio 😊. Wir hatten eine letzte Fahrt mit ihm zum Flughafen. Es gab noch ein Abschiedsfoto und gute Wünsche füreinander, und dann hieß es bye bye Lombok. Zumindest hoffen wir das noch. Im Augenblick sitzen wir nämlich am Flughafen (die Klimaanlagen sind auf 10 Grad C° eingestellt) und hoffen darauf, dass es „nur“ bei den zwei Stunden Verspätung bleibt. Die Massageliegen neben mir sehen echt verlockend aus. Die Crew sitzt hier auch am Gate herum. Zum Glück sind wir noch nicht in den Internationalen Bereich gegangen, da hätte es nicht einmal mehr etwas zu trinken oder zu essen gegeben. Ich hatte mich schon auf den Komfort vom Airbnb gefreut. Das hat Aussicht! Ich freue mich auch auf eine Nacht ohne Geckos oder anderes Krabbelgetier im Zimmer UND wir brauchen unbedingt eine Waschmaschine 😉. Wenn die Verbindung hier am Flughafen nicht so lahm wäre, könnte ich auch ein paar Bilder für die Berichte auswählen.

Vier Stunden später als geplant ging es tatsächlich los. Es war wieder Lion Air. Dieses Mal wurden die Sitzreihen gar nicht beachtet, einfach alle so schnell wie möglich in den Flieger. Es war nicht ausgebucht, sodass das mit dem Handgepäck nicht wieder so chaotisch war. Nach den 3 Stunden Flug mussten wir nochmal eine gute Stunde bei der Einreise anstehen. Die Kinder mussten Pipi… aber aus der Warteschlange rausgehen, ging nicht. Im Anschluss mussten wir nochmal eine Stunde nach Kuala Lumpur fahren. In der gesamten Zeit hatten wir nur 3 Kekse und etwas Wasser. Unser Zimmer war durchaus gut, aber wir kannten die Unterkunft und hatten, nachdem uns ein Upgrade „Gold“ angepriesen wurde, mehr erwartet. Der Abfluss im Bad roch stark und die Türen wurden alle offengelassen, sodass es überall stank. Ich habe die Fenster, so gut es ging, geöffnet und dann sind wir zum Supermarkt um die Ecke. Wir waren uns irgendwie nicht so einig, ob wir essen gehen oder was aus dem Markt machen. Einerseits wollte jeder schnell etwas essen, andererseits wäre etwas Bewegung in Kombination mit Essen gehen auch gut gewesen. Nachdem wir erstmal im Supermarkt waren (Apothekenpreise!) gab es kein Halten mehr, jeder hat Zeug angeschleppt und in den Korb geladen. Rio hat eine riesige Packung Maismehl gekauft, er dachte es wären Maiskolben und wir haben irgendwie nicht gut aufgepasst. Ein paar Dinge haben wir aber vor dem Bezahlen doch nochmal aussortiert, weil wir ja wussten, dass die Augen bei dem Hunger riesig sind. Kurz vor Mitternacht gab es also Tütensuppe mit Salat und Obstplatten.

Sonntag, 26.07.2026, Kuala Lumpur

Am nächsten Morgen hatten wir eine Nachricht, dass wir am Mittag das Zimmer wechseln müssten, da auf dem Stockwerk Bauarbeiten anstehen.

Wir haben uns dann länger im Haus aufgehalten als ursprünglich geplant, aber eilig hatten wir es heute nicht. Wir waren auf der Dachterrasse, wo es einen Pool gibt und ein Fitnessraum. Der Umzug vom 31. in den 43. Stock war gut verkraftbar 😉. Die Aussicht aus dem Schlafzimmer geht sogar zu den Petronas Towers, aber auch das Kinderschlafzimmer hat jetzt ein Fenster und es gibt ein Bett mehr (vorher hatten wir die Couch ans Bett geschoben). Außerdem riecht es viel besser. Unser Ziel war die die am besten bewertete Eisdiele. Aus Zeitgründen sind wir mit einem Taxi gefahren. Leider geschlossen :-/. Wir haben nicht so viel Zeit gehabt, eine andere Eisdiele zu suchen, es wurde eine sehr gut bewertete in Chinatown angezeigt, also sind wir dorthin weitergefahren. Es gab zehn verschiedene Sorten und wir durften alle Sorten probieren, bevor wir uns entschieden haben. Ausnahmsweise hatten wir den Kindern mehr als eine Kugel erlaubt. Es war ein großer Fehler nicht gefragt zu haben, wie viel ein Becher kostet. Ich kann gut auf Eis verzichten und die Kinder hätten auch gut mit einer Kugel leben können. Wir haben pro Becher (zwei bis maximal drei Kugeln) 9,80 € bezahlt. Das klingt noch verkraftbar aber für alle zusammen haben wir mal eben für fast 50€ Eis gegessen und das war nicht so gut wie das N’Eis in Mainz. Auch eine Erfahrung. In Chinatown war viel los, und es war anstrengend mit den Kindern. Rio hätte ein Mittagsschläfchen vertragen können. Er hat seit dem Eis nach einem Spielplatz gequengelt und dass er auf keinen Fall laufen kann. Da es schon späterer Nachmittag war, haben wir uns tatsächlich fahren lassen. Das war eine gute Entscheidung, im Park hatten die Kinder genug Zeit zum Spielen und Planschen. Wir haben es gerade so geschafft, noch etwas zu Abend zu essen, bevor die Wassershow vor dem KLCC losging. Blöderweise ist gerade Fashion Week 2026 und dafür wurde ein riesiger Laufsteg mit Zelten vor den Wasserspielen aufgebaut, sodass die Hälfte der Besucherfläche versperrt war. Es hat allen gefallen, den Heimweg haben wir zu Fuß gemacht. Es war auch nicht wirklich weit, blöd ist es, die riesigen Straßen zu überqueren. Auf dem Rückweg lag das Hotel „Four Seasons“, da haben wir noch hineingeschaut und mal das WC getestet. Selbst das Besucher-WC ist mit einigen Features ausgestattet, also vor allem die Klobrille kann einiges. Auf dem Heimweg haben wir die vielen schön beleuchteten Häuser und das „Geblinke und Geblitze“ bewundert. Auch aus dem 43. Stock hat man Einiges zu gucken 😊. Es ist nur drei Jahre her, als wir zuletzt hier waren, aber es sind einige Bling-Blings und Hochhäuser dazugekommen (glauben wir), es sind auch deutlich mehr Menschen auf den Straßen unterwegs, falls das nicht daran lag, dass heute Sonntag ist.

Montag, 27.07.2026, Kuala Lumpur

Für heute war großes Backen angesagt. Die Kinder haben Japanese Cheesecake, Muffins und Blueberry CupCakes gebacken. Drei Stunden später war alles fertig. Jetzt haben wir viele leckere und hübsche Kalorien, die alle innerhalb der nächsten 48 Stunden aufgegessen werden müssen. Beim Backen hatten wir zwischenzeitlich immer wieder Wartezeit, was für die Kinder sehr schwer auszuhalten war, denn gegenüber gab es einen Indoorspielplatz mit vielen bunten Lichtern und Bällen. Auf der anderen Seite gab es eine Art Spielcasino, auch mit vielen „bling-blings“. Überhaupt gab es in dem Center sehr viel zum selber machen, z. B. gab es auch ein Töpferangebot oder Kuscheltiere zum selber herstellen. Zudem gab es viele andere Beschäftigungsangebote, wie ein Gamer-Paradies mit allem Schnick und Schnack, eine Autorennstrecke für Kinder, Wasserspiele…

Wir hatten eigentlich vor, noch etwas umtauschen zu gehen, aber es war schon Nachmittag und der Kleine wollte nochmal in den Park, die Großen wollten hier in das Fitnessstudio und in den Pool. Wir haben die gebackenen Leckereien erstmal heimbringen müssen und sind dann nochmal zu Park gelaufen. Zwischendurch bekommt immer irgendwer Durst oder muss auf’s WC, bis wir im Park waren, war wieder eine Stunde vergangen.

Am Wasserspielplatz angekommen, standen wir vor „geschlossener“ Anlage. Heute ist Reinigungstag :-/. Ich habe mit den Kindern den Spielplatz gesucht, der auch in der Nähe ist, der wiederum wird renoviert und ist auch nicht zugänglich gewesen. An einem kleinen Getränkebrunnen haben wir uns dann niedergelassen und eine Kleinigkeit gegessen. Steffen und ich wollten eigentlich im Park laufen gehen, während die Kinder Spaß haben. Die Großen haben sich Karten zum Spielen mitgenommen, sodass wir uns einfach auf die Wiese setzen konnten und wenigstens jeweils 3-4 km laufen konnten. Die Runde war nur 1km lang, und auch der Laufstrecke liefen sehr viele Einheimische, wobei sie häufig dabei aufs Handy gucken oder nur sportlich gekleidet sich auf der Laufbahn vorsichtig bewegen. Die Parkrunde ist zwar nicht lang, aber sehr schön unter großen Bäumen, am Wasser und umringt von eindrucksvollen Gebäuden. Wir haben beschlossen, im Shoppingcenter am Park das Abendessen zu besorgen und dann bei uns zu essen. Rio wollte noch unbedingt in das Fitnessstudio und hat in den letzten 3 Stunden ausdrücklich wiederholt, dass er da heute unbedingt hinmuss. Dabei war der kleine Mann schon Laufen und hat sich diebisch gefreut, die ganzen lahmen Enten zu überholen. Bis wir alle durch das Center durchgelaufen waren, hat es natürlich eine Ewigkeit gedauert (Pipi, Durst, Glasaufzug fahren, „ich will nur mal gucken“…). Es blieb nicht mehr viel Zeit, aber 10 Minuten hatten wir noch für die Dachterrasse mit Pool bzw. Fitnessraum. Um 22 Uhr haben wir angefangen zu kochen (es gab nur Nudeln mit Fertigsauce …Mama und Papa sind nämlich ganz schön k.o.). Ab Mitternacht lagen dann endlich alle Drei im Bett. Wir suchen noch etwas für Morgen raus, am liebsten würden wir in das hügelige Hinterland oder ganz ins Grüne. Leider ist das mit öffentlichen alles etwas weit. Der Umtausch steht noch aus, das haben wir heute nicht mehr geschafft und wir versuchen, früher am Abend an der Unterkunft zu sein, sodass alle nochmal in den Fitnessraum und Pool können. Die Aussicht am Abend mit den schön beleuchteten Gebäuden ist wunderschön und es ist einmalig, dass man sich das von einem Pool aus ansehen kann.

Die Leute hier in der Stadt sind alle etwas gestresster im Gegensatz zu den entspannten Indonesiern. Die Frau beim Backen hat kein einziges Mal gelächelt und mag wahrscheinlich keine Kinder, und der Security-Mann hat Freude daran, Leuten etwas zu untersagen und sie wieder wegzuschicken. Vor mir war eine Familie, die an den Pool wollte und durch die geöffnete Tür auf die Terrasse getreten ist, alle wurden mit Trillerpfeife (aus zwei Meter Entfernung) zurückgepfiffen, weil sie den Schlüssel nicht an den Türöffner gehalten haben. Ich habe den Schlüssel extra sichtbar hochgehalten, aber die Regel gilt für alle: der Türöffner muss trotz geöffneter Tür betätigt werden. Wahrscheinlich ist das noch derselbe Typ, der mich vor drei Jahren nicht auf die Terrasse zum Pool gelassen hat, weil es regnete und die Rutschgefahr bei Niesel sehr groß ist – das Poolwasser ist was ganz anderes! Im Aufzug oder im Park haben wir dafür öfter freundliche Leute getroffen. Im Vergleich zu Thailand und Indonesien sind hier eher wenig Europäer und besonders wenig Deutsche unterwegs.

Dienstag, 28.07.2026, Kuala Lumpur

Unser letzter richtiger Tag in Kuala Lumpur. Es gab Haferflocken und Apfel zum Frühstück und etwas von dem Gebackenen. Zum Sultan Abdul Samad Building wollten wir zu Fuß. Unterwegs ist uns mal wieder aufgefallen, wie lange es an den Fußgängerampeln dauern kann bis sie auf grün schalten. Manchmal denkt man, die Ampel funktioniert eventuell gar nicht, da einige einfach bei Rot über die 6-spurigen Straßen rennen. Wenn man lange genug wartet und 20x auf den Schalter haut, dann wird es doch irgendwann grün. Es gibt immerhin Fußgängerwege, nur die Absätze zur Straße sind manchmal einen halben Meter hoch. Wir sind am Palast angekommen und haben uns alles, was ohne Eintritt zu zahlen möglich war, angeschaut und sind danach weiter Richtung China Town, um das Spiel umzutauschen. Auf dem Weg lag aber eine Markthalle, da wollten wir nur mal hineinschauen. Geendet hat es damit, dass wir auf der Toilette waren, an zwei verschiedenen Ständen was getrunken haben und beim Warten einer guten Straßenmusikerin zugehört haben. In China Town sind wir zielstrebig zum Geschäft, haben eine funktionierende Zeichentafel ausgesucht und sind wieder raus aus dem Gewusel. Von China Town sind wir mit der Metro gefahren. Einfach ins blaue, um ein bisschen Sightseeing zu machen und Rios Wunsch zu erfüllen mit der Magnetschwebebahn zu fahren. Das erste Zeil waren die Batu Caves. Wir waren zwar schon vor drei Jahren dort, aber sie sind trotzdem schön anzusehen und es ist auch schon etwas hügeliger und grüner in der Umgebung. Die Haltestelle ist sehr praktisch gelegen, man muss nur aufpassen, dass man nicht zur „falschen“ Sehenswürdigkeit geführt wird. Der Weg ist gesäumt von Indern, die einen in den Hindutempel begleiten möchten und dafür wiederum Sarongs, Blumenkränze und sonstiges Zeug verkaufen. Außerdem gibt es sehr viele Affen und Tauben. Es scheint für einige Touristen ein Event zu sein, sich mit einer Dose Körnern in die Mitte von etwa 1000 Tauben zu stellen und „sich“ dabei fotografieren zu lassen. Dabei schreien die Leute dann oder lachen hysterisch und rennen an ihr Handy um zu prüfen ob man sie auf dem Bild gut erkennen kann. Die anderen versuchen es mit dem Füttern der Affen, auch keine gute Idee, aber die Affen scheinen so viel zu bekommen, dass sie sich nicht einmal um das Essen streiten. Wir haben uns das Schauspiel mit etwas Abstand angeschaut, die bunten Details bewundert, die Treppe sieht auch noch beim zweiten Mal sehr imposant und schön aus😉. Innerhalb der letzten drei Jahre wurde ein riesiges Besucher-Center gebaut. Wir kannten nur einen Unterstand mit einem Food-Court darin. Wahrscheinlich hatten sie Schwierigkeiten die Affen und Tauben daraus fern zu halten. Jedenfalls waren wir sehr gut Indisch essen (Naan mit verschiedenen Saucen). Mit der nächsten Metro ging es dann ein Stück zurück, um dann in die Magnetschwebebahn umzusteigen. Nachdem Rio genug hatte, sind wir an unserer Unterkunft ausgestiegen, haben nochmal eine halbe Stunde auf „grün“ gewartet und dann ging es nochmal in das Fitnessstudio und an den Pool. Dieses Mal waren wir etwas früher da und konnten die beleuchtete Stadt von oben genießen bzw. aus dem Infinity-Pool. Rio hatte noch den Plan, vom 43. Stock über die Treppe nach unten ins Erdgeschoß zu laufen, das hat er mit Steffen gemacht, während wir den Sonnenuntergang auf dem Dach angeschaut haben. In unserem Appartement haben wir die Reste aus dem Kühlschrank gegessen und unsere Rucksäcke gepackt. Die Kinder haben wir schon in der Kleidung schlafen gelegt, die sie auf dem Reisetag tragen, denn der Wecker geht um 3 Uhr! …Also in 3 Stunden!


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